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21.01.2014

Große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland fordert umfangreiche Maßnahmen gegen Kinderarmut - Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes

Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks

Uwe Kamp, Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Schlagwörter: Armut, Studie

Ein Groß­teil der Be­völ­ke­rung in Deutsch­land fordert ei­ne umfassende Veränderung politischer Rah­men­be­din­gung­en, um die Kinderarmut in Deutsch­land zu be­kämp­fen. Das ist das Er­geb­nis ei­ner repräsentativen Um­fra­ge von infratest dimap im Auf­trag des Deut­schen Kinderhilfswerkes. Als Maß­nah­men zur Be­kämp­fung von Kinderarmut wer­den vor allem gefordert, einkommensschwache Fa­mi­lien und deren Kinder mit Lehr­mit­tel­frei­heit (97 Pro­zent), kostenfreiem Es­sen in Schule und Kita (86 Pro­zent) und auch kostenfreien Beteiligungsmöglichkeiten an Bil­dung, Kul­tur und Sport (81 Pro­zent) so­wie kostenlosen Ganztagsbetreuungen in Schulen und Kitas (84 Pro­zent) zu un­ter­stüt­zen. In der Be­völ­ke­rung wer­den solche Maß­nah­men der Kostenbefreiung als au­ßer­or­dent­lich wich­tig eingeschätzt. Bemerkenswert ist, dass Männer wie Frauen na­he­zu in gleichem Maße die kostenlose Ganztagsbetreuung for­dern, wäh­rend un­ter Frauen die Zugänge zu Kul­tur- und Frei­zeit­ein­rich­tung­en deut­lich wich­tiger eingeschätzt wer­den. Sehr stark verbreitet ist auch die For­de­rung, in Schulen und Kitas mehr Fachkräfte und So­zi­al­ar­bei­ter (94 Pro­zent) einzusetzen, die sich um benachteiligte Kinder kümmern. Von Be­völ­ke­rungsmehrheiten wer­den au­ßer­dem ei­ne An­he­bung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder (70 Pro­zent) und Er­hö­hung­en des staatlichen Kindergeldes (62 Pro­zent) als wirksame Unterstützungen bewertet.

Drei von vier der Befragten (72 Pro­zent) sind der An­sicht, staatliche und gesellschaftliche Verantwortungsträger würden „eher we­nig“ oder „sehr we­nig“ tun, um Kinderarmut wir­kungs­voll entge­genzutreten. Trotz differenzierter Sicht der An­hän­ger der verschiedenen Parteien kom­men je­weils große Mehr­heit­en der politischen La­ger zur Aus­sa­ge, Staat und Ge­sell­schaft engagierten sich zu we­nig ge­gen Kinderarmut. Hier schwankt die Zustimmungsrate zwi­schen 89 Pro­zent bzw. 80 Pro­zent bei den Linken- und SPD-An­hän­gern und 78 Pro­zent bzw. 60 Pro­zent bei den Grünen- und Unions-An­hän­gern.

Bereit für mehr Steuern, um Kinderarmut zu be­kämp­fen?

Auch bei der Fra­ge der Fi­nan­zie­rung der notwendigen Maß­nah­men gibt es ei­ne große Über­ein­stim­mung: 66 Pro­zent der Bun­desbür­ger wären be­reit, mehr Steuern zu bezahlen, wenn da­mit das Problem der Kinderarmut in Deutsch­land wirk­sam bekämpft würde. Gleichlautende Be­kun­dung­en ge­hen quer durch die politischen La­ger. Dabei variiert die Zu­stim­mung zwi­schen 87 Pro­zent bzw. 73 Pro­zent bei den Grünen- und SPD-Anhängern und 67 Pro­zent bzw. 60 Pro­zent bei den Unions- und Linken-Anhängern.

„Diese Zahlen las­sen in ihrer Deut­lich­keit kei­nen Spielraum für Interpretationen, die Menschen in Deutsch­land se­hen Staat und Ge­sell­schaft ganz klar in der Pflicht, entschiedener als bis­her die Kinderarmut in Deutsch­land zu be­kämp­fen. Nach Be­rech­nung­en des Deut­schen Kinderhilfswerkes sind der­zeit rund 2,8 Millionen Kinder und Ju­gend­li­che von Ar­mut be­trof­fen. Deshalb brau­chen wir ein Nationales Pro­gramm zur Be­kämp­fung der Kinderarmut. Kinderarmut kann nur ef­fi­zi­ent und nach­hal­tig bekämpft wer­den, wenn al­le Maß­nah­men zu diesem Zweck un­ter ei­nem Gesamtkonzept verknüpft und mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet wer­den. Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sind eben­so zu be­rück­sich­ti­gen, wie Familien- und Bil­dungs­po­li­tik, Gesundheits- und So­zi­al­po­li­tik so­wie Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaupolitik. Ein besonderer Fo­kus ist auf den Bildungsbereich zu le­gen. An die­ser Stel­le braucht es verstärkte politische An­stren­gung­en, al­len Kin­dern gleiche Chan­cen für ei­ne erfolgreiche Bildungslaufbahn zu er­mög­li­chen so­wie ein nach oben durchlässigeres Schul­sys­tem, das al­le Kinder und Ju­gend­li­chen in­di­vi­du­ell ent­spre­chend ihren Fä­hig­keit­en op­ti­mal fördert. Die Reformanstrengungen der Bundesländer im Bildungsbereich müs­sen fort­ge­setzt wer­den, denn der Bildungsaufstieg ist der nach­hal­tigste Weg aus der Ar­mut“, be­tont Tho­mas Krü­ger, Prä­si­dent des Deut­schen Kinderhilfswerkes.

„Der Kinderzuschlag ist ein wichtiger Bau­stein zur Be­kämp­fung der Kinderarmut, muss al­ler­dings re­for­miert wer­den und in ei­ne bedarfsgerechte Kindergrundsicherung mün­den. Wer Vollzeit arbeitet muss in der La­ge sein, den Fa­mi­lienunterhalt aus eigener Kraft zu be­strei­ten. Deshalb brau­chen wir armutsfeste Löhne in Deutsch­land“ so Krü­ger wei­ter.

Weitere Maß­nah­men sind aus Sicht des Deut­schen Kinderhilfswerkes Beschäftigungsangebote für Lang­zeit­ar­beits­lo­se, spezielle Un­ter­stüt­zung für Allei­nerziehende so­wie ei­ne Stär­kung des sozialen Wohnungsbaus.

„Das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Ju­gend­li­che aus fi­nan­zi­ell be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­lien ist und bleibt ei­ne soziale Mo­gel­pa­ckung und bürokratische Stüm­pe­rei. Auch die zu Beginn des letzten Jahres beschlossenen Änderungen am Bildungs- und Teilhabepaket haben le­dig­lich die schlimmsten bürokratischen Auswüchse beseitigt. Aus Sicht des Deut­schen Kinderhilfswerkes muss die Bun­des­re­gie­rung mit den zur Verfügung stehenden fi­nan­zi­ellen Res­sour­cen armutsfeste Regelsätze für Kinder fest­le­gen. Außerdem müs­sen die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe gestärkt wer­den“ so Krü­ger abschließend.

Der Erwerbsstatus von Eltern so­wie politische Rah­men­be­din­gung­en wer­den von der Be­völ­ke­rung als die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Wohl von Kin­dern in Deutsch­land eingeschätzt. Niedrige Einkommen durch prekäre Arbeitsverhältnisse (85 Pro­zent) so­wie die besondere Si­tu­a­ti­on von Allei­nerziehenden (75 Pro­zent) sind laut Um­fra­ge die Hauptgründe für fehlendes Geld in Fa­mi­lien und da­mit auch die wichtigsten Aus­lö­ser für Kinderarmut in Deutsch­land. Die steigende Verantwortung von Staat und Ge­sell­schaft ergibt sich nicht zu­letzt aus der Ero­si­on des familialen Zusammenhalts, den viele be­kla­gen (61 Pro­zent). Dass vor allem ältere Befragte auch ei­ne Mit­schuld von Eltern in einkommensschwachen Fa­mi­lien kon­sta­tie­ren, da sie sich nicht aus­rei­chend um das Wohl ihrer Kinder kümmern, zeigt ei­nen Bruch zwi­schen den Generationen.


Für die repräsentative Um­fra­ge zur Kinderarmut in Deutsch­land wurden von infratest dimap im Auf­trag des Deut­schen Kinderhilfswerkes deutsch­land­weit 1.008 Wahl­be­rech­tig­te ab 18 Jahren mit­tels computergestützter Telefoninterviews befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwi­schen 1,4 (bei einem Anteilswert von 5%) und 3,1 Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50%).

Ergebnisse der Stu­die fin­den Sie auf den Sei­ten des Deut­schen Kinderhilfswerkes.

Das Deut­sche Kinderhilfswerk ist seit No­vem­ber 2012 Mit­glied im „Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit“.

Das Deut­sche Kinderhilfswerk setzt sich seit 1972 für Kinderrechte, Beteiligung und die Über­win­dung von Kinderarmut ein. Es stellt sich sei­ner Auf­ga­be, für Kinder und Fa­mi­lien ei­ne kinderfreundliche Lebenswelt zu schaffen. Im Handlungsfeld „Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit“ unterstützt das Deut­sche Kinderhilfswerk z.B. mit sei­nem Ernährungsfonds „Eine Mahl­zeit für al­le Kinder“ Grund­schu­len, Kindergärten und Kinderhäuser, die in sozialen Brennpunktgebieten lie­gen.

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