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Kapitel 4 - Qualitätskriterien der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten

Was zeichnet nun eigentlich gute Projekte der Gesundheitsförderung aus?
Einen Hinweis darauf geben die Qualitätskriterien, die auf den nächsten Seiten vorgestellt werden. Sie sind eine Richtschnur, um Stärken, aber auch Entwicklungspotenziale eines Projekts zu benennen.

Im Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ wurden mit Unterstützung des beratenden Arbeitskreises der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Kriterien guter Praxis der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten entwickelt. Bei der Entwicklung der Kriterien wurden neben dem nationalen und internationalen Forschungsstand auch Kriterien aus anderen Bereichen berücksichtigt und diskutiert, darunter z.B. die Good-PracticeKriterien des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt.

Insbesondere drei Aspekte wurden bei der Entwicklung berücksichtigt:

  • Die Kriterien richten sich am inhaltlichen Ziel des Projektes aus: Die Verminderung der gesundheitlichen Ungleichheit wird ausdrücklich angestrebt.
  • Die Kriterien spiegeln das umfassende Konzept von Gesundheitsförderung der WHO wider, das bei der Stärkung von Gesundheitsressourcen und -potenzialen der Menschen auf allen Ebenen ansetzt.
  • Schließlich berücksichtigen die Kriterien auch das wachsende Interesse von Zuwendungsgebern, Fachöffentlichkeit und Zielgruppen an der Qualität von Projekten und der Legitimität der Verwendung öffentlicher Mittel und Spenden.

Die nun vereinbarten Kriterien sollen Praktikerinnen und Praktikern bei der Qualitätsentwicklung in ihren Maßnahmen und Projekten der Gesundheitsförderung eine Orientierungshilfe geben. Zur Veranschaulichung wurden Beispiele guter Praxis ermittelt. Sie zeigen, wie die einzelnen Kriterien in der Praxis angewendet werden. Alle Beispiele guter Praxis können in der Datenbank www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/praxisdatenbank aufgerufen werden.

„Nachhaltige Verbesserungen der Gesundheit erwarten die Krankenkassen insbesondere von solchen Projekten, die in kommunale Gesamtstrategien wie die Gesunde Städte- oder Soziale Stadt-Bewegung eingebettet sind, mit denen Kommunen ihre Verantwortung und ihren Gestaltungswillen für gesündere und sozial ausgleichende Lebensbedingungen in der Stadt / in Stadtteilen auch durch Einbringung von kommunalen bzw. anderweitig beschafften Drittmitteln (z. B. aus dem BundLänder-Programm Soziale Stadt) dokumentieren“.

(Leitfaden der GKV-Spitzenverbände 2010, S. 34)

Die Fragen zu den einzelnen Kriterien helfen, die Stärken und Schwächen eines Projekts zu identifizieren und zu dokumentieren. Außerdem soll so der Austausch, projektintern oder mit Partnern, über Entwicklungspotenziale einzelner Maßnahmen und Ansätze erleichtert werden.

„Die Rückmeldungen von den Projekten zeigen, dass der Durchlauf des Good Practice-Auswahlverfahrens ihnen eine unheimlich gute Struktur gegeben hat, um sich dann z.B. bei Anträgen oder „Gesunder Stadtteil“ zu bewerben.“

Petra Hofrichter, Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg

1. Gesundheitsbezug

Es liegt eine Konzeption vor,

  • aus der ein klarer Zusammenhang zu Gesundheitsförderung und/oder Prävention hervorgeht sowie eine hierauf basierende Zielformulierung,
  • in der die Verminderung der gesundheitlichen Ungleichheit explizit und systematisch angestrebt wird.

2. Klarer Zielgruppenbezug

Die Zielgruppe der sozial Benachteiligten ist präzise eingegrenzt und gehört zu einer oder mehreren sozialen Gruppen oder Lebenslagen. Es ist zu prüfen, inwieweit diese Zielgruppe auch tatsächlich erreicht wird.

Kriterien für :
Gesundheits- und Zielgruppenbezug

Checkliste: Gesundheits- und Zielgruppenbezug

  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den Aktivitäten Ihres Projektes und der gesundheitlichen Situation Ihrer Zielgruppen?
  • Ist die Verminderung gesundheitlicher Ungleichheit Bestandteil des Projektkonzeptes? Wenn nein: Lässt sich dieser Bestandteil z.B. über die konkreten Arbeitsinhalte herstellen?
  • Welche Zielgruppenschwerpunkte setzt das Projekt?
  • Welche sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen werden durch das Projekt angesprochen und wie hoch schätzen Sie den Anteil dieser Gruppe an Ihrer erreichten Zielgruppe?
  • Gibt es Daten oder sonstige Belege, anhand derer die Erreichung sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen für Außenstehende nachvollziehbar gemacht werden können? Wenn ja, bitte nennen Sie diese.
  • Berücksichtigt das Projekt die besonderen Bedarfe und Interessen von Männern und/oder Frauen bzw. Mädchen und/oder Jungen? Wenn ja, inwiefern?
  • Berücksichtigt das Projekt die besonderen Bedarfe und Interessen von Personengruppen mit Migrationshintergrund? Wenn ja, inwiefern?

Kriterien für :
Innovation und Nachhaltigkeit

Das Angebot wendet erfolgreich innovative Methoden an und/oder entfaltet nachhaltige Wirkungen bei der Zielgruppe und in deren Lebenswelt. Die kontinuierliche, das heißt nachhaltige Fortführung erfolgreicher Angebotskomponenten wird angestrebt.

Zum Beispiel:
Fördergelder für „Gesund Kurs halten in Lurup“ (Hamburg) aus verschiedenen Quellen (u.a. BKK Bundesverband, BKK Landesverband Nord, Techniker Krankenkasse, Wohnungsunternehmen SAGA-GWG) wurden gezielt gebündelt, um sie flexibel je nach aktuellen Bedarfslagen einsetzen zu können. Themen der Gesundheitsförderung konnten in diesem Quartier mit Hilfe von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie des Stadtteilforums, der Stadtteilzeitung und des Stadtteilhauses fest etabliert werden.

Checkliste: Innovation und Nachhaltigkeit

  • Was kennzeichnet das Projekt als innovativ bei der Problemlösung?
  • Warum wurde bei der Lösung des Problems nicht auf übliche Vorgehensweisen zurückgegriffen?
  • Wie wurde die Innovation entwickelt?
  • Anhand welcher Merkmale lässt sich beurteilen, ob die Innovation sich bewährt?
  • Bietet sich diese Innovation möglicherweise auch zur Übertragung auf andere Handlungsfelder an? Wenn ja, warum?
  • Ist die Finanzierung des Projektes gesichert? Wenn ja, bis wann und auf welche Weise?
  • Erzeugt das Projekt Strukturen, die unabhängig vom Projekt bestehen?
  • Ist abzusehen, dass diese Strukturen und Wirkungen über die Dauer des Projektes hinaus bestehen?
  • Erzeugt das Projekt langfristige, der Gesundheit förderliche Veränderungen des Verhaltens bei der Zielgruppe?
  • Wird versucht, die langfristigen Wirkungen des Projektes auf Verhalten und/oder Verhältnisse abzuschätzen? Wenn ja, zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?

Kriterien für :
Multiplikatorenkonzept

Das Angebot bindet systematisch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Arbeit ein und qualifiziert sie gegebenenfalls.

Zum Beispiel:
„Mo.Ki - Monheim für Kinder“ (Monheim am Rhein) ist ein kommunales Vernetzungsprojekt mit dem Ziel, negative Auswirkungen von familiärer Armut auf die Lebenslage und die Entwicklungschancen von Kindern zu vermeiden. Es besteht aus vielen Teilbausteinen, z.B. „Rucksack“ zur Sprachund „Lott Jonn“ zur Bewegungsförderung. Jedes Einzelprojekt beruht auf dem Einsatz von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Fachkräfte und Eltern). Ihnen stehen - teilweise gemeinsam erarbeitete - Handlungsanleitungen zur Verfügung, sie werden von der Regiestelle unterstützt, motiviert und beraten und nach Möglichkeit entlohnt.

Checkliste: Multiplikatorenkonzept

  • Arbeitet das Projekt gezielt mit externen Personen, Gruppen und/oder Institutionen in professionellen Zusammenhängen zusammen, um seine Reichweite zu erhöhen? Wenn ja, welche sind das?
  • Versucht das Projekt seine erwünschte Wirkung zu entfalten, indem ausgewählte Personen aus den Zielgruppen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an die Zielgruppen weitergeben? Wenn ja, wie werden diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgewählt?
  • Wird im Rahmen des Projektes eine Motivation, Begleitung und Qualifizierung dieser Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durchgeführt? Wenn ja, auf welche Art?
  • Gelingt es mit Hilfe des Multiplikatorenkonzeptes, die erwünschten Wirkungen alltags- und zielgruppennah in den Lebenswelten der Zielgruppen zu erzeugen? Wenn ja, auf welche Weise?
  • Gibt es ein Manual/Handbuch für die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren?

Kriterien für :
Niedrigschwellige Arbeitsweise

Zugangshürden für die Nutzung des Angebotes werden vermieden, z.B. durch aufsuchende, begleitende und/oder nachgehende Arbeit und kostenlose Angebote.

Zum Beispiel:
Der Diakonie- und Gesundheitsladen Nordstadt (Hannover) bietet über offene Angebote wie z.B. das wöchentliche offene Frühstück, Dusch- und Waschmöglichkeiten, eine Infobörse über kostenlose Tauschangebote, einen Schaufensterflohmarkt und eine Kleiderkammer einen einfachen Einstieg in das breite Beratungs- und Hilfsangebot.

Checkliste: Niedrigschwellige Arbeitsweise

  • Wie wird der Kontakt zu den Zielgruppen hergestellt?
  • Praktiziert das Projekt eine aufsuchende Arbeitsweise?
  • Zeichnet sich das Projekt durch eine für die Zielgruppen zeitlich und räumlich offene Struktur aus?
  • Inwiefern berücksichtigt das Projekt kulturelle und Migrationshintergründe bei seinen Nutzerinnen und Nutzern?
  • Inwiefern berücksichtigt das Projekt sprachliche Schwierigkeiten im Umgang mit den Zielgruppen?
  • Werden das jeweilige Geschlecht und Alter der Nutzerinnen und Nutzer des Angebotes berücksichtigt? Wenn ja, inwiefern?
  • Wie werden Kosten und Wartezeiten für die Zielgruppen möglichst gering gehalten?
  • Ist der Zugang zum Angebot ohne oder mit geringen Anmeldeformalitäten möglich?
  • Wird die Diskretion gewahrt? Kann den Nutzerinnen und Nutzern gegebenenfalls zugesichert werden, dass sie das Angebot anonym in Anspruch nehmen können?

Kriterien für :
Beteiligung der Zielgruppe - Partizipation

Die Zielgruppe wird systematisch in Bedarfsermittlung, Planung, Umsetzung und / oder Bewertung des Angebotes einbezogen.

Zum Beispiel:
Der Frauengesundheitstreff Tenever (Bremen) bezieht Nutzerinnen auf allen Ebenen in die Gestaltung der Arbeit ein. Hierzu gehören Programmentwicklung und - gestaltung, Selbstorganisation von Angeboten, Mitarbeit bei der Vereinsarbeit, konzeptionelle Weiterentwicklung und die Qualitätsentwicklung. Beispielsweise werden die Frauen gebeten, auf Karteikarten ihre Bedürfnisse zu formulieren. Die Karten werden dann zum Ausgangspunkt der Besprechungen auf dem gemeinsamen Programmplenum. Angestrebt wird auch die Beteiligung an der Entwicklung des Stadtteils und an Frauengesundheitsthemen der Stadt Bremen.

Checkliste: Partizipation

  • Wurde das Projekt selber von Betroffenen initiiert?
  • Wurden die Zielgruppen schon in der Planungsphase des Projektes aktiv in die Projektgestaltung miteinbezogen?
  • Wie wird die Zielgruppe aktiv in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einbezogen?
  • Erhalten die Zielgruppen über die Teilhabe an Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen hinaus langfristig eigene Mitbestimmungsmöglichkeiten?
  • Benutzt das Projekt zur Förderung von Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen bei den Zielgruppen spezielle Methoden? Wenn ja, welche?
  • Erfolgt(e) eine systematische Bewertung des Angebotes durch die Zielgruppen? Wenn ja, auf welche Weise?
  • Wie beurteilen Sie das Gelingen partizipativer Prozesse bei den Zielgruppen?

Kriterien für :
Befähigung der Zielgruppe - Empowerment

Die Zielgruppe wird zu einer eigenständigen und selbstbestimmten Lebensweise befähigt, es wird auf ihren Stärken und Ressourcen aufgebaut.

Zum Beispiel:
In den Veranstaltungen „Gesundheitsförderung für MigrantInnen“ (Bonn) erwerben die Frauen nicht nur die erforderlichen Kenntnisse zur sexuellen Gesundheit, sondern werden darüber hinaus auch ermutigt, ihre Belange eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten. Dies geschieht in hohem Maße interaktiv anhand von Arbeitsblättern, Diskussionen und der Verknüpfung zu bereits erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten. Dabei sind die multikulturellen Gruppen von großem Vorteil, da sie den Austausch aus verschiedenen Perspektiven ermöglichen.

Checkliste: Empowerment

  • Wie versucht das Projekt die Zielgruppen zu befähigen, ihre Belange eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten?
  • Werden durch das Projekt bei den Zielgruppen Formen der Selbstorganisation angestrebt? Welche sind das?
  • Zielt das Projekt mit seinen Interventionen eher auf kollektive Prozesse als auf individuelle Verhaltensänderungen ab?
  • Werden den Zielgruppen des Projektes zur Erhöhung ihrer Handlungsfähigkeit instrumentelle Hilfen (Finanzen, Räume, etc.) zur Verfügung gestellt? Wenn ja, welche?
  • Gibt es konkrete Hinweise auf das Gelingen des Empowermentprozesses? Wenn ja, welche?

Kriterien für :
Gestaltung der Lebenswelt (Setting-Ansatz)

Das Angebot ist sowohl auf die Beeinflussung von gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen als auch auf die Gestaltung der Lebensbedingungen ausgerichtet.

Zum Beispiel:
Mit dem „Präventionsprogramm Lenzgesund“ (Hamburg) konnten durch die Bildung neuer und Vernetzung vorhandener Strukturen im Sozialraum Möglichkeiten geschaffen werden, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen zu verbessern, ein umfassendes Gesundheitsverständnis zu entwickeln und dies langfristig zu festigen. Dazu dienen insbesondere eine Familienhebamme, die auch aufsuchend arbeitet, und ein Bürgerhaus mit verschiedenen zielgruppenspezifischen und niedrigschwelligen Angeboten.

Checkliste: Lebenswelt-Ansatz

  • Richten sich die Interventionen des Projektes auf die Verhältnisse, in denen die Zielgruppen wohnen, spielen, lernen, arbeiten und lieben?
  • Versucht das Projekt, die Gesundheit der Zielgruppen über die Gestaltung der Lebenswelten (Familie, Schule, Kindertagesstätten, Betrieb, Stadtteil) zu beeinflussen?
  • Mit welchem Vorgehen gelingt das dem Projekt?
  • Wie versucht das Projekt, existierende Kommunikationsstrukturen, Entscheidungsprozesse und Regeln innerhalb der Zielgruppen zu nutzen und zu beeinflussen?
  • Benutzt das Projekt zur Realisierung seiner Ziele Methoden der Organisationsentwicklung (z.B. aktivierende Befragungen oder Arbeitsgruppen)? Wenn ja, welche sind das?

Kriterien für : Vernetzung

Es findet eine Ressourcenbündelung und fachübergreifende kommunale Zusammenarbeit statt, die einem Integrierten Handlungskonzept entsprechen. Die Umsetzung des Konzepts erfolgt gemeinsam mit den anderen Akteurinnen und Akteuren im lokalen Umfeld, das heißt, es erfolgt eine Abstimmung und Vernetzung im Sozialraum.

Zum Beispiel:
Das Marburger Gesundheitsnetzwerk für Kinder „mittendrin“ schafft Aktivierung der Kinder und Eltern durch 22 Einrichtungen in den Stadtteilen, Unterstützung durch 27 Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft und Institutionen sowie Transparenz durch interdisziplinäre, überregionale Gremien und Ausschüsse.

Checkliste: Vernetzung

  • Hat das Projekt Kooperationspartner im Gesundheitsbereich und darüber hinaus? Wenn ja, mit wem, von welcher Art und Intensität sind diese Beziehungen?
  • Werden die Interventionen und Ziele des Projektes im Rahmen dieser Beziehungen abgestimmt und optimiert? Wenn ja, wie?
  • Tragen diese Beziehungen zur Erhöhung der Effizienz und Reichweite des Projektes bei? Wenn ja, woran ist dies erkennbar?
  • Welches sind Vor- und Nachteile dieser Beziehungen?
  • Inwiefern wurde das Projekt schon bei der Planung mit den Kooperationspartnern aus Politik, Verwaltung und Praxis abgestimmt?

Kriterien für :
Qualitätsentwicklung

Das Angebot beinhaltet ein Qualitätsmanagement bzw. Qualitätsentwicklung im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, das heißt, Qualität wird nicht als einmal geschaffener Wert betrachtet, sondern sie wird in allen Bereichen immer wieder überprüft, verbessert und entwickelt.

Zum Beispiel:
„Früh übt sich. MINIFIT. Von klein auf gesund.“ (Ludwigsburg): Erzieherinnen und Erziehern in 65 Kindertageseinrichtungen stehen Infomappen zu den Themenfeldern Bewegungsförderung, gesunde Ernährung, Elterninformation, Verkehrserziehung, und Gesundheitsförderung der Erzieherinnen bzw. Erzieher zur Verfügung. Diese beinhalten Checklisten zur Selbstreflexion. Außerdem werden Feedback-Bögen genutzt. Die Inanspruchnahme von MINIFIT wird ausführlich dokumentiert. Halbjährlich bespricht eine Arbeitsgruppe die „lernende Konzeption“. Ein Beirat kontrolliert die Qualitätsentwicklung.

Checkliste: Qualitätsentwicklung

  • Welche Methoden zur Sicherung und Entwicklung von Qualität kommen zur Anwendung?
  • Erfolgt die Sicherung von Qualität projektintern oder durch externe Auftragsvergabe?
  • Ist eine Zertifizierung erfolgt? Wird eine Zertifizierung angestrebt?
  • Haben die Ergebnisse unmittelbare Auswirkungen auf Struktur, Prozesse und Ergebnisse der Projektpraxis? Wenn ja, in welcher Form?
  • Erfolgt die Sicherung/Entwicklung von Qualität sporadisch oder kontinuierlich?
  • Gibt es „Indikatoren“, die zur Beurteilung der Projektqualität herangezogen werden? Wenn ja, welche sind das?
  • Ist eine Person benannt, die die Aufsicht über die Qualitätssicherung und -entwicklung in der Einrichtung führt? Wenn ja, welche Position besetzt diese Person?

Kriterien für :
Dokumentation / Evaluation

Das Angebot nutzt Konzepte und Instrumente zur Dokumentation und / oder Evaluation der eigenen Arbeit.

Zum Beispiel:
Das Projekt „Fitness für Kids - Frühprävention im Kindergarten- und Grundschulalter“ (Berlin) wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung evaluiert. Das methodische Vorgehen beinhaltete eine Messung verschiedener gesundheitsbezogener Parameter vor und während der Intervention sowie die Messung motorischer Fertigkeiten. Um natürliche Entwicklungsprozesse bei den Kindern zu berücksichtigen, wurde eine Kontrollgruppe gebildet.

Checkliste: Dokumentation und Evaluation

  • Gibt es eine Dokumentation der Struktur, der Prozesse, der Ergebnisse des Projektes?
  • Wird oder wurde das Projekt evaluiert?
  • Erfolgt(e) die Evaluation projektintern oder durch externe Auftragsvergabe?
  • Welche Methoden gelang(t)en bei der Evaluation zur Anwendung?
  • Zu welchen Ergebnissen gelangt(e) die Evaluation? Haben/Hatten die Ergebnisse unmittelbare Auswirkungen auf Struktur, Prozesse und Ergebnisse der Projektpraxis? Wenn ja, welche?

Kriterien für :
Kosten-Nutzen-Verhältnis

Die Kosten des Angebotes stehen in einem angemessenen Verhältnis zum erzielten Nutzen.

Zum Beispiel:
Organisationen und Institutionen unterstützen das „Eutiner Babynetz“ durch Sachleistungen und personellen Einsatz. Die Finanzierung von Teilprojekten (zum Beispiel Wegweiser und Checkliste) erfolgt über geringe Spenden. Der Vorteil für die beteiligten Partnerinnen und Partner (Behörden, Beratungseinrichtungen, eine Klinik, Arztpraxen, Hebammen, heilpädagogische Praxen, eine Familienbildungsstätte, der Migrationsfachdienst, das Mutter-Kind-Haus, Träger von Qualifizierungsmaßnahmen, der Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV), der Deutsche Kinderschutzbund) ist neben der Verbesserung der Leistungen für die Zielgruppe auch in einer kostengünstigen Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den regelmäßigen Fachaustausch zu sehen.

Checkliste: Kosten-Nutzen-Verhältnis

  • Gibt es Kennzahlen und Indikatoren, die Wirksamkeit und Effizienz der Intervention belegen können? Wenn ja, welche sind das?
  • Zu welcher Einschätzung gelangen Sie hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Relation des Projektes?

Tipps zum Weiterlesen

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