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Kapitel 1 - Was ist Gesundheit?

3D-Würfel

In den Quartieren der Sozialen Stadt entsteht vieles, was sich positiv auf die Gesundheit der Bewohner auswirkt. In Bremen-Osterholz-Tenever ermöglicht z.B. eine Kinder- und Jugendfarm ein gemeinschaftliches Naturerlebnis als Kontrast zur gebauten Umwelt. In Köln-Kalk entstand in einem alten Industriegebiet eine Abenteuerhalle für Jugendliche und junge Erwachsene. In VeltenSüd wurde in einer alten Grundschule ein Bürgerhaus errichtet, das soziale Angebote bündelt.

Und dennoch hieß es im Statusbericht 2008 zum Programm soziale Stadt „Wenngleich hinlänglich bekannt ist, dass Armut und soziale Benachteiligung ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen, werden Soziale Stadt und Gesundheitsförderung immer noch zu selten in Verbindung gebracht. Gesundheitsförderung und die Bewältigung armutsbedingter Gesundheitsprobleme spielen in den Quartieren nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Eine Stärkung dieses Handlungsfelds erscheint daher weiterhin nötig.“ Und in der Rangliste der Handlungsfelder belegte das Thema Gesundheit nur einen schwachen 19. Platz (Bundestransferstelle Soziale Stadt, 2008, S. 32).

Spielende Kinder

© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO

Wird von Gesundheit gesprochen, so denken die meisten erst einmal an Krankheit und medizinische Versorgung. Und „Gesundheit“ wird oft erst dann zu einem Thema, wenn ein Mensch erkrankt oder etwas nicht mehr wie gewohnt funktioniert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht dagegen von einem positiven Verständnis von Gesundheit aus. Gesundheit ist danach ein „Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“ (Gesundheitsdefinition der WHO von 1948).

Unter Gesundheit, die sich über Wohlbefinden definiert, können Menschen, je nach Sichtweise, auch sehr unterschiedliche Dinge verstehen. Ältere Menschen definieren Gesundheit mehr als Ganzheit, Integrität, innere Stärke und Fähigkeit den Alltag zu bewältigen, Jüngere mehr in Richtung Fitness, Energie und Stärke (Naidoo und Wills, 2010).

Auch kulturell bedingt kann es Unterschiede im Verständnis von Gesundheit geben. Gerade ältere Migrantinnen und Migranten verbinden ihr Wohlbefinden sehr stark mit der Situation anderer Familienmitglieder und Bekannter.

Um Menschen für das Thema Gesundheit zu gewinnen und mit ihnen die Voraussetzungen für ihre Gesundheit zu verbessern ist es deshalb wichtig, diese unterschiedlichen Sichtweisen zu berücksichtigen.

ein Mann und ein Kind auf Fahrrädern im Wald

© Claudia Hautumm / PIXELIO

„Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben. Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen.“

Ottawa-Charta
der WHO, 1986

In der Ottawa-Charta der WHO (1986) wurden fünf Aktionsstrategien formuliert:

  • „Schaffung gesundheitsförderlicher Lebens- und Arbeitswelten“, d.h. die sozialen und ökologischen Umweltbedingungen müssen im Interesse der Gesundheit der Menschen gestaltet sein
  • „Befähigung zu gesundheitsförderlichem Handeln“ und
  • „Stärkung entsprechender Gemeinschaftsinitiativen“, also den Menschen die Möglichkeit zur aktiven Gestaltung ihrer Gesundheitsbedingungen eröffnen und soziale Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung aufbauen und stärken
  • „Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik“, d.h. Gesundheitsförderung als Leitbegriff der Gesundheitspolitik und Querschnittsaufgabe aller Politikfelder
  • „Neuorganisation der Gesundheitsdienste“

(nach Geene, 2003, S. 39)

In der Prävention geht es darum, die Chancen auf Gesundheit durch Stärkung von Ressourcen und Senkung von Gesundheitsbelastungen zu verbessern. Insbesondere der Prozess der Ressourcenstärkung ist eng mit der Gesundheitsförderung verbunden. Gesundheit ist dann Ergebnis der gelungenen Balance zwischen Gesundheitsbelastungen und Gesundheitsressourcen, Krankheit steht für eine missglückte Balance.

Gesundheitsressourcen werden im Hinblick auf Krankheitsvermeidung benötigt,

  • um die physischen bzw. psychischen Bewältigungsmöglichkeiten von Gesundheitsbelastungen zu erhöhen
  • um die individuellen Handlungsspielräume zur Überwindung gesundheitlich belastenden Verhaltens zu vergrößern
  • um Handlungskompetenz für die Gestaltung der Strukturen zu entwickeln bzw. freizusetzen, die
    • entweder direkt die Gesundheit oder
    • die Gesundheit belastendes Verhalten
    begünstigen.

(Rosenbrock, 2008, S. 13)

Gesundheitsbelastungen sind z.B.Gesundheitliche Ressourcen sind z.B.
  • chemische, physikalische und biologische Belastungen
  • belastender Stress
  • körperliche und seelische Uberlastungen
  • geringe Verhaltensspielräume
  • schlechte Ernährung
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • soziale Isolation
  • Selbstbewusstsein
  • Kompetenzen
  • Information
  • Bildung
  • Handlungswissen
  • Einkommen
  • angemessene Partizipation
  • Verhaltensspielräume
  • Unterstützung durch soziale Netze
  • Erholung



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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Teil 1 "Gesunde Lebenswelten schaffen"Teil 2 "Probleme erkennen"Teil 3 "Ein Projekt entwickeln"Teil 4 "Präventiv handeln"Teil 5 "Erfahrungen nutzen"Teil 6 "gesund und aktiv älter werden"Teil7 "Gemeinsam Handeln"

Teil 1: Gesunde Lebenswelten schaffen

Teil 1 "Gesunde Lebenswelten schaffen"

Definition Prävention

„(Primär) Prävention bezeichnet die Verminderung von (Teil-)Ursachen bestimmter Erkrankungen oder von Krankheit überhaupt. Das Ziel ist die Senkung von Eintritts­wahr­scheinlich­keiten oder Inzidenz­raten
(Rosenbrock, 2004, S. 27).

Definition Gesundheits­förderung

„Seit der Ottawa-Charta der WHO bezeichnet Gesundheits­förderung Prozesse, die Individuen oder Zielgruppen zu mehr Selbst­bestimmung über ihre Gesundheit verhelfen“
(Rosenbrock, 2004, S. 28).

Sekundär­prävention

Unter Sekundär­prävention wird die Entdeckung von symptom­losen, aber bio­medizinisch eindeutigen Frühstadien einer Erkrankung und die dadurch ermöglichte erfolgreiche Früh­therapie verstanden.
(nach Rosenbrock, 2004, S. 27)

Tertiär­prävention

Tertiär­prävention bezieht sich auf die bereits manifeste Erkrankung. Es soll z.B. die Verschlim­merung der Erkrankung verhindert werden.
(nach Rosenbrock, 2004, S. 27)

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
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