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22.12.2017

Kooperation für gesunde Kommunen

Wie tragfähige Zusammenarbeit entstehen kann

Josephine Göldner, Hamburgische Ar­beits­ge­mein­schaft für Ge­sund­heits­för­de­rung e.V. (HAG)

Schlagwörter: Kommunen, Präventionsketten, Teilhabe

Am 23. No­vem­ber 2017 veranstaltete die Koordinierungsstelle Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit (KGC) Hamburg die Fachtagung „Ko­o­pe­ra­ti­on für gesunde Kom­mu­nen“, um die Dis­kus­si­on und den Aus­tausch zu integrierten kommunalen Stra­te­gien zu vertiefen. Die Landesrahmenvereinbarung (LRV) zur Um­set­zung des Präventionsgesetzes empfiehlt die­ses Mo­dell sozialraumbezogener Ge­sund­heits­för­de­rung. Entlang der Fra­ge „Wie tragfähige Zu­sam­men­ar­beit ent­ste­hen kann“ wurden gute Beispiele aus Kom­mu­nen und der methodische An­satz von Stakeholder Dialogen vorgestellt. Über 60 Akteure und Vertreter_innen der kommunalen Dienste, der So­zi­al­ver­si­che­rung so­wie Multiplikator_innen und Interessierte aus den Bereichen Ge­sund­heit, Stadtteilentwicklung, Bil­dung und Soziale Ar­beit nahmen an der Ta­gung teil.

Nach den einführenden Worten der HAG-Vorsitzenden Prof. Dr. Co­rin­na Petersen-Ewert stellte Klaus-Peter Stender (Behörde für Ge­sund­heit und Verbraucherschutz, BGV) die aktuellen Ent­wick­lung­en der Um­set­zung des Präventionsgesetzes dar. Ko­o­pe­ra­ti­on werde da­bei vertikal vom Bund bis in die Kom­mu­ne dekliniert. In Hamburg sei es ge­lun­gen, sich auf ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen aller Sozialversicherungsträger und der BGV zu verständigen. Neu sei mit der Aus­rich­tung der LRV auf die Sozialräume, dass die Ge­sund­heits­för­de­rung vor Ort so­wie die Beteiligungsmöglichkeiten von Bürger_innen und Multiplikator_innen stärker auf- und ausgebaut wer­den kön­nen. Stender verortete Ko­o­pe­ra­ti­on als Kern und zu­gleich Mys­te­ri­um der Ge­sund­heits­för­de­rung.

Sabine Heckmann vom Collective Leadership Institute stellte das Dialogic Change Mo­del vor, das die Pha­sen ei­nes idealtypischen Ko­o­pe­ra­ti­onsprozesses beschreibt und die zugehörigen An­for­de­rung­en erläutert. Als Ba­sis tragfähiger Zu­sam­men­ar­beit bedeute En­ga­ge­ment das systematische Einbeziehen aller relevanter Partner_innen und deren In­te­res­sen. Zur Initiierung von En­ga­ge­ment sei es wich­tig, wertschätzend Re­so­nanz aufzubauen, un­ter breiter Beteiligung den Kon­text zu er­fas­sen und ei­ne repräsentative Kerngruppe zu bil­den. Die Einführungen und Praxisphasen zum An­satz des Stakeholder Dialogs durchzogen das Tagungsprogramm wie ein roter Fa­den.

Eva Bruns von der Münch­ner Aktionswerkstatt Ge­sund­heit (MAGs) stellte den Auf­bau der Präventionskette „Gut und Gesund auf­wach­sen in Freiham“ in ei­nem neu entstehenden Stadt­teil vor. Bereits wäh­rend der Bauphase wer­den An­ge­bo­te für Kinder, Ju­gend­li­che und Fa­mi­lien ressortübergreifend geplant, um den neuen Bewohner_innen positive Entwicklungs-, Lebens- und Teilhabebedingungen zu er­öff­nen. Die langfristige Zu­sam­men­ar­beit der drei städtischen Referate Ge­sund­heit und Um­welt, Bil­dung und Sport so­wie Soziales wird gesichert durch ei­ne verbindliche Kooperationsvereinbarung. Der Auf­bauprozess und die erste Umsetzungsphase wer­den durch das MAGs koordiniert und die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se fi­nan­zi­ell gefördert.

Als Start in die erste Praxisphase wurde in „Murmelgruppen“ die Fra­ge „Was ist für mich in der kommunalen Zu­sam­men­ar­beit mit anderen Akteuren wich­tig?“ beantwortet. Die Teilnehmenden tauschten sich an­schlie­ßend über ihr jeweiliges berufliches Selbst­ver­ständ­nis, ih­re Hand­lungs­empfeh­lun­gen und gesetzlichen, beruflichen und institutionellen Grund­la­gen aus. Gemeinsam wurde reflektiert, wel­che Denk- und Handlungslogik sie da­mit täg­lich für ei­ne multiprofessionelle Zu­sam­men­ar­beit in Ein­klang brin­gen. Die Vielfalt wurde an Metaplanwänden dokumentiert und gruppiert.

Sabine Heckmann eröffnete den Nachmittag mit ei­nem zweiten konzeptionellen In­put zum The­ma „En­ga­ge­ment wei­ter­ent­wi­ckeln“ und knüpfte da­für an den Er­fah­rungs­schatz der Tagungsteilnehmenden an. Im weiteren Verlauf ei­nes Stakeholder Dialogs bestehe die Chan­ce, mit verschiedenen In­te­res­sen nicht nur konstruktiv umzugehen, son­dern da­rü­ber hinaus bestehende Res­sour­cen und gemeinsame Ziele zu er­ken­nen, um sich für ei­ne verbindliche Zu­sam­men­ar­beit zu verabreden.

Hannes Rehfeldt vom Be­zirks­amt Neu­kölln präsentierte sehr an­schau­lich die Ent­wick­lung ei­ner bezirklichen Präventionskette in Ber­lin. Seit 2012 ar­bei­ten viele Professionen inner- und au­ßer­halb des Be­zirks­amtes (Ju­gend und Ge­sund­heit) da­ran, ein lückenloses Hilfenetz für wer­dende und junge Fa­mi­lien zu knüp­fen. Die In­iti­a­ti­ve basiert auf der Datengrundlage zur gesundheitlichen Un­gleich­heit bei Kin­dern in prekärer Le­bens­la­ge. Ein wichtiges In­stru­ment der Vernetzung sind jährliche Präventionskonferenzen. Es wurden bei­spiel­haft Maß­nah­men vorgestellt, die aus der langjährigen Zu­sam­men­ar­beit hervorgegangen sind, wo­mit die Um­set­zung der Stra­te­gie erlebbar wurde. Die App „Gesundes Neu­kölln“ er­mög­licht zum Bei­spiel Fa­mi­lien und Fachkräften Trans­pa­renz über die An­ge­bo­te im Be­zirk. Aktuell wird ei­ne bezirkliche Rahmenkonzeption zur Ge­stal­tung des Übergangs Kita - Grund­schu­le erstellt. Verbindliche Kooperationen sollen da­für mit lokalen Kooperationsinseln, ei­ner ressortübergreifenden bezirklichen Lenkungsgruppe und ei­ner gesamtstädtischen Stra­te­gie erarbeitet wer­den.

In einer zweiten Praxisphase waren die Akteure eingeladen, in einem Welt-Café Emp­feh­lung­en auszutauschen und zu dis­ku­tie­ren: „Welche Mög­lich­keit­en be­ste­hen, um die Teil­ha­be von Stadtteilakteuren und Be­völ­ke­rung zu stär­ken?“ und „Welche Formen der Vereinbarung sind für tragfähige Zu­sam­men­ar­beit för­der­lich?“. Zudem waren die Teilnehmenden ge­fragt, konkrete Handlungsansätze für ih­re Ar­beit festzuhalten: „An welchen relevanten Themen wol­len wir in den kommenden 3, 6 und 12 Monaten zur Ent­wick­lung tragfähiger Zu­sam­men­ar­beit wei­ter­ar­bei­ten?“.

Das gemeinsame Fa­zit aller Akteure war, dass der Auf­bau verbindlicher Vernetzungsstrukturen un­ter Beteiligung aller zentraler Partner_innen auf dem wertschätzenden Erkennen der einzelnen Ex­per­ti­sen und Menschen beruht. Die langfristige Pla­nung und Kontinuität er­mög­licht zu­dem das notwendige Vertrauen für den Zu­gang zu Menschen und in der gemeinsamen multiprofessionellen Ko­o­pe­ra­ti­on.

Fotos: Jens Hannewald


Sehen Sie sich hier die Präsentationen an.


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Autorin

Josephine Göldner

Josephine Göldner
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