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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2012

Projekt Superklasse

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Im Jahr 2009 wurde das Projekt SUPERKLASSE zum ersten Mal als Pilotprojekt mit drei Schulklassen durchgeführt. Ausgangssituation für das Projekt war die Fragestellung, wie Kinder für das Thema Gesundheitsförderung gewonnen werden können. In diesem Pilotprojekt bestätigte das 15. Bundestreffen engagierter Kinder und Jugendlicher in kürzester Zeit die Richtigkeit des Ansatzes, indem bereits der erste Song und Videoclip von der Kinderjury sofort auf den 1. Platz gesetzt wurde.

Um Begeisterung bei Kindern auslösen zu können, werden Musik und Medien zur Umsetzung verwendet, da diese heute die Welt der Kinder prägen ? eine Welt, in der sie sich selbstverständlich bewegen können. Musik gewährt ihnen einen Zugang zu den eigenen Gefühlen und Emotionen sowie zu den Gefühlen der Zuhörenden. Musik hat für die Entwicklung jedes Kindes und Jugendlichen eine sehr große Bedeutung. Das Hören von Musik kann Bilder, Gefühle und Vorstellungen hervorrufen. Dies führt zum Ausdruck von Empfindungen wie Sich Wohlfühlen, Freude oder auch Traurigkeit oder Melancholie. Die Arbeit mit Musik wirkt sich gesundheitsfördernd auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Es ist die Möglichkeit, sich in aller vorhandenen Unterschiedlichkeit zu begegnen.

Das Thema zum jeweiligen Song wird grundsätzlich von den Kindern selbst bestimmt, die Erwachsenen geben ihnen nur einige Ideen, lassen sie ihr persönliches Thema finden und begleiten sie beim Entstehungsprozess. Die dabei entstandenen Songtexte werden dann gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern in einem Tonstudio geprobt, vertont und aufgezeichnet. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Förderung von Gesundheitskompetenz und des Selbstwertgefühls bei den Schülerinnen und Schülern.

Der Zugang zum Thema Gesundheit soll in diesem Handlungsansatz über die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen, insbesondere über deren Begeisterung für Musik und neue Medien, erfolgen. Durch die gemeinschaftliche Erarbeitung eines eigenen Anliegens sollen die Kinder zu Gesundheitsthemen miteinander in Austausch treten. Dieses Sich-zu-Gehör-Bringen spielt gerade bei Heranwachsenden eine wichtige Rolle, auch weil sie häufig die nötige Aufmerksamkeit vermissen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Gelegenheit erhalten, Kompetenzen einzubringen und öffentlich zu zeigen, die ansonsten im Schulalltag häufig genug unsichtbar bleiben. In diesem Lernprozess haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, neue Erfolgserlebnisse zu erfahren und sich gegenseitig neu wahrzunehmen. Ziel ist es, dass die Kinder neue Handlungskompetenzen erlernen, die gegen soziale Ausgrenzung und Armut helfen können.

Mit dem selbst entwickelten Medienprodukt können sie das neu erworbene oder bereits bestehende Wissen an andere Kinder und Jugendliche weitervermitteln. Sie entdecken ihre Talente und kommen miteinander, mit den Lehrkräften und den Eltern ins Gespräch. Die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass sie Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen und dass sie durch eigene Entscheidungen ihrem Leben bereits eine Richtung geben können. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit lernen sie, kritisch mitzudenken sowie sich selbst und die mediale Welt zu reflektieren. Darüber hinaus erfahren die Kinder und Jugendlichen mehr über den Umgang mit Medienkommunikation und über professionelle Musik- und Videoproduktionen.

Des weiteren ist Gesundheitserziehung, Bindung und Beziehung Teil der inklusiven Bildung für alle Menschenkinder, völlig unwichtig, ob behindert oder nicht. Inklusion wird durch Projekt SUPERKLASSE gelebt, sowohl als Thema für Songs als auch im gemeinsamen Handeln und bei gemeinsamen Auftritten.

Aktive Umsetzung ? der Was-Kinder-stark-macht-Ansatz des Projekts SUPER-KLASSE
Kinder werden ermutigt, sich an etwas heranzutrauen, was sie noch nicht können, damit neue Kompetenzen und Fähigkeiten entwickelt werden können, Selbstvertrauen wird gefördert und erste Schritte in die Unabhängigkeit und ein selbst bestimmtes Leben werden so ermöglicht.
Kinder erleben, dass man sich mit Problemen direkt auseinandersetzen kann, weichen nicht aus, sondern suchen nach Lösungen und Antworten.
Kinder lernen ihre Bedürfnisse und ihre Gefühle in Worte zu fassen.
Kinder werden Botschafter ihrer Anliegen.
Kinder sind gefragt, mit zu entscheiden und erfahren Sinn und Bedeutung ihres Handelns ? sie handeln nach dem Empowermentkonzept.
Kinder erfahren Kontaktaufnahme, übernehmen Verantwortung, erleben und zeigen Rücksichtnahme, entwickeln Kompromissfähigkeit sowie Wertschätzung sich selbst und den Mitschülerinnen und Mitschülern gegenüber, sie erleben Durchhaltevermögen.
Das Ergebnis entlohnt sie, hebt ihr Selbstwirksamkeitsgefühl und ihre Selbstachtung und ermutigt sie, sich immer wieder neu auszuprobieren.
Die wichtigste Aufgabe für das Projekt SUPERKLASSE -Team besteht im Gewinnen von Vertrauen und in der Achtsamkeit, gewonnenes Vertrauen nicht zu verspielen.

Gesundheit(-serziehung) beginnt also im Kopf, in der Art und Weise unseres Denkens.

Träger des Projektes ist steg Hamburg mbh
Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft
Die Techniker Krankenkasse (TK) förderte 2009 das Pilotprojekt als Präventionsangebot im Rahmen des TK-Verfügungsfonds ?Gesundes Lurup?. Seitdem fördert die Technikerkrankenkasse das Projekt hamburgweit. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)


Kontakt

Frau Annette Quinton
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg (Hamburg)

E-Mail: Annette.Quinton@projektsuperklasse.de

Website: http://www.projektsuperklasse.de


Projektträger

steg Hamburg mbh, Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft
Schulterblatt 26-36
20357 Hamburg


Hintergrund
Im Bezirk Altona, an der westlichen Stadtgrenze Hamburgs, liegt der Stadtteil Lurup, der sich in die Gebiete „Flüsseviertel“ und „Lüdersring/Lüttkamp“ aufteilt. Aufgrund der räumlichen Konzentration vielfältiger Problemlagen fließen bereits seit Anfang der 1990er-Jahre Mittel aus verschiedenen Hamburgischen Programmen zur Stadtentwicklung in den Stadtteil. Seit 1999 ist Lurup Fördergebiet im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Derzeit leben hier 33.604 Menschen, davon sind 19,4 Prozent im Alter unter 18 Jahren. 37,9 Prozent der Gesamtbevölkerung haben einen Migrationshintergrund (Statistik Nord; Stand: 31.12.2009). 8,3 Prozent der Bevölkerung Lurups sind arbeitslos. 6,3 Prozent der in Lurup lebenden Personen beziehen Arbeitslosengeld II (Statistik Nord; Stand: Juni 2010). Ende 2008 sind in Lurup 39,3 Prozent der Kinder im Alter bis 6 Jahren auf staatliche Unterstützung zur laufenden Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen (Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Stand: 25.02.2010).

Die Konzentration benachteiligter Haushalte im Stadtteil Lurup ist mit einer Konzentration von Armut und daraus resultierend mit einem beträchtlich erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden. Eine Auswertung der Schuleingangsuntersuchungen durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) für die Kinder aus dem Stadtteil Lurup macht dies deutlich. Insbesondere in den Bereichen Sprachentwicklung, psychomotorische Entwicklung und Übergewicht zeigen bei den Kindern erhebliche Gesundheitsprobleme. Auffällig ist, dass jeder sechste Junge bei der Einschulungsuntersuchung übergewichtig ist. Im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt werden bei den Luruper Einschülerinnen und Einschülern mehr Fälle von Asthma, Neurodermitis und Hautallergien diagnostiziert. Sprachliche und motorische Auffälligkeiten werden in der Gruppe der Einschülerinnen und Einschüler in Lurup fast drei Mal häufiger als im Durchschnitt der gesamten Stadt Hamburg für eine fachärztliche Überprüfung empfohlen. Die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen U7 bis U9 liegt unter dem Hamburger Durchschnitt (Lichtwark-Forum Lurup e.V., Bezirksamt Altona; Stand: 13.12.2011).

Vor diesem Hintergrund gewinnen Fragen der Gesundheitserziehung und -förderung für junge Menschen, die in der modernen Wohlstands- und Leistungsgesellschaft aufwachsen, immer mehr an Bedeutung. „Gesund aufwachsen“ gehört zu den nationalen Gesundheitszielen in Deutschland: „Gesundheit fängt im Kindesalter an: Gesundheitsbezogenes Verhalten wird geprägt und Gesundheitsressourcen können aufgebaut werden. Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung beeinflussen die kindliche Gesundheit und wirken sich langfristig im Erwachsenenleben aus. Der Settingansatz ist besonders geeignet, die Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Eltern, Multiplikator(inn)en) zu erreichen.“ (gesundheitsziele.de; Stand: 13.12.2011) Hier setzt auch die Arbeit von BÖV 38 e.V., der Geschäftsstelle für Gesundheitsförderung in Lurup an. Sie bietet Information, Beratung und Unterstützung rund um Gesundheitsfragen, ermittelt Bedarf und Ressourcen für Gesundheitsförderung im Stadtteil.

Im Zusammenhang mit dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und dem „Pakt für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg!“ hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in Kooperation mit der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) und der Techniker Krankenkasse insgesamt vier Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (KoBa) eingerichtet. Neben BÖV 38 e.V. sind weitere Standorte das Stadtteilbüro Dulsberg, das Haus am See in Hohenhorst und das Bürgerzentrum Feuervogel im Phoenix-Viertel. Aufgaben der Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung sind der Aufbau und die Pflege eines Netzwerks zur Kooperation für Gesundheitsförderung sowie die Initiierung und Betreuung von Runden Tischen zur Gesundheitsförderung im Quartier. Dazu gehören neben einer kontinuierlichen Bestandsaufnahme von Bedarfen und Ressourcen auch die Entwicklung von Strategien für quartiersbezogene Gesundheitsförderung und Beratungen für Bürgerinnen, Bürger und Träger zur Entwicklung und Betreuung von Mikroprojekten. Mit Unterstützung der Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung werden die im Stadtteil erarbeiteten Gesundheitsförderprojekte im Rahmen des Luruper Forums vorgestellt und über die Anträge an den TK-Verfügungsfonds abgestimmt. Mit dem Geld aus dem Verfügungsfonds fördert die Techniker Krankenkasse Selbsthilfeaktivitäten, Nachbarschaftsprojekte und gesundheitsfördernde Projekte im Stadtteil Lurup. Themenschwerpunkte sind vor allem Ernährung, Bewegung, Stress, Gewaltprävention und Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln. Durch den TK-Verfügungsfonds konnte auch das Projekt Superklasse finanziert werden.

Im Projekt Superklasse setzen sich Kinder und Jugendliche im Schulunterricht spielerisch und aktiv mit den verschiedenen Themen der Gesundheitsförderung und Prävention von Krankheiten auseinander. Musik spielt hierbei im Projekt Superklasse eine zentrale Rolle. Die Arbeit mit Musik schafft Zugänge für Kindern und Jugendlichen, die über eine rein kognitive Auseinandersetzung mit dem Thema nicht möglich sind. Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Musik
- macht Kindern Spaß und Freude
- fördert die kindliche Entwicklung ganzheitlich
- stärkt soziale Kompetenzen
- fördert das kognitive Denken
- stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl
- fördert das positive Selbstbild des Kindes (Schmidt; Stand: 13.12.2011)

Musik hat für die Entwicklung des Kindes eine sehr große Bedeutung. Das Hören von Musik kann Bilder, Gefühle und Vorstellungen hervorrufen. Dies führt zum Ausdruck von Empfindungen wie Wohlbefinden, Freude bis hin zu Traurigkeit oder Melancholie. Die Arbeit mit Musik wirkt sich gesundheitsfördernd auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Sie kann bei Konzentrations-, Kommunikations- und Lernstörungen ebenso wie bei Hyperaktivität oder bei Problemen mit der Sprache und mit dem Sprechen helfen: Das Hören von Musik beeinflusst nachhaltig die Hirnstrukturen und damit die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Die Zentren für Lernen, Sprache, Gedächtnis, Kreativität und Emotionen werden aktiviert – damit wird das Gehirn durch Musik ganzheitlich stimuliert. Dies stellt eine wichtige Voraussetzung für die Sprachentwicklung des Kindes dar. Kinder erlernen die Sprache über sprachmelodischen Aspekte, wodurch das kognitive Denken gefördert wird. Kinder lernen über das Musizieren auch, auf viele Dinge gleichzeitig zu achten. Sie singen den Text, hören auf die anderen Kinder und Instrumente und machen Bewegungen dazu. Damit lernen die Kinder, genau zuzuhören, wahrzunehmen und sich zu konzentrieren, eine Voraussetzung für das Lernen insgesamt. Bei Bewegung durch Musik kommt hinzu, dass die Kinder ihre eigene körperliche Koordination kennen lernen und die Fähigkeit herausbilden, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Sie lernen sich also selbst kennen, was für die Persönlichkeitsentwicklung notwendig ist. Durch das Musizieren in der Gruppe wird darüber hinaus das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder untereinander gestärkt. Die Kinder lernen in einem sozialen Miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren. Diese sozialen Kompetenzen sind für die Entwicklung des Kindes notwendig (Erziehungswelten; Stand: 13.12.2011).
Ziele und Zielgruppen
Die Zielgruppe des Projektes Superklasse sind Kinder im Primarschulalter von etwa 6 bis 13 Jahren, die sich im Unterricht aktiv mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen. Dieses Projekt wird gezielt in Schulen getragen, die in benachteiligten Stadtteilen liegen und in denen Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (KoBa) eingerichtet wurden. Die Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung zielen darauf ab, Gesundheitsförderung in ressourcenschwachen Stadtteilen und Quartieren nachhaltig zu stärken und zu vernetzen sowie die Gesundheitsförderung in bereits vorhandene, alltagsnahe Strukturen (z.B. Kita, Schule) zu verankern. Im Fokus stehen hierbei sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche als besondere Zielgruppe gesundheitsfördernder Maßnahmen. Im Rahmenprogramm „Gesund aufwachsen in Hamburg!" des Paktes für Prävention werden die Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung als beispielgebend für die stadtteilbezogene Gesundheitsförderung genannt und bieten damit eine wichtige Grundlage für die Verbesserung der Kindergesundheit (vgl. Hintergrund).

In der ersten Phase des Projektes im Jahr 2009 waren drei Schulen aus dem Hamburger Stadtteil Lurup an dem Projekt beteiligt:
- Schule Langbargheide (Klasse 1)
- Schule Friedjof Nansen (Klasse 3)
- Schule Luruper Hauptstraße (Klasse 6).

Pro Klasse wurden in der Pilotphase ca. 25 Kinder erreicht, also ca. 75 Kinder insgesamt. Um möglichst viele Kinder und Jugendliche – insbesondere aus sozial benachteiligten Stadtgebieten – anzusprechen, beteiligten sich nach der Pilotphase an dem Projekt neben Schulen in Lurup auch Schulen aus den Hamburger Stadtteilen Hohenhorst, dem Phoenixviertel und Dulsberg.

Ziel des Projektes Superklasse ist es, die Themen Gesundheit und Wohlbefinden in spielerischer Form miteinander zu verbinden. Gesundheitssongs sind dabei eine Form der Beschäftigung mit Themen der Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Schule und Stadtteil, die in verschiedene Medienformate umgesetzt werden.

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Förderung von Gesundheitskompetenz und Selbstwertgefühl bei den Schülerinnen und Schülern. Der Zugang zum Thema Gesundheit soll in diesem Handlungsansatz über die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen, insbesondere über deren Begeisterung für Musik und neue Medien, erfolgen.

Das Projekt Superklasse ermöglicht den Kindern und Jugendlichen Botschafter ihrer Gesundheitsthemen zu werden. Durch die gemeinschaftliche Erarbeitung eines eigenen Anliegens sollen die Kinder zu Gesundheitsthemen miteinander in Austausch treten. Dieses Sich-zu-Gehör-Bringen spielt gerade bei Heranwachsenden eine wichtige Rolle, auch weil sie häufig die ihnen so nötige Aufmerksamkeit vermissen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Gelegenheit erhalten, Kompetenzen einzubringen und öffentlich – z.B. in ihren Familien, bei Auftritten in der Schule, auf Veranstaltungen im Stadtteil oder auch auf stadt- und bundesweiten Veranstaltungen – zu zeigen, die ansonsten im Schulalltag häufig genug unsichtbar bleiben. In dem Lernprozess haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, neue Erfolgserlebnisse zu erfahren und sich gegenseitig neu wahrzunehmen. Ziel ist es, dass die Kinder neue Handlungskompetenzen erlernen, die gegen soziale Ausgrenzung und Armut helfen können.
Vorgehen
Am Projekt Superklasse beteiligen sich Schulen benachteiligter Stadtteile der Hansestadt Hamburg. Zunächst bauen die Geschäftsstelle für Gesundheitsförderung (Stadtteil Lurup) bzw. die Koordinierungsbausteine Gesundheitsförderung über den quartiersbezogenen „Runden Tisch Gesundheit“ Kontakte zu Schulen auf. Nach Auswahl der Schulklassen stellt das Team des Projekts Schulklasse das Vorhaben den Kindern vor und lädt sie dazu ein, sich mit der Frage „Was brauche ich für ein gesundes Leben?“ zu beschäftigen.

Das Projekt wird geleitet von Annette Quinton (Behörde für Schule und Berufsbildung). Außer der Projektleitung gehören zum Team: Detlef und Silvia Glagowski (Gesangscoaches), Neil Quinton (Musik, Komposition, Produktion Video) und Ralf Martens (Artdirection, Produktion Video).
Anschließend vermittelt das Projektteam Kindern und Lehrkräften im Rahmen einer interaktiven Unterrichtsstunde das notwendige Handwerkszeug
- zum gewählten Gesundheitsthema
- zum Schreiben von Liedtexten und der Auswahl von Melodie und Rhythmus
- zum Anpassen von Text und Melodie
- zur Covergestaltung der CD.

Die Gesundheitsthemen und die dabei behandelten Fragen beim Pilotprojekt des Jahres 2009 waren:
- Thema Bewegung (Klasse 1)
o Hat Bewegung mit Gesundheit etwas zu tun?
o Macht es Dir Spaß, dich zu bewegen?
o Ist Bewegung gesund?
o Wenn ich mich bewege, was passiert dann mit meinem Körper?
o Kannst du dich entscheiden zu tun, was dir gut tut?
- Thema: Ernährung (Klasse 3)
o Hast du Einfluss auf das, was du isst?
o Gibt es gesundes Essen?
o Gibt es Essen, das krankmacht?
o Kannst du entscheiden, was du isst?
o Hat körperliches Wohlbefinden etwas mit Essen zu tun?
o Was brauchst du, um dich gesund zu fühlen?
- Thema: seelische Gesundheit (Klasse 6)
o Was fühlst und denkst du?
o Hast du Einfluss auf dein Denken?
o Hast du Einfluss auf deine Gefühle?
o Was haben andere damit zu tun, können sie etwas für dich tun?
o Kannst du entscheiden, was du fühlst und denkst?

Dabei können die Klassen selbst ihr bevorzugtes Gesundheitsthema und die Musikrichtung für ihren Song bestimmen. Mit Unterstützung der Lehrkräfte erarbeiten sich die Kinder dann in den nächsten vier bis fünf Wochen das Gesundheitsthema, z.B. Ernährung, Bewegung oder seelische Gesundheit, und fassen ihre Erkenntnisse in einem Liedtext zusammen. In der Zeit der Arbeit an dem Lied steht die Projektkoordination jederzeit per Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Durch den persönlichen Kontakt, die Beratung und die Beteiligung professioneller Fachleute aus den Bereichen Musik, Audiotechnik, Grafik und Textfindung sowie -erstellung erhalten die Lehrkräfte die notwendige Befähigung zur Durchführung der verschiedenen Aufgaben während der unterschiedlichen Projektphasen.

Anschließend kommt es zu einem weiteren Treffen mit dem Projektteam, das die Ideen zum Song einsammelt. Die Kinder können sich im Singen ausprobieren, ganz nach ihrem Wunsch mit Freunden oder allein ohne Publikum. Hier zeigt sich, wer an den Gesangsaufnahmen teilnehmen kann und möchte. Dabei wird auf die individuellen Stärken der Kinder eingegangen, z.B. sind in der Klasse eher Rapper oder Sängerinnen und Sänger vertreten?

Mit Unterstützung von professionellen Musikerinnen und Musikern, die viel Erfahrung mit Kinder- und Jugendproduktionen haben, und einem Tonstudio wird der Song dann vertont, eingeübt und aufgezeichnet. Dabei haben zwei bis drei Kinder aus der Schulklasse die Möglichkeit, beim Programmieren und Arrangieren des Musikstückes mitzuwirken. Sollten Kinder in diesem Projekt eigene Kompositionen anbieten wollen, ist dies ausdrücklich erwünscht.

Alle Schülerinnen und Schüler werden aufgrund ihrer Neigungen und Stärken in den weiteren Prozess eingebunden. Sie sind dazu eingeladen, ihr Lied tänzerisch auszudrücken und den gemeinsamen Auftritt mit dem Song einzuüben. Dies kann mit Unterstützung von anderen Lehrkräften der Schule, zum Beispiel für Musik oder Tanz, oder in Eigenregie geschehen. Des Weiteren haben die Kinder die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit einem Grafiker, eine ansprechende Musik-CD mit Booklet zu gestalten, wofür sie im Rahmen des Kunstunterrichts zeichnen und fotografieren. Anschließend erfolgt die Produktion der CDs.

Im Rahmen eines Ausflugstages besucht die gesamte Klasse das Tonstudio, um das Ergebnis gemeinsam zu hören und zu erfahren, wie die Gesangsaufnahmen verarbeitet wurden.

Um die Botschaften auch visuell auszudrücken, können in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern von ausgewählten Songs Musikvideoclips gedreht werden. Dabei erarbeiten die Kinder ein Drehbuch und planen die anschließenden Drehtage. Auch beim Dreh des Musikvideoclips können sie aktiv mitwirken, u.a. als Schauspielerin, als Schauspieler, beim Bau der Requisiten oder als Statisten. Zudem erhalten sie einen Einblick in den Filmschnitt.

Die Familien, die Schulgemeinschaft und das Publikum der Songpräsentationen werden auf besondere und kreative Weise an die musikalisch erarbeiteten Gesundheitsthemen herangeführt. In der Schule und bei geeigneten Anlässen im Stadtteil, z.B. auf Kinder- und Familienfesten der Stadt Hamburg, präsentieren die Klassen ihre Lieder. So haben Kinder der Klasse 6b der Schule Luruper Hauptstraße den Gesundheitssong „Da ist noch mehr“ bei „Du und deiner Welt“ vorgestellt, einer der bedeutendsten Verbraucherausstellungen in Deutschland. Darüber hinaus werden die Songs über die eigene Website und YouTube bekannt gemacht. Das Video zum Lied „Da ist noch mehr“ wurde beim bundesweiten Ideenwettbewerb „Kinderrechte – Kinderkunst: Kinderarmut im Alltag erlebt“ des Deutschen Kinderhilfswerks eingereicht. Das Hamburger Projekt Superklasse zählte mit seinem Gesundheitssong gemeinsam mit neun anderen Projekten zu den Siegern. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Schule Luruper Hauptstraße durften anlässlich des „Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ auf dem 15. Bundestreffen engagierter Kinder und Jugendlicher in Berlin diesen Song der breiten Öffentlichkeit präsentieren. In dem Gesundheitssong „Da ist noch mehr“ verbinden die Kinder Gesundheit mit den Themen Zeit und Aufmerksamkeit. Sie wünschen sich mehr Geduld und Interesse. Dabei sollen insbesondere Lehrkräfte wie auch Eltern für ihre Bedürfnisse und auch Sorgen sensibilisiert werden:

Da ist noch mehr
Meine Freundin ruft mich an und fragt mich, ob ich kann. Ich frage sie, warum, das Telefon bleibt stumm. Als ich bei ihr bin, erklärt sie mir den Sinn. Ne Sechs hab ich bekommen, fühl mich wie ausgenommen. Als Mama es hört, schreit sie völlig gestört. Sie meckert wieder bloß, fragt nicht, was ist denn los? Dann lauf ich einfach weg, fühle mich wie Dreck. Und gehe in mein Zimmer, zum Weinen, so wie immer. Warum schreien mich alle an, warum hört denn niemand hin? Bin ich denn für euch Luft, weil ich ein Teenie bin? Es muss sich etwas ändern, ich mach das nicht mehr mit. Dass ihr niemals Zeit habt, das ist doch wirklich Shit.
Da ist noch mehr, das wirklich zählt. Ich meine das, was mir oft fehlt. Da ist noch mehr.
Hör mir zu, bist du bereit? Denn was ich brauch ist deine Zeit. Nur ein bisschen Zeit.
Schon wieder eine Sechs, mein Leben ist zerstört. Ist denn irgendjemand da, der mich gerade hört? Ich suche meinen Lehrer, doch er hat keine Zeit. Ich will doch nur was fragen, doch niemand ist bereit. Alle rennen weg und sind total im Stress. Keiner nimmt sich Zeit, ich hass das wie die Pest. Es dauert manchmal Tage, bis jemand mit mir spricht. Die meisten laufen weg, hörn mich einfach nicht. Kommt einfach wieder runter, die Zukunft seid nicht ihr! Nur ein wenig Liebe und ein bisschen Zeit. Das ist, was wir wollen, bist du dazu bereit?
Da ist noch mehr...

(Raptext: Klasse 6b der Schule Luruper Hauptstraße; Musik: Neil Anthony Quinton; gesungen von Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b)
Good Practice in
Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung

Kinder und Jugendliche aus Luruper Schulen setzen sich intensiv mit dem Thema „Was brauche ich für ein gesundes Leben?“ auseinander. Damit gewinnen sie einen ganz neuen Zugang zum Thema Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Schule. Diese Idee kann nur in Kooperation verwirklicht werden.

Träger des Projektes ist der in stadtteilbezogener Gesundheitsförderung erfahrene Verein BÖV 38 e.V. Gefördert wird das Projekt Superklasse von der Techniker Krankenkasse, von der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und dem Hamburger Wohnungsunternehmen SAGA-GWG. Die Techniker Krankenkasse unterstützt das Projekt und förderte die Pilotphase im Jahr 2009 als Präventionsangebot im Rahmen des TK-Verfügungsfonds „Gesundes Lurup“. 2011 ging es mit dem Projekt Superklasse weiter. Im Rahmen der Reihe „iFeel“ werden bis Ende 2012 von der Techniker Krankenkasse zehn Songs und fünf Videoclips im Rahmen des Präventionsbereichs „Gesunde Kommune“ finanziert. Die Sachkosten trägt die SAGA-GWG Stiftung Nachbarschaft, die quartiersbezogene soziale Projekte und Initiativen fördert.

Ausgangspunkt für die Planung und Koordination des Projektes ist die Geschäftsstelle für Gesundheitsförderung, die im Büro des Trägervereins, BÖV 38 e.V. Begegnung, Bewegung, Beteiligung in Lurup, im Stadtteilhaus Lurup eingerichtet wurde. Auf der Grundlage der gemeinsam festgelegten Handlungsfelder Ernährung, Bewegung, Suchtprävention und psychische Gesundheit sollen Projekte gemeinsam entwickelt und die Gesundheitsförderung im Stadtteil verstetigt werden. Vor diesem Hintergrund finden Akteure Projektberatung und -begleitung im Bereich Gesundheitsförderung sowie Unterstützung bei der Konzepterstellung und Finanzierung. Ein wesentlicher Bestandteil sind die hier stattfindenden moderierten „Runden Tische Gesundheit“, an denen alle Interessierten, zum Beispiel Mitglieder des Luruper Forums, Jugendeinrichtungen im Stadtteil, das Kinder- und Familienzentrum, der Bürgerverein, Sportvereine und Vereine im Bereich Kinder, Jugend und Familie, teilnehmen können. Ausdrücklich eingeladen sind auch alle Schulen im Stadtteil. Das Projekt Superklasse nutzt diesen Rahmen, um die Hamburger Schulen über das Projekt zu informieren und mit den Lehrerinnen und Lehrern in einen Austausch zu kommen.

Das Projekt selbst arbeitet im Verlauf der Umsetzung mit einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren im lokalen und fachlichen Umfeld zusammen, um die gesundheitsfördernden Aktivitäten bedarfsgerecht in die bestehende Angebotslandschaft der Schule einzufügen. Wesentlich für den Erfolg des Projektes ist die enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften. Ihre Motivation und Begeisterung ist Grundvoraussetzung, um die Schulklassen mit diesem Angebot zu erreichen. Die einzelnen Phasen in der Umsetzung des Projektes lassen sich dann sehr gut in den Schulalltag integrieren. Beispielsweise können im Deutschunterricht die Texte zu den Songs geschrieben werden. Das Fach Musik lässt sich für den Gesangsunterricht und die Stimmbildung nutzen. Im Sportunterricht können die Lieder tänzerisch eingeübt und im Kunstunterricht die Musik-CDs mit Booklet gestaltet werden. Damit betont „Superklasse“ die Notwendigkeit von gemeinsamen Schritten in Richtung einer gesundheitsfördernden Schule. Das Projekt selbst kann hierbei nur ein Baustein verschiedener Aktivitäten sein, um in der Schule gesunde Lebens-, Lern- und Arbeitsbedingungen für alle beteiligten Gruppen zu schaffen.

Neben den Lehrerinnen und Lehrern arbeitet das Team mit Professionellen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Bei den Musikarrangements stehen den Kindern mit der Gruppe „Baazzz“ erfahrene Gesangscoaches sowie ein professioneller Musikproduzent und Arrangeur zur Verfügung. Viel Erfahrung mit Kinder- und Jugendproduktionen hat auch der in das Projekt eingebundene Grafiker. Er gestaltet gemeinsam mit den Jungen und Mädchen die Musik-CDs und das Booklet. Mitarbeiter der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) begleiten das Projekt mit fachlichem Wissen zu den Gesundheitsthemen. Die schuleigene Öffentlichkeitsarbeit berichtet über die Projektaktivitäten. Die Fachabteilung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und die Behörde für Schule und Berufsbildung unterstützen diesen Prozess.

Wesentlich für den Erfolg ist auch die Beteiligung der Eltern und Stadtteilgremien. Sie unterstützen das Projekt, indem sie Auftritte mit dem Song organisieren, die Musik-CDs bei Anlässen wie etwa Kinder- und Familienfesten verteilen oder nach Möglichkeiten suchen, um die Videoclips im Stadtteil zu präsentieren. Über die Inhalte, Auftritte und Präsentationen des Projektes wird insbesondere in den lokalen Medien informiert.

Partizipation

In die Planung, Umsetzung und Präsentation des Projektes Superklasse sind die beteiligten Schulen und vor allem die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen aktiv einbezogen (vgl. Ziele und Zielgruppen). Kindern im Primarschulalter wird es ermöglicht, ihre eigenen Bedürfnisse zu formulieren und Wünsche, Ideen und Vorstellungen in die Planung und Umsetzung des Projektes einzubringen.

Alle Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schulklassen haben je nach Neigung und Interesse verschiedene Möglichkeiten, sich am Projekt zu beteiligen und in einem Medienproduktionsprozess mitzuarbeiten: Die Schülerinnen und Schüler setzen sich zunächst im Unterricht intensiv mit dem Thema Gesundheit auseinander. Unter Anleitung der Lehrkräfte werden inhaltlich die Themen Ernährung, Bewegung oder seelische Gesundheit gemeinsam besprochen und erarbeitet. Anschließend schreiben die Klassen ihre Liedtexte zum Thema. Dabei lernen sie, wie ein Songtext entsteht, was sie dabei hinsichtlich Silbenzahl, Singbarkeit der Wörter, rhythmischer Betonung, Ausdrucksweise, Synonymen und Wortwahl beachten müssen und wie ihre Musikstücke später programmiert und arrangiert werden (vgl. Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung). Die Kinder und Jugendlichen werden ausdrücklich dazu ermutigt, auch ihre eigenen Songs zu schreiben und einzubringen. Damit können sie in einem weitgehend von ihnen selbst gesteuerten Findungsprozess ihre eigenen Themen und Fragen entwickeln. Darüber hinaus wirken die Kinder und Jugendlichen aktiv beim Dreh des Musikvideoclips mit. Hier werden insbesondere diejenigen beteiligt, die Interesse am Schauspielern oder Tanzen haben. Weitere Kinder und Jugendliche werden bei der Entwicklung des Storyboards, beim Bau der Requisiten oder als Statisten eingebunden. Zudem können die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des Grafikers an der Gestaltung des Booklets der Musik-CD mitwirken. Hierfür wird gezeichnet und fotografiert. Außerdem haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Lied tänzerisch auszudrücken und den gemeinsamen Auftritt mit dem Song einzuüben. Dies kann unter Beteiligung von anderen Lehrerinnen und Lehrern der Schule – zum Beispiel Musiklehrerinnen und Musiklehrer oder auch Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer der Jugendmusikschule – oder in Eigenregie geschehen.

In dem Projekt Superklasse werden die Kinder und Jugendlichen eingeladen, selbst zum kreativen Produzenten oder zum Gesangs- und Performancekünstler zu werden, sich kritisch mit Musik-CDs, dem Fernsehen und dem Internet auseinanderzusetzen und selbst aufzutreten. Das Projekt Superklasse gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich in den Medien Musik, Grafik, Text, Tonstudio- und Videotechnik auszuprobieren. Damit wird auch der aktive Umgang mit neuen Medien gefördert.

Empowerment

Das Projekt Superklasse ist darauf angelegt, die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Kindern und Jugendlichen aufzubauen und zu stärken. Die Entwicklung eigener Medienprodukte fördert dabei ihre Kompetenzen. Die besondere Motivation und Begeisterung, die Kinder und Jugendliche bei ihrem kreativen Handeln entwickeln, wird mit dem Thema Gesundheit verknüpft. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Medium Musik, das einen besonderen Zugang zu den eigenen Gefühlen und Emotionen sowie denen der Zuhörenden bietet.

Im Rahmen des Projektes erlangen die Schülerinnen und Schüler Wissen zu Themen der Gesundheitsförderung. Sie entwickeln Motivation, sich damit auseinanderzusetzen und ein entsprechendes Verhalten auszuprobieren. Mit dem selbst entwickelten Medienprodukt können sie wiederum dieses Wissen und die erworbenen Einstellungen zum Thema an andere weitervermitteln. Auf diesem Weg entdecken sie ihre Talente und kommen miteinander, mit den Lehrkräften und den Eltern ins Gespräch. Die Kinder erfahren, dass sie Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen und dass sie durch eigene Entscheidungen ihrem Leben bereits eine Richtung geben können. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Ernährung, Bewegung und seelische Gesundheit lernen sie, kritisch mitzudenken und sich selbst zu reflektieren. Darüber hinaus erfahren die Kinder und Jugendlichen mehr über den Umgang mit Medienkommunikation und über professionelle Musik- und Videoproduktionen. Sie erlangen dabei zugleich Wertschätzung und Anerkennung und werden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt.


Gesammelte Erfahrungen (Lessons Learned)
Neben dem Erwerb individueller gesundheitsfördernder Kompetenzen und Verhaltensweisen brauchen Kinder und Jugendliche die stabilisierende Unterstützung durch gesundheitsfördernde Verhältnisse, damit eine Chance auf dauerhafte Verbesserungen der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit besteht. Die Schule ist Lebensraum für alle Kinder und Jugendlichen und daher für die Implementierung gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen als Institution besonders geeignet. Ob allerdings das Projekt Superklasse einen Beitrag zum Aufbau einer gesundheitsfördernden Schule leistet, kann abschließend nicht gesagt werden. Denn dafür ist eine Entwicklung notwendig, die die Gesundheit der Lehrkräfte, der Schülerinnen und Schüler und des nicht unterrichtenden Personals am Arbeits- und Lernplatz Schule fördert.

Das Projekt Superklasse hat in der Pilotphase 2009 gezeigt, dass Kinder jeder Altersklasse begeistert auf die Fragen „Was bedeutet Gesundheit?“ und „Was brauche ich, um gesund zu sein?“ ansprechen. Das Schreiben und Vortragen der Gesundheitssongs bringt Kindern und Jugendlichen Spaß und neue Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund sind auch über die Pilotphase hinaus Produktionen von Gesundheitssongs und Videoclips gemeinsam mit den Kinder und Jugendlichen in Planung. Hierfür konnten im Rahmen der Reihe „iFeel“ in 2011 neben Schulen in Lurup auch Schulen aus den Hamburger Stadtteilen Hohenhorst, dem Phoenixviertel und Dulsberg für das Projekt gewonnen werden. Künftig will die Techniker Krankenkasse zusammen mit dem Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg das Projekt noch auf weitere Schulen in der Stadt ausweiten.

Musik und deren Texte werden in unserer heutigen Zeit stark konsumiert und idealisiert. Diese Musik selbst zu machen, sich mit Texten auszudrücken und diese Gesundheitssongs selbst aufzuführen, sprechen Kinder und Jugendliche an und fordern sie heraus. Deshalb liegen die Chancen dieses Projektes auch wesentlich in der gemeinsamen Erarbeitung eines Anliegens, das sie mit dem Thema „Gesundheit und Wohlbefinden“ verbinden, und seiner Kommunikation. Mithilfe dieses Handlungsansatzes gelingt es den Schülerinnen und Schülern, Kompetenzen einzubringen und öffentlich zu zeigen, die ansonsten im Schulalltag häufig genug unsichtbar bleiben. Das Erleben dieser Fähigkeiten und die Wertschätzung dafür haben deutlich selbstwertsteigernde Folgen.

Das Projekt Superklasse erreicht mit seinem Angebot sowohl Jungen als auch Mädchen. Besonders beobachtete das Projektteam, dass Jungen im täglichen Leben weniger über ihre Gefühle sprechen können. Im Rahmen des Projektes, über den Weg der Musik, gelingt es ihnen jedoch leichter, sich zu öffnen und den Mut zu haben, über sich selbst hinauszuwachsen. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der Mädchen sich öffnen, ist für die Jungen eine Inspiration. Jungen und Mädchen haben unterschiedliche Vorstellungen darüber, was sie brauchen, um gesund zu sein. Durch das Projekt entsteht folglich auch ein Austausch über die unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter.

Zur Verstetigung der erfolgreichen Arbeit des Projektes wird es zukünftig auch darum gehen, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten weiter auszubauen und zu verbessern. Dafür wurde ein Brief entworfen, in dem die Lehrerinnen und Lehrer weiterführende Informationen zu den Zielen und zu dem Ablauf des Projektes erhalten. Der Brief soll deutlich machen, dass die Beteiligung an diesem Projekt nicht als zusätzliche Arbeit verstanden wird, sondern als eine andere Art des Unterrichtens. Das Gelingen des Projektes ist sehr von der Organisationsfähigkeit und der persönlichen Motivation der Lehrkräfte abhängig.
Literatur
Bastian, H. G. (2000). Musik(erziehung) und ihre Wirkung. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen. Mainz: Schott International.

Bastian, H. G. (2001). Kinder optimal fördern - mit Musik. Intelligenz, Sozialverhalten und gute Schulleistungen durch Musikerziehung. Mainz: Schott International.

Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. Es gibt doch mehr! Das Hamburger CD-Projekt Superklasse im Stadtteil Lurup. URL: http://www.hamburg.de/kindergesundheit/1489194/cd-projekt-super-klasse-2009.html (13.12.2011).

Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg (2010). Hamburger Projekt "Superklasse" nach Berlin eingeladen. Der Merkur, 03.06.2010. URL: http://www.dermerkur.de/artikel/hamburger_projekt_superklasse_nach_berlin_eingeladen/23700/466/7 (13.12.2011).

Breckner, I. et al. (2002). Endbericht der „Programmbegleitung vor Ort“ des Modellgebiets Hamburg – Altona – Lurup im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. Technische Universität Hamburg-Harburg, Arbeitsbereich 1-06, Stadt- und Regionalsoziologie. Auftraggeber: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu).

Erziehungswelten. Musik – wichtig für die Entwicklung der Kinder?. URL: http://www.erziehungswelten.de/2007-06/musik-wichtig-fuer-die-entwicklung-der-kinder.html (13.12.2011).

Gesundheitsziele.de (2010). Gesund aufwachsen (Aktualisierung 2010): Lebenskompetenz, Bewegung und Ernährung. URL: http://www.gesundheitsziele.de/cgi-bin/render.cgi?__cms_page=nationale_gz/gesund_aufwachsen (13.12.2011).

Lichtwark-Forum Lurup e.V.; Bezirksamt Altona (Hrsg). Lurup im Blick.
URL: http://www.unser-lurup.de/lib/pdf/%20LIBMaerz2010.pdf (13.12.2011).

Schmidt, I.: Zentrum für Musikpädagogik Freiburg. URL: http://www.jrs.org/de/zentrum-fuer-musikpaedagogik-freiburg/musik-im-kindergarten/ (13.12.2011).

Schule Langbargheide. Bleib fit und mach mit. URL: http://www.schule-langbargheide.de/html/ruckblick1.html (13.12.2011).

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Statistik informiert... Spezial. IV/2010. URL: http://www.statistik-nord.de/uploads/tx_standocuments/SI_SPEZIAL_IV_2010.pdf (13.12.2011).

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Statistisches Jahrbuch Hamburg 2010/2011. URL: http://www.hamburg.de/contentblob/1005676/data/statistisches-jahrbuch-hamburg.pdf (13.12.2011).

Techniker Krankenkasse. Hamburger Projekt „Superklasse“ geht nach Berlin. URL: http://www.tk-online.de/tk/landesvertretungen/hamburg/pressemitteilungen-2010/224176 (13.12.2011).
Werkstattstadt. Familienfreundliche Stadtteilentwicklung. Hamburg-Lurup „KiFaZ“. URL: http://www.werkstatt-stadt.de/de/projekte/116/ (13.12.2011).

Zaiser, D. (2005). Musik und Rhythmik in der Sprachförderung. Deutsches Jugendinstitut e.V. URL: www.dji.de/bibs/384_Expertise_Musik_Zaiser.pdf (13.12.2011).
Laufzeit des Angebotes

Beginn: April 2009

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Menschen in schwieriger sozialer Lage sind ein wichtiger Teil der Zielgruppe, auch wenn sich das Angebot in erster Linie an alle richtet.

  • Menschen in sozial schwieriger Lage: Schülerinnen und Schüler in inklusiven Klassenverbänden mit unterschiedlichem Hintergrund

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Lehrerinnen und Lehrer, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, therapeutische Fachkräfte, Eltern
Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner
Stadtteilschulen, Gymnasien, sonderpädagogischen Einrichtungen

http://www.whatsupmp.com

WHAT'S UP STUDIO
Schwerpunkte des Angebotes
  • Bewegungs- und Mobilitätsförderung
  • Psychische Gesundheit
  • Stärkung der individuellen Bewältigungsressourcen (z.B. Life skills, Resilienz)
  • Stärkung sozialer Kompetenzen
  • Soziale Teilhabe (Integration, Inklusion)

Qualitätsentwicklung
Was machen Sie, um die Qualität Ihres Angebotes weiterzuentwickeln?
Wir bemühen uns, die jeweilige Klasse und deren Strukturen gezielt einzubinden und Vielfalt zu nutzen.
Jeder im Team hat bestimmte Aufgaben, die sich jedoch auch an einigen Stellen überlappen, so dass die gesamte Organisation zielgerichtet verläuft.
Trotzdem stellen wir uns mit jeder Klasse auf neue Begebenheiten ein und begegnen immer wieder neuen Herausforderungen.
Die letzten Videoclips haben mittlerweile für uns einen Standard erreicht, den wir als Messlatte für die nächsten Clips nehmen. Das angestrebte Ziel wurde bisher immer erreicht, obschon die Umstände z.B. durch verspätete Rückmeldungen der Lehrkräfte oder nicht im Voraus angekündigte Terminüberschreitungen mitunter schwierig sind. Dies benötigt hohe Flexibilität und viel Aufwand unsererseits.
Der Erfolg von Projekt Superklasse ist abhängig von einer regen Kommunikation sowie ausreichender Unterstützung durch eine bis mehrere Lehrkräfte. Durch regelmäßige Reflexion unserer Herangehensweise überprüfen wir uns und unsere Kommunikation und sind so in der Lage, den jeweiligen Schulklassen mit ihren dazugehörigen Lehrkräften zu begegnen und sie einzuladen, neue Erfahrungen zu machen.
Welche Erfahrungen haben Sie bei der Qualitätsentwicklung Ihres Angebotes gemacht?
Welche Stolpersteine haben Sie festgestellt?
Da wir mit unterschiedlichen Kindern und Lehrkräften zusammenarbeiten, muss unsere Planung immer an den Vorgaben der Beteiligten gemessen werden.
So benötigen manchmal Klassen mehr Zeit, um zum Ergebnis zu kommen.
Grundsätzlich arbeiten wir nur mit Klassenlehrkräften, da diese die Kinder regelmäßig sehen und dementsprechend besser planen können. Abweichungen kommen zustande, wenn die jeweilige Schule unsere Vorgaben nicht einhält.
Mit jedem neuen Clip erreichen wir mehr Menschen. Kinder/Jugendliche erfahren sich auf besondere Art und Weise, es bleibt ein unvergessliches Ereignis und Erlebnis mit nachhaltiger Wirkung, das über die Möglichkeiten der eigenen Person hinaus wirkt. Das moderne Medium Video in Kombination mit Social Media und Musik als Form der Kommunikation unter Jugendlichen ist ein zeitgemäßes Instrument für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer heutigen Gesellschaft.
Wie dokumentieren Sie Ihre Arbeit? (z.B. Konzepte, Handreichung)
Ein Abschlussbericht erfolgt nach Beendigung einer Projektstaffel (durchschnittlich 6 Songs mit Videoclip). Des weiteren erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Abschlussfragebogen nach Projektende, in dem sie über ihre Erfahrungen berichten und eingeladen werden, uns Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.

Quelle der Veröffentlichung/URL: http://www.projektsuperklasse.de/Downloads.html

Es ist bereits ein Ergebnisbericht vorhanden.

Titel des Berichts bzw. Kurzbeschreibung: Was zählt um gesund aufzuwachsen

Quelle der Veröffentlichung/URL: http://www.projektsuperklasse.de/Downloads_files/DokuProjektSuperklasseOK.pdf

Das Vorgehen der Qualitätsentwicklung kann ganz unterschiedlich sein. Einiges haben Sie bereits genannt. Welches der folgenden Verfahren wenden Sie zusätzlich an?
Selbstevaluation
Erläuterung
In jeder neuen Schulklasse begegnen uns Schülerinnen und Schüler und auch Lehrkräfte mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Durch regelmäßige Teamtreffen zum Austausch unserer Wahrnehmung in der Begegnung der jeweiligen Klasse überprüfen wir unser Gelingen der Kommunikation.
Nur so ist es möglich, diese Songs mit Videoclip zu produzieren, denn die Hauptakteure sind die Schülerinnen und Schüler.

Die Qualitätsentwicklung und Ergebnissicherung sind nicht in ein Qualitätsmanagementsystem eingebunden.


Stand

17.09.2018

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

steg Hamburg mbh, Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft

Projektlaufzeit

Beginn: April 2009

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Annette Quinton
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg (Hamburg)

E-Mail

Website

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