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Kapitel 4 - Finanzierung

3D-Würfel

Die Finanzierung von Gesundheitsförderung im Stadtteil kann aus unterschiedlichsten Förderprogrammen erfolgen. Leider ist oft nur schwer zu durchschauen, welche Fördermöglichkeiten bestehen. Nachfolgend werden ausgewählte Programme und mögliche Partner vorgestellt. Auch in Zukunft gilt es, mehr Transparenz herzustellen und die Bündelung der Ressourcen gezielt zu unterstützen.

Das Handlungsfeld ,Gesundheit‘ ist im Laufe der Programmumsetzung erst allmählich in den Fokus getreten. Mittlerweile hat es in der Sozialen Stadt aber ohne Zweifel an Fahrt gewonnen. So nahm die Bauministerkonferenz der Länder im Jahr 2005 Gesundheitsförderung als ein wichtiges Thema für die Quartiersentwicklung in ihren ,Leitfaden zur Ausgestaltung der Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt‘ auf.“

Statusbericht 2008
zum Programm Soziale Stadt, S. 56

Bund-Länder-Programm Soziale Stadt

Das 1999 ins Leben gerufene Bund-Länder-Pro­gramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt“ - seit 2012 zum Pro­gramm „Soziale Stadt - Investitionen im Quar­tier“ weiterentwickelt - dient der För­de­rung von be­nach­tei­lig­ten Stadtteilen. Ziel ist die Verbesserung der Wohn- und Le­bens­be­din­gung­en in den Quar­tieren so­wie der sozialen La­ge und Lebenschancen seiner Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner. Das Pro­gramm verfolgt da­bei einen integrierten An­satz: Maß­nah­men des Städtebaus wer­den ge­zielt mit Maß­nah­men u.a. der Bildungs- und Beschäftigungspolitik, der Familien-, Kinder- und Jugendpolitik, der In­te­gra­ti­on und der Ge­sund­heit vor Ort gebündelt. Dafür wird von der Kom­mu­ne ein integriertes Entwicklungskonzept für das Quar­tier entwickelt, das die ressortübergreifende Zu­sam­men­ar­beit und die Bündelung von Res­sour­cen (so­wohl investiven, als auch nicht investiven Mitteln) vorsieht. Wesentliche Kenn­zei­chen des Pro­gramms sind die Be­glei­tung durch ein aktives Quar­tiersmanagement so­wie die Beteiligung der lokalen Part­ner und der Be­woh­ner­schaft vor Ort.

Bis 2012 nahmen 607 Gebiete in 376 Gemeinden am Programm teil. Grund­la­ge für das Pro­gramm ist die jähr­lich zwi­schen Bund und Ländern abzuschließende Verwaltungsvereinbarung zur Städtebauförderung. Dabei finanziert der Bund ein Drittel des Gesamtprogramms. Länder und Kom­mu­nen tra­gen zu­sam­men zwei Drittel.

Was kann gefördert werden?

Für das Pro­gramm Soziale Stadt gilt grund­sätz­lich: Gefördert wer­den Investitionen zur Stadterneuerung in den von den Kom­mu­nen festgelegten Pro­grammgebieten (Fördergebietsbezug). Förderfähig sind baulich-investive Maß­nah­men, un­ter anderem zur Verbesserung der Wohnverhältnisse, des Wohnumfeldes und des öffentlichen Raums, zur Verbesserung der sozialen In­fra­struk­tur (z.B. Gemeinschaftseinrichtungen, (Stadtteil-)schu­len oder auch Gesundheitshäuser) so­wie zur Verbesserung der In­te­gra­ti­on von be­nach­tei­lig­ten Grup­pen und von Migrantinnen und Migranten, aber auch das vor Ort tätige Quartiersmanagement und Maß­nah­men zur Aktivierung und Beteiligung der Be­woh­ner­schaft.Von 2006 bis 2010  bestand in den Gebieten der Sozialen Stadt da­rü­ber hinaus die Mög­lich­keit, flankierend zu den Investitionen auch sozial-integrative Projekte als Modellvorhaben zu för­dern, bei­spiels­wei­se in den Bereichen Bil­dung, Ju­gend, In­te­gra­ti­on, Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung. Hierdurch sollte die Bündelung mit anderen Politikfeldern vor Ort unterstützt wer­den. Dabei wurden vorrangig Vorhaben berücksichtigt, bei de­nen tragfähige Partnerschaften mit Institutionen und Akteuren im Quar­tier ge­bil­det wurden.

Wie erfolgen die Programmumsetzung und die Auswahl von Projekten?

Die Pro­grammausgestaltung und -umsetzung ist Auf­ga­be der Länder und Ge­mein­den. Der Bund setzt den allgemei­nen gesetzlichen und inhaltlichen Rahmen und beteiligt sich mit Finanzhilfen nach Art. 104b Grund­ge­setz an der Fi­nan­zie­rung, entscheidet aber nicht über die konkreten Fördermaßnahmen vor Ort. Ist ein Ge­biet als Fördergebiet in das Pro­gramm Soziale Stadt aufgenommen, kann die Kom­mu­ne jähr­lich Fördermittel für die Gesamtmaßnahme be­an­tra­gen und diese Fördermittel für Projekte und Vorhaben im Ge­biet ein­set­zen (ei­ne Lis­te aller Fördergebiete und An­sprech­part­ner in den Kom­mu­nen steht un­ter www.staedtebaufoerderung.info zur Verfügung). Anträge für Einzelprojekte kön­nen so­mit an die Kom­mu­ne gerichtet wer­den. Ein­zel­heit­en sind in den jeweiligen Förderrichtlinien der Bundesländer ge­re­gelt.

Förderung im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen

Mit dem Start der Bundesinitiative Frü­he Hilfen am 1. Ja­nu­ar 2012 kön­nen Maß­nah­men, die als Re-gelangebot ausgebaut wer­den und die nicht schon zu­vor be­stan­den haben, gefördert wer­den. Förderfähig sind der Aus- und Auf­bau so­wie die Wei­ter­ent­wick­lung von Netzwerken im Rahmen der Frü­hen Hilfen, der Ein­satz und die Qualifizierung von Familienhebammen und an­de­re vergleichbare Berufsgruppen so­wie der Ein­satz und die Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Darüber hinaus besteht Förderfähigkeit für erfolgreiche modellhafte Ansätze, die sich an Eltern mit Kin­dern von 0 bis 3 Jahren im Sinne der Ge­sund­heits­för­de­rung rich­ten.

Ziel ist es, Frü­he Hilfen auszubauen und Eltern bei der Wahr­neh­mung ihrer Erziehungsverantwortung zu un­ter­stüt­zen. Die Fördermittel wer­den vom Bund bereitgestellt und über die Länder vergeben. Die Fördergrundsätze kön­nen der Verwaltungsvereinbarung der Bundesinitiative Frü­he Hilfen (www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/jugendmter/dokumente_85/2012_06__Verwaltungsvereinbarung
_Fruehe_Hilfen_mit_Anlagen.pdf
) so­wie den Länderkonzepten entnommen wer­den. Die Bundesinitiative un­terstützt den Auf- und Aus­bau der Frü­hen Hilfen bis En­de 2015. Danach wird die Fi­nan­zie­rung durch einen dauerhaften Fonds sichergestellt. Weitere Informationen un­ter www.fruehehilfen.de.

„Verfügungsfonds“ in Hamburg

Diese Verfügungsfonds stel­len fle­xi­bel und un­bü­ro­kra­tisch Fördermittel für kleinere kurzfristige Projekte im Ge­biet zur Verfügung. Die Fondsausstattung beträgt 30.000 Eu­ro pro Jahr. Restmittel kön­nen nicht in das nächste Jahr über­tra­gen wer­den. billstedt-horn.hamburg.de/contentblob/
1540686/data/01-geschaeftsordnung-fuer-die-vergabe-dermittel-aus-dem-verfuegungsfonds-2013.pdf

Ein Pro­jekt kann mit bis zu 2.500 Eu­ro gefördert wer­den. För­de­rung und Start­hil­fe aus dem Fonds er­hal­ten in Hamburg nur in sich geschlossene Pro­jekte, wel­che die Beteiligung und Eigenverantwortung der Be­woh­ner und Be­woh­ne­rin­nen stär­ken und das nachbarschaftliche Zusammenleben, die Vernetzung un­ter­ei­nan­der und das kulturelle Leben im Ge­biet för­dern. Über die Vergabe der För­de­rung­en entscheidet der Sanierungsbeirat, wel­cher sich aus Anwohnern und An­woh­ne­rin­nen, Ge­wer­be­trei­ben­den, An­ge­stell­ten und Vertretern und Vertreterinnen lokaler Verei­ne und In­iti­a­ti­ven zusammensetzt. Durch die Gelder kön­nen Sachkosten, Öf­fent­lich­keits­ar­beit, Honorare und klei­nere Investitionen finanziert wer­den. Dies er­mög­licht ei­ne schnelle Re­a­li­sier­bar­keit ge­ra­de klei­ner Pro­jekte und erhöht das ehrenamtliche En­ga­ge­ment, wel­ches die be­reits bestehenden An­ge­bo­te ergänzt.

Ein Bei­spiel fin­den Sie hier: www.altona-altstadt.de/verfuegungsfonds/index.html

Ein weiteres Bei­spiel: Die Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se unterstützt die Ge­sund­heits­för­de­rung in Altona-Lurup mit einem Verfügungsfonds für Mikroprojekte und er­mög­licht da­mit, kurz­fris­tig und be­darfs­ge­recht Aktionen und Projekte im Stadt­teil zu ent­wi­ckeln und umzusetzen. Für den Förderzeitraum Au­gust 2010 bis Ju­li 2012 hatte die TK 20.000 Eu­ro be­reit gestellt. www.gesundheit-lurup.de

Ausrufezeichen

Ansprechpartner zu Fragen der Finanzierung durch das Programm Soziale Stadt und Partnerprogramme in den Bundesländern bzw. in der Bundestransferstelle Soziale Stadt (Deutsches Institut für Urbanistik) finden Sie unter: www.staedtebaufoerderung.info/
StBauF/DE/Programm/SozialeStadt/Kontakt
/kontakt_node.html

Besonderheit: Verfügungsfonds

Verfügungsfonds (auch Quartiersfonds, Stadtteilbudgets oder Aktionsfonds genannt) können dem Quartiersmanagement vor Ort als Mittel zur eigenverantwortlichen Projektfinanzierung zur Verfügung gestellt werden. Die Höhe der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel variiert in der Regel zwischen 10.000 und 25.000 Euro im Jahr. In den einzelnen Gebieten ist die Mittelvergabe unterschiedlich geregelt. In der Regel vergibt das Quartiersmanagement die Gelder in Kooperation mit Gremien, in denen lokale Akteure und Bewohnerschaft vertreten sind. Möglich ist auch die Vergabe durch eigens eingerichtete Bürgerjurys. Erfolgreich ist diese Art der Finanzierung durch die Beteiligung vor Ort und die schnelle Realisierbarkeit - d.h. der Zeitraum von der Feststellung des lokalen Bedarfs bis zur Umsetzung von Projekten ist relativ kurz. Das begrenzte Budget befördert häufig eine gemeinsame Diskussion und Entscheidung über Prioritäten und Strategien der Ausgaben im Quartier.

Partnerprogramme der Sozialen Stadt

Das Programm Soziale Stadt verfolgt einen integrierten Ansatz. Neben Mitteln der Städtebauförderung werden Mittel insbesondere in den Bereichen Bildung und Beschäftigung, Kinder, Jugend und Familie sowie Integration und Gesundheit in den Gebieten der Sozialen Stadt gebündelt. Grundsätzlich können und sollen hierbei verschiedene Förderprogramme und -initiativen auf Bundes- und Landesebene oder auch kommunale Mittel genutzt werden. Auch Mittel Dritter (z.B. Wohnungsunternehmen, Wohlfahrtsverbände, Stiftungen, Mittel der europäischen Strukturfonds) können in die integrierte Quartiersentwicklung einbezogen werden.

Einige Programme sind als „Partnerprogramme“ direkt auf die Gebiete der Sozialen Stadt ausgerichtet.

ESF-Bundesprogramm „Soziale Stadt - Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“

Mit dem vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ins Leben gerufenen ESF-Bundesprogramm „Soziale Stadt - Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ werden aktive Arbeitsmarktprojekte zur Beschäftigung, Bildung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und Jugendlichen und zur Förderung der lokalen Wirtschaft in den Programmgebieten der Sozialen Stadt gefördert. Hierfür kommt auch das Handlungsfeld Gesundheit in Betracht. Die Projekte müssen entsprechend dem integrierten Förderansatz der Sozialen Stadt mit den kommunalen Stadtteilentwicklungskonzepten oder den städtebaulichen Investitionen verknüpft sein und mit den relevanten Partnern vor Ort kooperieren. Dadurch sind sie passgenau für die benachteiligten Zielgruppen (Jugendliche auch mit Migrationshintergrund und Langzeitarbeitslose) und die Situation im Quartier ausgerichtet. Aufbauend auf den guten Erfahrungen mit dem Vorläuferprogramm „Beschäftigung, Bildung und Teilhabe vor Ort“ (2007/2008) entwickelt das Bundesprogramm BIWAQ den Förderansatz einer sozialraumorientierten Arbeitsmarktförderung in der ESFFörderperiode 2007-2013 mit deutlich höherem Programmvolumen von 184 Mio. Euro und längerer Laufzeit fort. Mit den Fördermitteln können sozial-integrative Projekte mit einer Dauer von bis zu 4 Jahren gefördert werden.

Die Umsetzung erfolgt in der ersten Förderrunde von 2008 bis 2012 und in der zweiten Förderrunde von 2011 bis 2014 (weitere Informationen unter www.biwaq.de).

Das Projekt „Dranbleiben - mobil werden für Ausbildung, Arbeit und eine generationsübergreifende soziale Integration“

Im Rahmen dieses Projektes eröffnet in Neuruppin ein Gesundheitsladen, der zentrale Anlaufstelle für ein Netzwerk aus privaten, gemeinnützigen und öffentlichen Akteuren sein und Beratungs- und Qualifizierungsangebote an Schülerinnen und Schüler, Ausbildungsplatzsuchende, Langzeitarbeitslose und Existenzgründer und -gründerinnen vermitteln soll (weitere Informationen unter www.biwaq.de).

„JUGEND STÄRKEN im Quartier“

Das ESF-Programm „JUGEND STÄRKEN im Quar­tier“ des Bundesministeriums für Fa­mi­lie, Senioren, Frauen und Ju­gend und des Bundesministeriums für Um­welt, Na­tur­schutz, Bau und Reaktorsicherheit ist Teil der In­iti­a­ti­ve „Ju­gend Stär­ken“. Für den Förderzeitraum 1.1.2015 bis 31.12.2018 kön­nen Kom­mu­nen mit erhöhtem Entwicklungsbedarf da­rin gestärkt wer­den, junge Menschen i.S.d. §13 Abs. 1 SGB VIII im Al­ter von 12 bis ein­schließ­lich 26 Jahren da­rin zu för­dern, soziale Be­nach­tei­li­gung­en und individuelle Be­ein­träch­ti­gung­en zu über­win­den.

Im Rahmen aufsuchender, niedrigschwelliger und wohnortnaher Projektarbeit wer­den junge Menschen da­bei un­terstützt, schulische Herausforderungen zu meis­tern und berufliche Ziele zu verwirklichen. Die Zu­wen­dung sollte pro Förderjahr 150.000 € be­tra­gen. Werden Mikroprojekte beantragt, kann sich die Zu­wen­dung auf ma­xi­mal 200.000 € pro Förderjahr er­hö­hen. Weitere Informationen un­ter www.jugend-staerken.de/240.html

Unterstützung von Primärprävention durch die gesetzlichen Krankenkassen gemäß § 20 SGB V

Nach § 20 des Sozialgesetzbuches (SGB) V gehört die Primärprävention zu den gesetzlichen Aufgaben der Krankenkassen. Von den GKV werden individuelle bzw. Setting-Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten, Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren sowie die Maßnahmen der Selbsthilfe gefördert. Ziel der primärpräventiven Maßnahmen ist es, Krankheitsrisiken und Belastungen einzudämmen bzw. ihre Entstehung zu verhindern. Die Leistungen sollen „den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingt ungleicher Gesundheitschancen erbringen“ (§ 20 Abs. 1 SGB V). Interventionen nach dem Lebenswelt-Ansatz sollen danach primar auf Lebensräume zielen und durch Strukturbildung Gesundheit fördern. Beispielhaft werden als Lebenswelten genannt: die Kommune, Stadtteile, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Einrichtungen der Altenhilfe und Betriebe.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben gemeinsam einen Leitfaden herausgegeben, der die Kriterien und Handlungsfelder zur Umsetzung des § 20 SGB V benennt.In der aktuellen Fassung vom 27. August 2010 sind die Regelungen zum Lebenswelt-Ansatz in Kapitel 5.1 genauer bestimmt: Förderkriterien, Planungs- und Durchführungsschritte für Maßnahmen und eine nun konkrete Benennung von Ausschlusskriterien und Interventionen die nicht förderfähig sind.

Im 1. Kapitel dieses Heftes wurden die Förderkriterien vorgestellt, die vorliegen müssen, damit eine Krankenkasse ein Setting-Projekt unterstützen kann. Sind diese Kriterien erfüllt, so können gesetzliche Krankenkassen Maßnahmen nach dem Setting-Ansatz in den folgenden Bereichen unterstützen:

  • Bedarfserhebung
  • Umsetzung verhaltenspräventiver Maßnahmen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Fortbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Prävention und Gesundheitsförderung
  • Dokumentation, Evaluation und Qualitätssicherung

Die Unterstützung kann mit finanziellen Zuschüssen und/oder durch Fachkräfte der Kassen erfolgen, die z.B. durch Beratung, Moderation und Projektmanagement helfen. Die Krankenkassen bieten aber auch eigene Programme an bzw. wurden solche Angebote zusammen mit Partnern entwickelt.

Alle Handlungsfelder der Soziale-Stadt-Programme zielen darauf ab, die Lebensqualität im Stadtteil zu erhöhen und dadurch auch die gesundheitlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Damit ergeben sich Verbindungen zum Anliegen der Krankenkassen in der Gesundheitsförderung.“

(Leitfaden Prävention 2008, S.20)

In der Regel haben die gesetzlichen Krankenkassen keine formalisierten Anträge entwickelt. Bei Interesse an der Kooperation mit einer gesetzlichen Krankenkasse empfiehlt es sich daher, Kontakt mit der lokalen Vertretung einer Kasse Kontakt aufzunehmen.

"JolinchenKids - Fit und gesund in der KiTa"

"JolinchenKids - Fit und ge­sund in der KiTa" - so heißt das neue AOK-Ge­sund­heits­för­de­rungsprogramm für die Drei- bis Sechsjährigen. Es handelt es sich da­bei um ein Kon­zept zur ganzheitlichen Ge­sund­heits­för­de­rung, das die jeweiligen Rah­men­be­din­gung­en in den einzelnen KiTas berücksichtigt. Ziel ist, KiTa-Kinder, Eltern, Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­her für einen ge­sun­den Le­bens­stil zu be­geis­tern und die KiTas zu einer ge­sun­den Lebenswelt zu ent­wi­ckeln. Damit soll die Ge­sund­heit von Kin­dern, Er­zie­he­rin­nen und Er­zie­hern gestärkt wer­den.

Weitere Informationen hierzu un­ter
www.aokplus-online.de/leistungen-services/gesundheit/gesundheitsfoerderung-in-kindertagesstaetten.html

Weitere Finanzquellen

Ausrufezeichen

Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen gemäß § 20c SGB V auch die Aktivitäten der Selbsthilfe- Gruppen, Verbände und Kontaktstellen. Teilweise tun sie dies kassenübergreifend gemeinschaftlich, teilweise kassenindividuell. Die Grundsätze sind dargelegt im „Leitfaden zur Selbsthilfeförderung“ in der Fassung vom 6. Oktober 2009. Er ist aus dem Internet herunterzuladen unter www.gkv-spitzenverband.de, bei den Publikationen.

Stiftungen

Stiftungen wie beispielsweise die RobertBosch-Stiftung oder „Aktion Mensch“ erwarten in der Regel ebenfalls einen Eigenanteil. Die Suche nach einer „passenden“ Stiftung ist zumeist aufwändig, da zunächst recherchiert werden muss, welche Themen überhaupt unterstützt werden und was die Förderkriterien oder -voraussetzungen sind.

Ziel der „Aktion Mensch“ ist es beispielsweise, über das finanzielle Engagement der Lotterieteilnehmer und -teilnehmerinnen die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen, Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die Umsetzung erfolgt u.a. über die Förderung von Projekten der Behindertenund Selbsthilfe, der Hilfe für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten sowie der Kinder- und Jugendhilfe.

Ausrufezeichen

Die Aktion Mensch erwartet immer einen Eigenanteil (bzw. Kofinanzierung) zu ihren Projektfördermaßnahmen. Und: Der Zeitraum zwischen Antragstellung und Bescheid kann sehr lang sein!

Die Aktion Mensch möchte mit ihrer Förderung eine möglichst breite Wirkung erzielen. Der Weg dorthin führt über freie gemeinnützige Träger, die sich in der sozialen Arbeit engagieren.

Die formalen Kriterien und qualitativen Voraussetzungen für die Fördermöglichkeiten insgesamt und für das Förderspektrum in den Einzelnen findet man in den allgemeinen Richtlinien und in den Merkblättern unter www.aktion-mensch.de.

„Fundraising … ist die Kunst, für mein gemeinnütziges Anliegen von Anderen Unterstützung zu erhalten, indem ich sie dafür gewinne, dieses Anliegen auch zu dem ihren zu machen …“

Jens Uwe Böttcher 2004, S. 1

„Aktion Mensch“ - Projektbeispiel: Schulprojekt zur Basketball-Europameisterschaft 2007

Die Initiative namens „Teilhabe durch Mobilität“ wollte die aktive Auseinandersetzung zwischen behinderten Sportlern und Schülern fördern. Außerdem sollten Berührungsängste und Missverständnisse im Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung abgebaut werden. Das Projekt fand als Zusammenarbeit des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes und der Schulen statt. Die Aktion Mensch unterstützte das Projekt mit über 200.000 Euro.

Weitere Informationen hierzu unter www.aktion-mensch.de

Ausrufezeichen

Eine Broschüre des Netzwerk Selbsthilfe e.V. portraitiert mehr als 230 Stiftungen und Förderquellen und bietet umfangreiche Tipps zu Fördermöglichkeiten in den Bereichen Bildung, Jugend, Arbeit, Soziales, Migration, Entwicklungspolitik, Antifaschismus, Integration, Wohnen, Kultur, Frauen, Globalisierungskritik und Umwelt. Darüber hinaus werden Beratungseinrichtungen und Informationen zur Existenzgründungs- und Betriebsberatung für Vereine und kleine Betriebe vorgestellt.

„Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen“, 11. Auflage 2011. Die Broschüre kann bestellt werden unter www.netzwerk-selbsthilfe.de/ online/bestellen/.

Fundraising

Fundraising kann eine nützliche Strategie der Projektförderung sein, es bedarf dafür aber entsprechender Ressourcen! Zumeist müssen Kontakte zu potenziellen Sponsoren erst gefunden werden. Das kostet viel Zeit und es bedarf manchmal vieler Gespräche, um endlich mit den richtigen Leuten in Kontakt zu kommen. Und potenzielle Sponsoren wollen überzeugt werden. Auch das kostet Zeit, denn das geplante Vorhaben muss ansprechend präsentiert werden und die möglichen Unterstützer müssen sich mit ihrem Anliegen im Projekt wieder finden.

Ausrufezeichen

Wohlfahrtsverbände, zum Beispiel der Paritätische, geben ihren Mitgliedsorganisationen kostenlose Fundraising-Beratung. Aus Hochschulstudiengängen für Nonprofit-Marketing ist ebenfalls eine bezahlbare Unterstützung zu bekommen.

Bußgeldmarketing

Bußgeldmarketing ist eine oft unterschätzte, aber gute Möglichkeit für gemeinnützige Vereine, um zusätzliche finanzielle Mittel zu erhalten. Richterinnen und Richter an Amts- und Landgerichten sprechen die von ihnen verhängten Bußgelder gemeinnützigen Institutionen zu - wenden Sie sich an das Gericht, wenn Sie zu diesen Empfängern gehören wollen.

Checkliste: Finanzierung von Gesundheitsförderungsprojekten im Quartier

  • Mit welchen Mitteln wurden andere ähnlich gelagerte Gesundheitsförderungsprojekte finanziert?
  • Aus welchen „Töpfen“ der öffentlichen Förderung kann das Projekt gefördert werden?
  • Welche Förderprogramme haben eine Ausrichtung, die den Handlungsfeldern und thematischen Schwerpunkten des Projektes entspricht?
  • Welche Stiftungen, Sponsoren haben ein Interesse an den Inhalten des Projektes?
  • Kommt eine Mikrofinanzierung durch das Stadtteilbüro/Quartiersmanagement in Frage?
  • Stimmt der Themenschwerpunkt des Projekts mit der inhaltlichen Ausrichtung des Leitfadens zu § 20 SGB V überein?
  • Besteht Kontakt zu einer lokalen Krankenkasse, die eine Kooperation unterstützt?
Logo Good Practice - Programme der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten

Als erstes Beispiel guter Praxis für ein gesundheitsförderndes Programm wurde 2010 das Programm „BodyGuard“ des Internationalen Bundes (IB) durch den Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ ausgezeichnet. Das Programm verfolgt den Ansatz, gesundheitsfördernde Elemente in den Alltag berufsbildender Einrichtungen des IB zu integrieren. BodyGuard war mit Hilfe einer Anschubfinanzierung der Aktion Mensch an zehn Standorten modellhaft gestartet worden. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/good-practice-was-ist-das/good-practice-programme/bodyguard/.

Tipps zum Weiterlesen

[ Tipps zum Weiterlesen finden Sie hier ]

Link zum Thema Finanzierung

[ Links zum Thema finden Sie hier ]


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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.