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Kapitel 2 - Qualitätssicherung als systematischer Prozess

Die Systematisierung der Qualitätssicherung sollte sich am „Public Health Action Cycle“ ausrichten (Rosenbrock und Gerlinger 2006). Er wird so zu einem „Lernzyklus“, an dem das eigene Projekt wächst. Die Qualitätssicherung bezieht sich auf alle vier Phasen.

Die vier Phasen des Public Health Action Cycle:

Bedarfserhebung: Die gesundheitlichen Bedarfe im Setting werden erhoben - dies umfasst Gesundheitsressourcen ebenso wie Gesundheitsprobleme. Dabei sind „objektive“ Daten (die u.a. in Gesundheitsberichten belegt sind, wie z.B. Zahl der gesundheitlichen und sozialen Projekte, der allein Erziehenden oder Daten der Einschulungsuntersuchungen) ebenso relevant wie „subjektive“ Bedarfe, z.B. Bedürfnisse, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers benannt werden (siehe Heft 2 dieser Arbeitshilfen). Es wird eine präzise Problembeschreibung vorgenommen.

Planung: Es wird eine konkrete Strategie entwickelt, um das Problem anzugehen. Die Überlegungen für eine Problemlösung werden dazu aufgeschrieben und die Durchführung der Intervention - möglichst gemeinsam mit Kooperationspartnern und Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers - geplant.

Durchführung: Die aus der Bedarfserhebung und Planung resultierenden Strategien und Maßnahmen werden umgesetzt.

Evaluation/Überprüfung: Die Ergebnisse und Wirkungen der Strategien und Maßnahmen werden an Hand vorher fest gelegter Kriterien gemessen und bewertet. Werden neue wichtige Kriterien deutlich, sind diese zusätzlich einzubeziehen. Die Evaluation belegt die Wirksamkeit einer Maßnahme, zeigt aber auch, welche ergänzenden Maßnahmen sinnvoll sind und was sich weniger bewährt hat und entfallen kann. Auf Grundlage der Evaluationsergebnisse wird der Gesundheitsbedarf neu beschrieben, werden die zukünftigen Maßnahmen verändert angepasst - und der Action Cycle beginnt von vorne. (nach Ruckstuhl et al. 1997)

Beispiel: Selbstevaluation in einer Kindertagesstätte

„Das Team (stimmt) vor dem Start ab, in welchem der (…) Handlungsfelder begonnen wird und welches Leit- bzw. Teilziel in einem zuvor festgelegten Zeitraum verfolgt werden soll. Der Prozess der Selbstevaluation verläuft in vier Schritten. Es werden Maßnahmen (1) diskutiert und von den Erzieherinnen einzeln oder in einer kleinen Gruppe verantwortlich übernommen. Ein Teammitglied (Es muss nicht die Kita-Leitung sein!) bietet bei Bedarf Hilfe an. In Abstimmung mit der Maßnahmenplanung wird geklärt, anhand welcher Faktoren und Bedingungen ein Erfolg gemessen werden könnte. Dazu werden Evaluationsfragen (2) formuliert und Indikatoren (3) benannt, die im KitaAlltag verankert und einfach zu erheben sind. Im Anschluss wird eine Erhebungsfrage (4) formuliert, die sich auf die vorhergegangenen Schritte bezieht. Die Ergebnisse werden abschließend im Team vorgestellt. Alle Entscheidungen werden schriftlich festgehalten. (…)

Die Ergebnispräsentation findet während einer Teamsitzung statt. So gibt es immer wieder FeedbackSchleifen und das Thema Gesundheitsförderung bleibt für alle präsent. Denselben Zweck erfüllt auch die Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Selbstevaluation. Es kommt zu einer Sensibilisierung in der Wahrnehmung durch die Formulierung von Evaluations- und Erhebungsfragen bzw. Indikatoren. Erfahrungsgemäß können auch Teile von routinemäßigen Dokumentationen genutzt werden, wie Daten aus Erhebungs- und Beobachtungsbögen, Protokolle, Jahresberichte, Statistiken oder Zeitungsartikel. In den Modellkitas wurden auch Daten über kreative Verfahren wie Info- und Fotowände verwendet oder Kinder- und Elternbefragungen z.B. zur Akzeptanz von gesundem Frühstück durchgeführt.“

Richter 2008, S. 10 f.

Qualität umfasst verschiedene Ebenen

Ein im Sozial- und Gesundheitsbereich weit verbreiteter Ansatz, den Qualitätsbegriff zu beschreiben und damit für ein Qualitätsmanagement fassbar zu machen, sind die Qualitätsdimensionen nach Donabedian. Er unterscheidet die drei Dimensionen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Neuere Ansätze ergänzen noch die Dimension der Assessmentqualität.

Assessmentqualität umfasst die Klärung des Bedarfs, d.h. der objektiven Problemlagen und die subjektiven Bedürfnisse der Zielgruppe. Dies beinhaltet:

  • die Notwendigkeit und Relevanz der geplanten Interventionen in einem spezifischen Handlungsfeld in Bezug auf die Zielgruppe,
  • die theoretische Grundlage bzw. die Darlegung, inwieweit sich hieraus Strategien und Annahmen ableiten lassen,
  • die Erfahrungswerte anderer Projekte im relevanten Handlungsfeld sowie
  • die rechtlichen, kulturellen und politischen Rahmenbedingungen.

Strukturqualität bezieht sich auf die Ausstattung und Organisation eines Angebotes. Hierzu zählen Angaben zu der Trägerschaft, Projektorganisation, Kooperation und Kommunikationsstruktur (nach innen und nach außen). Beispiele: Die Zahl und Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, räumliche und finanzielle Ressourcen, zeitliche Gestaltung des Angebotes, Kooperationspartner, Organisation der Projektkommunikation (z.B. Teamsitzungen).

Prozessqualität umfasst alle Aktivitäten, die zur Erreichung der zuvor formulierten Ziele durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise: die Projektplanung, Rückmeldeschleifen, Qualitätsziele, Dokumentation, Wohlbefinden aller im Projekt involvierten Personen und der Umgang mit Konflikten.

Ergebnisqualität bezieht sich auf alle messbaren Ergebnisse des Angebotes. Sie kann unterschieden werden nach:

  • unmittelbaren Ergebnissen, z.B. Anzahl erstellter Materialien oder Anzahl durchgeführter Veranstaltungen („Output“),
  • vermittelten Ergebnissen, z.B. verbesserter Infomationsstand der Teilnehmenden an den Veranstaltungen („Outcome“) und
  • Ergebnissen, die unmittelbar die Wirkung des Angebotes belegen, z.B. Verringerung des Auftretens bestimmter Erkrankungen („Impact“).

„REFUGIO“, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge in Thüringen, Jena


Als Reaktion auf die Therapie- und Behandlungsbedürftigkeit von Flüchtlingen, die unter psychischen Störungen leiden und posttraumatische Belastungsreaktionen entwickelt haben, wurde in Thüringen vom Verein „refugio thüringen e.V.“ ein Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge aufgebaut. Das Zentrum wurde 2007 mit dem BKK-Preis für vorbildliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet.

Das Team unterscheidet bei der Qualitätssicherung die Struktur-, Prozess- und Ergebnisebene.

Bei den wöchentlichen Teamsitzungen werden Probleme unterschieden nach strukturellen (Organisationsablauf) und prozessualen (inhaltlichen) Aspekten. Diese werden besprochen und schriftlich niedergelegt. Organisationsabläufe werden über ein Ablaufdiagramm dargestellt. Die Ergebnisse der problemzentrierten Diskussionen werden in Protokollen festgehalten. Klausurtagungen und Mitgliederversammlungen werden zur Reflexion genutzt. Mehrmals im Jahr wird eine externe Team-Supervision durchgeführt. Einmal jährlich (Jahresbericht) wird über Leitfadeninterviews u.a. die Zufriedenheit der Zielgruppe ermittelt.

Weitere Informationen zu diesem Projekt in der Datenbank
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/psychosoz-fluechtlingstzentrum


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