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Arbeitslosigkeit: Daten & Handlungsbedarfe

Leitthese

Arbeitslose weisen eine höhere Kranken- und Sterblichkeitsrate auf, sind wesentlich höheren gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt und verfügen über deutlich geringere gesundheitliche Ressourcen als Erwerbstätige:

  • Die Bundesagentur für Arbeit teilte 2010 mit, dass etwa eine halbe Million Arbeitslose gesundheitliche Einschränkungen aufweisen.
  • In Deutsch­land liegt der An­teil der Langzeiterwerbslosen mit 47,3 Pro­zent weit über dem EU- Durch­schnitt von 42 Pro­zent. Hinzu kommt, dass ein Großteil dieser Lang­zeit­ar­beits­lo­sen vermittlungsrelevante gesundheitliche Einschränkungen aufweist; vgl. „Kleine Anfrage“ der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen, Ju­ni 2012 (PDF-Dokument, 110 KB).
  • Die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) aus dem Jahr 2010 zeigt, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die Verschlechterung der psychischen Gesundheit mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sukzessive zunehmen.
  • Laut BKK Gesundheitsreport 2010 werden arbeitslose Menschen fast doppelt so häufig im Krankenhaus versorgt und weisen dort zweieinhalbfach längere Behandlungszeiten im Vergleich zu Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2009 auf.
  • Psychische Erkrankungen sind die dominierende Ursache für einen Krankenhausaufenthalt. Ein Drittel der Krankengeldtage (28,8%) wird bei Arbeitslosen durch psychische Störungen verursacht (vgl. BKK Gesundheitsreport 2011).
  • Im BKK Gesundheitsreport 2011 wird festgehalten, dass die Verordnung von Psychopharmaka bei Arbeitslosen mehr als doppelt so hoch ist wie bei Beschäftigten. Die Altersgruppe der 45- bis 54-jährigen arbeitslosen Menschen ist besonders betroffen: 20% der Arbeitslosen wurde 2010 mit Antidepressiva behandelt, während der Anteil der Verordnungen bei den Beschäftigten hingegen bei 7,5% liegt.
  • Arbeitslose schätzen ihren Gesundheitszustand insgesamt schlechter ein als Beschäftigte. Eine Befragung für die GEDA-Studie 2009 des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass arbeitslose Frauen ihre Gesundheit doppelt so häufig wie Erwerbstätige als mittelmäßig bis schlecht bewerten.
  • Bereits die subjektiv wahrgenommene Arbeitsplatzunsicherheit kann gesundheitlichen Stress erzeugen und somit negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben (vgl. Dragano, N. & Siegrist, J., 2006). GEDA 2010 kommt zu dem Ergebnis, dass gesundheitliche Probleme nicht nur bei Arbeitslosen, sondern auch bei prekär Beschäftigten gehäuft vorkommen.

„Wer arbeitslos wird, erlebt dies meist als eine schwere Belastung, die weit über finanzielle Einschränkungen hinausgeht“ (Adamy, 2010)

Was tun?

Die Studie „Kooperation und Verantwortung - Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung“ des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen aus dem Jahr 2007 formuliert folgende Handlungsmöglichkeiten in der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen:

Herausforderung

Lösungsansatz

Vermeidung von Krankheit und Stärkung der Gesundheitsressourcen bei den Arbeitslosen

Frühzeitige Intervention bei den Betroffenen, um ihren Selbstwert und ihre Netzwerke zu stärken und sie zu gesundheitlichen Aktivitäten zu motivieren (Salutogenese)

Verknüpfung von Prävention mit diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten

Neue Strukturen der Arbeitsmarktpolitik, etwa Fallmanagement zur Verbindung von gesundheitlicher Prävention mit Arbeitsförderung in einer Maßnahme

Arbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen sind keine homogene Gruppe.

Spezielle Angebote, z.B. zum Abbau von sozialen Ängsten und Depressivität. Regelungen zur Finanzierung, da Maßnahmen bislang nicht gedeckt werden, die zwischen Präventionsangeboten und Rehabilitation angesiedelt sind.

Lückenhafte Datenerhebung und mangelnde Evaluation bei Präventionsprogrammen für Arbeitslose

Verstärkte Forschung und Evaluation

Schlechte Erreichbarkeit der Zielgruppe und mangelnde Akzeptanz der Programme

Substitutionssetting durch Träger der Aus- und Weiterbildung und der Arbeitslosenhilfe: Freiwilligkeit der Teilnahme, Partizipation durch inhaltliche Mitgestaltung der Programme seitens der Arbeitslosen, Einbeziehung von freien Trägern

... zu den gesetzlichen Grundlagen

Quellen

  • Adamy, Wiliam: Studie Arbeitslosigkeit und Gesundheit (2010). Veröffentlich auf den Seiten des Deutschen Gewerkschaft Bund.
  • BKK Bundesverband: BKK Gesundheitsreport 2010 - Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft. Abrufbar hier.
  • BKK Bundesverband: BKK Gesundheitsreport 2011 - Zukunft der Arbeit. Abrufbar hier.
  • Bundesagentur für Arbeit: Pressemitteilung vom 28.06.210. Wenn Arbeitslosigkeit krank macht.
  • Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Maria Klein-Schmeink, Brigitte Pothmer, Markus Kurth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - 17/9860. Abrufbar hier.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund: Gesundheitsrisiko Arbeitslosigkeit - Wissensstand, Praxis und Anforderungen an eine arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung. Arbeitsmarkt-aktuell Nr. 09 / August 2010. Abrufbar hier.
  • Dragano, N. & Siegrist, J, (2006): Arbeitsbedingter Stress als Folge von betrieblichen Rationalisierungsprozessen - die gesundheitlichen Konsequenzen. In: Badura, B./Schnellschmidt, H. & Vetter, C. (Hrsg.) Fehlzeiten-Report. Heidelberg: Springer Verlag.
  • Hans Böckler Stiftung (2012): Krankheitsrisiko unsicherer Job. Böckler Impuls 08/2012. Abrufbar hier.
  • Hollederer, Alfons (2005): Arbeitslosigkeit, Gesundheit und ungenutzte Potenziale von Prävention und Gesundheitsförderung. In: Badura B, Schellschmidt H, Vetter C (Hg.): Fehlzeiten-Report. Berlin: Springer Verlag, 221-239.
  • Kroll, Lars E. & Lampert, Thomas (2011): Arbeitslosigkeit, soziale Unterstützung und gesundheitliche Beschwerden - Ergebnisse aus der GEDA-Studie 2009 (2011). In: Deutsches Ärzteblatt Jg. 108 | Heft 4 | 28. Januar 2011. Abrufbar hier.
  • Kroll, Lars E. & Lampert, Thomas (2012): Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Gesundheit. Hrsg. Robert Koch-Institut Berlin, GBE-kompakt 1 (3). Abrufbar hier.
  • Robert Koch Institut (2010): Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell 2009« Berlin: Robert Koch Institut. Abrufbar hier.
  • Rogge, B.G. & Kieselbach, T.: Arbeitslosigkeit und suizidale Gefährdung - Zusammenhänge und Schlussfolgerungen für Prävention und Intervention (2010). Prävention - Zeitschrift für Gesundheitsförderung, 33(2), 54-57
  • Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen: Kooperation und Verantwortung - Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung (2007). Drucksache 16/6339. Deutscher Bundestag.
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Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Arbeitslosigkeit und Gesundheit

Ursachen und Fakten, sowie Daten und Handlungsbedarfe im Bereich des Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen können hier heruntergeladen werden (PDF-Datei, 766 kB).

Tipps zum Weiterlesen

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Stefan Bräunling, Ihren Ansprechpartner zum Thema Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen, erreichen Sie hier.

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