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Kapitel 4 - Strukturen der Gesundheitsförderung im Stadtteil

3D-Würfel

Gesundheitsförderung nach dem Lebenswelt-Ansatz ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Die Bewohnerinnen und Bewohner erlernen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, eigene Stärken zu erkennen und Einfluss auf die Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse zu nehmen (vgl. zum Lebenswelt-Ansatz auch Heft 1).
Für die Verstetigung und die erfolgreiche Arbeit sind Strukturen notwendig, in denen langfristig auch die politischen Entscheidungsträger (Verwaltung, Bürgermeister etc.) einbezogen sind.

vier Erwachsene sitzen an einem Besprechungstisch

© Svea Pietschmann

Um Aktivitäten der Gesundheitsförderung im Quartier zu initiieren und zu unterstützen, gibt es verschiedene Formen der Zusammenarbeit. Sie müssen in ihrer Arbeitsweise der Vielfalt der Akteure, ihren unterschiedlichen Interessen, Zuständigkeiten etc. Rechnung tragen.

Methoden

Ausrufezeichen

Häufig können bereits bestehende Strukturen im Quartier sehr gut genutzt werden, statt eigene Beteiligungsprozesse anzustoßen. Das Thema „Gesundheitsförderung und Prävention im Stadtteil“ kann z.B. in einen Stadtteilrat eingebracht werden.

Methoden: Runde Tische

Runde Tische sind zumeist lockere Zusammenschlüsse interessierter Institutionen und Einzelpersonen, die gemeinsam zu einem Thema arbeiten möchten. Sie sind gut geeignet, gesundheitsbezogene Themen kontinuierlich zu bearbeiten. Schwerpunktthemen können von Sitzung zu Sitzung, aber auch über einen längeren Zeitraum festgelegt werden und anschließend z.B. in Form von Veranstaltungen, Präsentationen oder anderen Medien veröffentlicht werden. Da Runde Tische offen für neue Mitglieder sein sollten, kann sich hier über die Zeit ein Kreis von Akteuren zusammenfinden, der gemeinsam am Thema arbeiten möchte.

Die relativ offene und unverbindliche Arbeitsweise von Runden Tischen ist ihre Stärke und gleichzeitig auch eine Schwierigkeit: Zum einen können interessierte Akteure relativ leicht eingebunden werden, andererseits aber ist es oft schwierig, diese kontinuierlich zu halten. Dies ist leichter, wenn auf gemeinsame Ziele hingearbeitet werden kann.

Die Verantwortung für die Betreuung der Arbeitsstruktur (z.B. Verschickung von Einladungen und Protokollen, Organisation von Räumen, Moderation) sollte klar geregelt sein und bei einer Institution bzw. einem Zusammenschluss von Akteuren liegen, die in dem jeweiligen Arbeitsfeld aktiv sind. Das können das Quartiersmanagement, das Gesundheitsamt oder auch ein freier Träger sein.

Runder Tisch „Prävention von Kinderunfällen in Dortmund"

Der Runde Tisch „Prävention von Kinderunfällen in Dortmund“ wurde mit dem Ziel gegründet, Verkehrsunfälle und häusliche Unfälle langfristig zu vermindern. Dazu werden innerhalb und außerhalb der Nordstadt verschiedene Aktivitäten, Aktionswochen, Veranstaltungen mit Schulen, Kindergärten, Eltern und Anwohner/innen des Wohnviertels durchgeführt. Damit sollen Eltern und Kinder über mögliche Unfallursachen in der Wohnung, im Wohnumfeld und im Straßenverkehr und deren Vermeidung aufgeklärt werden. Die Verkehrssicherheitsmaßnahmen sollen aber auch eine Sensibilisierung der Bewohner/innen und Politiker/innen, ja, aller Verkehrsteilnehmer/innen für diese Problematik fördern und die gemeinsam entwickelten Vermeidungsstrategien unterstützen.

Weitere Informationen hierzu unter www.kinderschutzbund-dortmund.de/f027/f013

Aktionsbündnis Gesundheit im Oberhausener Knappenviertel

Die Initiative bringt unterschiedliche Partner im Quartier zusammen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Kindergesundheit zu anzustoßen.

Weitere Informationen hierzu unter www.soziale-stadt.nrw.de/stadtteile_projekte/projekte/aktionsbuendnis_gesundheit.php

Methoden: Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppen finden sich zusammen, um gemeinsam an der Lösung eines konkreten Problems zu arbeiten. Aus diesem Grunde haben Arbeitsgruppen (im Unterschied zu Runden Tischen) meist nur eine zeitlich begrenzte Dauer. Dies erleichtert die Einbindung von Partnern, die an einer kontinuierlichen Mitarbeit nicht interessiert sind oder sie aus anderen Gründen nicht dauerhaft gewährleisten können. In Arbeitsgruppen sollten vor allem Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertreten sein, die über Erfahrungen mit dem jeweiligen Thema verfügen und deshalb aktiv zu den Lösungsvorschlägen beitragen können.

Damit die Arbeit möglichst zielgerichtet gestaltet wird, ist eine gute Moderation wichtig. Diese gewährleistet, dass eine klare und von allen Mitgliedern geteilte Aufgabenstellung formuliert wird, dass im Prozess die Aufgaben verteilt und ihre Erfüllung sowie das Gesamtergebnis der Arbeit überprüft werden.

Methoden: Gesundheitskonferenzen

Gesundheitskonferenzen sind Veranstaltungen, die gesundheitsbezogene Themen und Fragestellungen in einem größeren Teilnehmerkreis präsentieren und zur Diskussion stellen. Gesundheitskonferenzen sollten möglichst unter einem konkreten Thema stehen (z.B. „Suchtprävention in unserem Stadtteil“ oder „Gesunder, kindergerechter Stadtteil“).

Zum Teil werden die Konferenzen von den Gesundheitsämtern durch die Erstellung eines Berichts (z.B. zur gesundheitlichen Lage der älteren Bevölkerung, zum Bewegungsverhalten der Kinder) vorbereitet. Die Berichte werden auf der Konferenz vorgestellt und bilden eine gute Grundlage für die Diskussion. Gesundheitskonferenzen sind offen für alle Interessierten, also auch für die Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil.

Gesundheitskonferenzen im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Die Gesundheitskonferenzen des Bezirks finden ein bis zwei Mal im Jahr statt und geben Interessierten die Möglichkeit, gesundheitliche Themen (z.B. Kindergesundheit) zu diskutieren.

Dokumentationen der Gesundheitskonferenzen unter
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/ verwaltung/gesundheit/gesundheitskonferenz.html

Methoden: Gesundheitshäuser

Auch Orte können ein „Anker“ für Gesundheitsförderung im Quartier sein. In Gesundheitshäusern gibt es eine Vielzahl von offenen Angeboten, und es können viele Impulse für das Thema Gesundheit in den Stadtteil hinein gegeben werden. Interessenten für neue Themen finden hier Unterstützerinnen und Unterstützer und Hilfe durch die Einrichtung.

Gesundheitshaus Gelsenkirchen-Bismarck

Das Gesundheitshaus unterhält niedrigschwellige Gesundheitsförderungsangebote für schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen.

Weitere Informationen hierzu unter
www.soziale-stadt.nrw.de/stadtteile_projekte/projekte/gesundheitshaus_ge-bismarck.php

Netzwerkarbeit erfolgreich gestalten

Erfolgreiche Netzwerke brauchen gemeinsame Ziele und tragfähige kommunikative und soziale Strukturen. Sie müssen sich immer wieder aktuellen Anforderungen stellen und neue Entwicklungen aufgreifen.

Was sind Voraussetzungen für funktionierende Netzwerke?

  • Kooperationspartner möglichst früh ins Boot holen! Sie sollten schon beim Aufbau des Netzwerkes beteiligt werden.
  • Transparenz über Vorgehensweisen, Arbeitsbedingungen usw.! Dazu zählt auch die Abstimmung von Arbeitsschritten und von Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit mit den Netzwerkteilnehmern.
  • Schaffung von Vertrauen, Gleichberechtigung der Partner! Das bedeutet, Zusagen einhalten. Ein Netzwerk dient nicht zur Profilierung einzelner auf Kosten anderer.
  • Kontinuität und Verbindlichkeit! So finden regelmäßige Treffen alle sechs Wochen statt. Protokolle und Geschäftsordnung regeln die verbindliche Teilnahme. Die Pflege des Verteilers und die Koordinierung der Einladung und der Treffen selber müssen geregelt sein.

Wo können Ursachen für Konflikte in Netzwerken liegen und welche Lösungen gibt es?

  • Unterschiedliche Ziele der einzelnen Akteure -> Einigung über ein grundsätzliches gemeinsames Ziel
  • Konkurrenz zwischen Trägern und Professionen -> Win-win - Situation verdeutlichen
  • Netzwerke kosten Zeit! -> Zeitkapazität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stellen

(Susanne Koch, AWO Begegnungszentrum, zitiert nach Gold et al. 2003)

Weitere Netzwerke zum Thema Gesundheitsförderung im Stadtteil

Gesunde Städte-Netzwerk

Banner Gesunde Stadt

Das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik versteht sich als Teil des Healthy-City-Project der WHO (1987). Das Netzwerk ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen, die mit Selbstverpflichtungserklärung dem Netzwerk beigetreten sind. Es dient vor allem als Aktions- und Lerninstrument, mit dem die Arbeit vor Ort im Sinne der Gesunde Städte - Konzeption unterstützt werden soll.

In der gesunden Stadt steht Gesundheit, körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden im Mittelpunkt aller - nicht zuletzt der politischen - Entscheidungen.

Zu den Zielen des Netzwerkes gehört es daher, Gesundheitsförderung als gesellschaftspolitische Aufgabe im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Es verfolgt dieses Ziel in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens, der Arbeitsgebiete Umwelt, Wohnen, Stadtentwicklung, mit Initiativen, Projekten und der Selbsthilfebewegung. Ein wichtiges Prinzip der Arbeit ist die Vernetzung, die den Transfer von Impulsen und Erfahrungen erleichtert.“

Gesunde Städte-Netzwerk

Weitere Informationen zum Netzwerk unter
www.gesunde-staedte-netzwerk.de
Dort finden Sie auch die Ansprechpersonen des Netzwerkes und die Verantwortlichen in den Mitgliedsstädten.

Klettergerüst

© Dette, www.pixelio.de

Lokale Agenda 21

Mit der Erklärung der UNO-Konferenz von Rio de Janeiro (1992) wurde das Handlungsprogramm für nachhaltige Entwicklung Lokale Agenda 21 verabschiedet. Wie das Programm Soziale Stadt hat auch dieses Konzept zahlreiche Gemeinsamkeiten und zum Teil identische Ziele mit der Gesundheitsförderung. Zahlreiche Kommunen haben sich dem Prozess Lokale Agenda angeschlossen und dazu Handlungsempfehlungen verabschiedet.

 

Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten (E&C)

E&C war ein Begleitprogramm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Bund-Länder-Programm Soziale Stadt. Auf der Internetplattform www.eundc.de finden Sie zahlreiche hilfreiche Informationen und Beiträge zum Thema Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten.

Checkliste: Partner und Netzwerke

  • Welche Akteure und Partner im Stadtteil bezogen auf das Projektthema können für eine Kooperation gewonnen werden?
  • Welche Institutionen des Gesundheitsbereiches können als Multiplikatoren angesprochen werden?
  • Welche Kooperationsverbünde stellen Plattformen dar, die als Partner in Frage kommen?
  • Welche Arbeitsgruppen, Runden Tische oder regelmäßige Gesundheitskonferenzen bieten sich zur Kooperation an?
  • Durch welche Strategien lässt sich die Zusammenarbeit mit den Partnern verstetigen?

Das Münchener Netzwerk REGSAM wurde 2010 durch den Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ als erstes Beispiel guter Praxis gesundheitsfördernder Netzwerkarbeit ausgewählt. REGSAM vernetzt Einrichtungen und Initiativen aus dem Sozial-, Gesundheits- und Schulwesen, städtische Referate, die politischen Entscheidungsgremien auf kommunaler Ebene sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/good-practice-beispiele/regsam/

Tipps zum Weiterlesen

[ Tipps zum Weiterlesen finden Sie hier ]


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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.