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Kapitel 4 - Prävention und Gesundheitsförderung im Quartier

3D-Würfel

„Vorbeugen ist besser als Heilen - aus vielen guten Gründen: Prävention kann vermeidbares Leid verhindern. Prävention kann das Leben verlängern. Prävention kann die Lebensqualität steigern. Prävention kann ein produktives und aktives Leben ermöglichen. Prävention kann Spaß machen. Prävention kann den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördern. Prävention kann Kosten der Krankenversorgung sparen.“ (Rosenbrock, 2008, S. 7)

Präventionsstrategien können auf verschiedenen Ebenen ansetzen: sie können sich auf das Individuum, auf die Lebenswelt (das Setting) oder die Bevölkerung richten. Und es können unterschiedliche Interventionsstrategien gewählt werden. So kann sich eine Maßnahme auf Information, Aufklärung und Beratung beschränken oder sie schließt die Veränderung gesundheitsbelastender bzw. ressourcenhemmender Faktoren der jeweiligen Umwelt bzw. des jeweiligen Kontextes ein. (nach Rosenbrock, 2004)

Information, Aufklärung, BeratungBeeinflussung des Kontexts

Individuum

z.B. ärztliche Gesundheitsberatung, Gesundheitskurse

z.B. präventive Hausbesuche

Setting

z.B. Anti-Tabak Aufklärung in Schulen

z.B. betriebliche Gesundheitsförderung als Organisationsentwicklung

Bevölkerung

z.B. „Esst mehr Obst“, „Sport tut gut“, „Rauchen gefährdet die Gesundheit“, „Seid nett zueinander“

z.B. HIV/AIDS-Kampagne, Tempo 130, „rauchfrei“- Kampagne (mit Gesetzgebung zum Passivrauchen)

Abbildung 6: Typen und Arten der Primärprävention (nach Rosenbrock, 2008, S.16)

eine Vielzahl von Luftballons mit Briefen, die in den blauen Himmel aufsteigen

© Silvia Buchner / PIXELIO

Hausgemeinschaften beschließen zusammen in der Straße ein Kinderfest zu organisieren. Das Fest wird ein Erfolg, trotz Unterschieden in Kultur und Lebensstil bringen sich viele Nachbarn sein. Aus dem gemeinsamen Feiern entstehen weitere Ideen. Es gibt einen Kreis der Aktiven, die für Kontinuität sorgen, und Unterstützenden, die sich immer wieder einbringen und auch punktuell Verantwortung übernehmen.

Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.
Um ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl Einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. (...)
Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit betont wie die körperlichen Fähigkeiten.“

Ottawa-Charta der WHO, 1986

Für jede dieser Strategien gibt es zweckmäßige Einsatzfelder. In einer erfolgreichen Strategie in Stadtteil werden individuelle und SettingAnsätze, d.h. Interventionen bezogen auf die Lebenswelt, aufeinander abgstimmt und es kommen die verschiedenen Maßnahmen (Kontextbeeinflussung und Information, Aufklärung, Beratung) zum Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellt im Stadtteil die Beeinflussung der konkreten Lebensbedingungen dar.

„Es ist möglich, als Ausgangspunkt für eine Intervention, die den Kontext Stadtteil verändern soll zunächst eine Nachbarschaft zum Ausgangspunkt zu nehmen und eine gesundheitsförderliche Entwicklung nach dem SettingAnsatz zu unterstützen. In Abgrenzung zu den Systemen Familie und Gemeinde bieten Nachbarschaften zwei wesentliche Vorteile: erstens sind sie weniger komplex als das sehr große und wenig institutionalisierte Setting des Stadtteils, und zweitens ist die Zugangsbarriere der Privatsphäre, wie sie im Setting Familie sehr ausgeprägt auftritt, weniger stark vorhanden“ (Richter und Wächter, 2009).

Gesundheitsförderung hat das Ziel, Prozesse zu initiieren und zu unterstützen, die den Menschen zu mehr Selbstbestimmung über ihre Gesundheit verhelfen. Bei sozial Benachteiligten müssen erfolgreiche Präventionsstrategien auch beinhalten, dass die Menschen die Erfahrung machen, dass sie diese Faktoren positiv beeinflussen können.

Da der Blick auf die Stärkung und Verbesserung der Voraussetzungen für Gesundheit gerichtet ist,

  • sind gesundheitsfördernde Ansätze meist krankheitsunspezifisch (also nicht auf die Vermeidung einer konkreten Erkrankung ausgerichtet)
  • berücksichtigen und verändern gesundheitsfördernde Ansätze nicht nur das Verhalten der Einzelnen, sondern auch deren Lebens und Arbeitsbedingungen (die „Verhaltenskontexte“)
  • sind gesundheitsfördernde Ansätze in hohem Maße auf Beteiligung (partizipativ) angelegt.
ein Sommertag in einer Innenstadt mit Straßencafes und vielen Menschen

© Nahid Zvornicanin

Ein gesundheitsförderlicher Stadtteil zeichnet sich dadurch aus, dass gemeinsam mit den Bewohnern Ideen für ein gesundes Leben im Stadtteil entwickelt werden. Wege um die Lebensbedingungen so gestalten zu können, dass Gesundheitsbelastungen gesenkt werden (z.B. Stress, Lärm oder Unfallgefahren) und gesundheitsdienliche Ressourcen vermehrt werden (z.B. soziale Netzwerke, Bildung oder Bewegung im Alltag) sollten gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.

Solche Veränderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen haben Einfluss auf das Gesundheitsverhalten und begünstigen gesundheitsförderliche Lebensweisen.

„Die gesunde Entscheidung zur einfacheren Entscheidung machen“ - das ist die große Herausforderung für Prävention und Gesundheitsförderung.

Nahaufnahme eines belegten Brötchens

© Fleur Suijten / sxc.hu

In der Kindertagesstätte wird gemeinsam mit den Kindern das Frühstück vorbereitet; die Eltern organisieren einen Schulkiosk mit einem leckeren und gesunden Angebot: in der Schule gibt es mittags eine ausgewogene Schulverpflegung; bei der Stadtverwaltung wird eine Initiative zur Verbesserung des Radwegesystems angeregt und Fahrrad fahren dadurch erleichtert; attraktive Spielplätze werden mit Kindern geplant und mit Unterstützung der Bewohner gestaltet.

Für den Erfolg der Arbeit in einem Setting, d.h. in der Lebenswelt einer Zielgruppe, ist es wichtig, dass die Zielgruppe selbst in die Problemanalyse und die Lösungsfindung einbezogen wird (Partizipation). Hierbei sollte die Heterogenität der Zielgruppe, also Unterschiede im Geschlecht oder der Kultur berücksichtigt werden (Diversity). Es sollten sowohl individuelle Verhaltensweisen, als auch die Verhältnisse der Lebenswelt in die Analyse einfließen (Ganzheitlichkeit), wobei die Gesundheitsförderung das Ziel aller Beteiligten sein sollte (Integration). Die Arbeit sollte prozessorientiert durchgeführt werden, wobei nach der Situationsanalyse, der Zieldefinition, der Planung und der Durchführung der Maßnahmen die Ergebnisse kontrolliert werden und so wieder zu neuen Zielen und Maßnahmen führen (Projektmanagement).

Einen Überblick dazu gibt die folgende Checkliste.

Checkliste: Kernstrategien der Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung in der Settingarbeit

  • Einbezug und Beteiligung aller relevanten Gruppen in dem jeweiligen Settingkontext
  • Prozessorientierung statt vorgegebener fest gefügter Programme. Die Ausgangsbedingungen werden mit allen Beteiligten genau analysiert und darauf aufbauend Maßnahmen entwickelt. Nach Durchführung der Maßnahmen wird der Erfolg bewertet und eine neue Ausgangsanalyse vorgenommen.
  • Entwicklung integrierter Konzepte statt punktueller Einzelaktionen
  • Systeminterventionen, die teilweise individuelle Verhaltensweisen, aber auch die Verhältnisse innerhalb des Settings selbst beeinflussen
  • Verankerung von Gesundheit als Querschnittsanforderung an die Kernroutinen des jeweiligen Settings

(Altgeld, Kolip, 2004; zitiert nach Bundesministerium für Gesundheit, 2010, S.27)


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