Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
    1. Hintergründe, Daten & Materialien
    2. Struktur des Verbundes
    3. Geschäftsstelle
    4. Dokumentationen von Veranstaltungen
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
    1. Ziel: Integrierte kommunale Strategien
    2. Hintergrund
    3. Das Vorhaben
    4. Mitmachen
    5. inforo - das Portal für Fachkräfte
    6. Materialien
    7. AUF DEN PUNKT.
  6. Materialien
    1. Publikationen des Kooperationsverbundes
    2. Themenblätter
    3. Externe Publikationen
    4. Präventionsgesetz
  7. Aktuelles
    1. Beiträge
    2. Termine
    3. Wettbewerbe
    4. News­letter

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

08.08.2017

Gemeinsam. Gerecht. Gesund

Kongress Armut und Gesundheit nimmt den Health in all Policies-Ansatz in den Blick

Maren Janella, Gesundheit Berlin-Brandenburg

Schlagwörter: Armut und Gesundheit, Gesundheitspolitik, Kongresse

Auf­ruf zur Beteiligung - Call for Ab­stracts

Im kommenden Jahr findet der Kon­gress Ar­mut und Ge­sund­heit am Diens­tag und Mitt­woch, 20. und 21. März 2018 statt, wie­de­rum an der Technischen Uni­ver­si­tät Ber­lin. Schwer­punkt ist das The­ma Health in all Policies.

Noch bis zum 9. Ok­to­ber 2017 haben Sie Ge­le­gen­heit, ein Ab­stract einzureichen, um das Kon­gressprogramm des kommenden Jahres aktiv mit zu ge­stal­ten.

Nähere Informationen fin­den Sie auf der Website www.armut-und-gesundheit.de.

Der bundesweite Kon­gress Ar­mut und Ge­sund­heit hat es sich zum Ziel ge­setzt, an­hand von Beiträgen aus Pra­xis, Politik und Wis­sen­schaft herauszuarbeiten, wie so­zi­al bedingte Ungleichheiten in Ge­sund­heitschancen wirk­sam und nach­hal­tig abgebaut wer­den kön­nen. Mit zentralen Impulsen für gesundheitspolitische Stra­te­gien trägt der Kon­gress das Ziel der gesundheitlichen Chan­cen­gleich­heit durch einen konstruktiv angelegten Di­a­log in das öffentliche Be­wusst­sein der Fachöffentlichkeit und da­rü­ber hinaus. Der An­satz des Health in all Policies (HiaP) soll im Kon­gressjahr 2018 im Mit­tel­punkt der Diskussionen ste­hen. Ziel wird es sein, die­ses Kon­zept in­halt­lich wei­ter zu ent­wi­ckeln und einen konkreten Dis­kus­si­ons­bei­trag zu diesem Them­en­kom­plex zu ent­wi­ckeln.

Was bedeutet eigentlich "Health in all Policies"?

„Ge­sund­heit in al­len Politikfeldern verankern“ beschreibt das Ziel, den As­pekt Ge­sund­heit in al­le Politikfelder hineinzutragen, um Ge­sund­heit und Le­bens­qua­li­tät der Be­völ­ke­rung auf einer brei­ten Ba­sis wirk­sam zu för­dern. Das bedeutet, dass strukturelle Voraussetzungen für diese Verankerung geschaffen (z. B. politikfeldübergreifende Arbeitszusammenhänge) und die Entscheidungsprozesse ent­spre­chend neu ausgerichtet wer­den müs­sen.

Der Health in All Policies-Ansatz setzt ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Ebe­nen voraus:

Unterschieden wer­den die fünf Gestaltungs- bzw. Umsetzungsebenen:

(Abb. 2, Quelle: eigene Darstellung)

  • Globale Ebene
  • Europäische Union
  • Bund
  • Land
  • Kommune

sowie die verschiedenen Politikbereiche:

  • Ge­sund­heit
  • Umwelt
  • Soziales
  • Bildung
  • Arbeit/Wirtschaft
  • Finanzen
  • Verkehr
  • Verteidigung
  • Stadtentwicklung

 Hieran zei­gen sich be­reits die ersten Herausforderungen:

  • auf wel­chen Ebe­nen findet (po­li­tische) Steu­e­rung statt?
  • wie wer­den Entscheidungsprozesse ausgestaltet und Verantwortlichkeiten zugesprochen (Fö­de­ra­lis­mus)?
  • wo er­ge­ben sich hieraus Sy­ner­gien und Anknüpfungspunkte (Entscheidungshebel?)
  • wer hat wel­che (originären) Zu­stän­dig­keit­en?
  • wo er­ge­ben sich hier Schnitt­men­gen?
  • wie be­hal­ten Ressorts ih­re po­li­tische Ei­gen­stän­dig­keit bzw. Iden­ti­tät, wenn viele Themen (u.a. Ge­sund­heit) Querschnittsthemen sein sollen, um po­li­tisch „punkten“ zu kön­nen (weitere Querschnittsthemen sind z. B. In­te­gra­ti­on/Inklusion)?
  • wie wer­den Interessenkonflikte ausgehandelt?
  • wie kann man den Auf- und Aus­bau paralleler Strukturen vermeiden?
  • wel­cher Be­reich verfügt über wel­che Res­sour­cen?
  • wel­che systematischen und inhaltlichen Logiken sind handlungsleitend?
  • wie er­klä­ren sich bestimmte Zusammenhänge und kön­nen diese in verbindliches po­li­tisches Handeln überführt wer­den? (Evidenz als po­li­tische Richt­schnur)

Um Ge­sund­heit in al­le Politikbereiche hereinzutragen gibt es zu­nächst einmal zwei (zu­nächst sehr sim­pel dargestellte) Stra­te­gien:

(Abb. 3, Quelle: eigene Darstellung)

Ent­schei­dung­en, die in an­de­ren Bereichen getroffen wer­den, haben (z.T. eklatante) Aus­wir­kung­en auf die Ge­sund­heit der Menschen. So hat, nach aktuellen Schät­zung­en, bei­spiels­wei­se der „Dieselskandal“ tausende Todesfälle zur Fol­ge (Deutsches Ärzteblatt 2017). Der Ge­sund­heitsbereich sollte in solche Ent­schei­dung­en stärker einbezogen wer­den. Natürlich stellt sich hierbei die Fra­ge nach den Mög­lich­keit­en und Gren­zen so­wie nach Interessenkonflikten (Be­bau­ung von drin­gend benötigtem Wohn­raum vs. Frei- und Grün­flä­chen). Und es schlie­ßen sich Fra­gen nach den Geltungsbereichen der einzelnen Politikfelder und ihren tatsächlichen Einflussmöglichkeiten an. Selbstverständlich gibt es Herangehensweisen und Modelle, die ei­ne steuernde Wir­kung ein­neh­men sollen: zu nen­nen wä­re hier bei­spiels­wei­se das Health Impact Assessment (HIA, z.B. über­setzt durch den Be­griff „Ge­sund­heitsverträglichkeitsprüfung“). Das Ziel von HIA ist es, Entscheidungsprozesse so zu be­ein­flus­sen, dass die Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung gefördert und Erkrankungsrisiken gemindert wer­den. In Deutsch­land wer­den HIA-Elemente seit den 1980er Jahren vor allem über Umweltverträglichkeitsprüfungen eingeführt.

Eine an­de­re strategische Vorgehensweise ist die stärkere Aus­ei­nan­der­set­zung mit den Logiken und handlungsleitenden Grundsätzen der weiteren Politikbereiche und ihrer Akteur*innen. Zu begreifen, wa­rum bestimmte Ent­schei­dung­en getroffen wer­den und welchen Nutzen die je­weils an­de­ren Ressorts da­von hätten, diese un­ter der Fra­ge­stel­lung der „Ge­sund­heitsverträglichkeit“ (neu) zu hinterfragen, sind hier die ersten Schritte.

Diese Herangehensweise scheint die nachhaltigere Op­ti­on darzustellen, da man die Motive und In­te­res­sen­la­gen in an­de­ren Politikbereichen weniger über po­li­tischen Druck als über wirkliche Über­zeu­gungs­ar­beit verstehen und hieran an­knüp­fen kann. Der Kon­gress möchte ei­nen entscheidenden Bei­trag da­zu leis­ten herauszuarbeiten, was die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ge­sund­heitsbereich den Akteuren aus an­de­ren Feldern kon­kret nützt.

Damit ist auch ein weiterer Auf­trag verbunden, der deut­lich frü­her ansetzt: Ge­sund­heit muss po­li­tisch wer­den, d.h. von an­de­ren Politikfeldern über­haupt erst einmal als po­li­tischer Ge­gen­stand verstanden wer­den. „Die Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung ist ein wichtiges Ziel von Politik“, heißt es im Po­si­ti­ons­pa­pier des Zukunftsforums Public Health (Zukunftsforum 2017). Dies ist die Voraussetzung da­für, über­haupt in ei­ne Verhandlungsposition zu kom­men. Zugleich muss Ge­sund­heit als Be­griff von allen Politikbereichen ähn­lich verstanden wer­den. Hierfür müs­sen Kompetenzen aufgebaut wer­den, um Einflussfaktoren und Wirkmechanismen zu begreifen.

Eine ganz wesentliche Kritik an dem An­satz lautet, dass die Um­set­zung von HiaP die Rol­le des Ge­sund­heitsbereiches schwä­chen und ihn aus sei­ner Verantwortung ent­las­sen könnte.

Jedoch lie­gen, wie zu­vor dargestellt, ca. 80 % der Einflussfaktoren auf Ge­sund­heit au­ßer­halb des Ge­sund­heitsbereiches. Die Verantwortung für die Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung da­her al­lei­ne auf den Ge­sund­heitsbereich zu über­tra­gen, ist fahr­läs­sig und ignoriert jede Evidenz. Ge­sund­heit zu för­dern oder wie­der herzustellen, ist ei­ne gesamtgesellschaftliche Auf­ga­be, die we­der von Einzelpersonen noch von Bereichen im Al­lein­gang erbracht wer­den kann (noch sollte)! Die Expert*innen auf der 8. Ge­sund­heits­konferenz in Helsinki konnten herausarbeiten, dass gelingende Beispiele im Auf­bau von gesamtpo­li­tischen Stra­te­gien ins­be­son­de­re da­durch gekennzeichnet waren, dass sie ressortübergreifend (als interministerielle Arbeitsgruppe und Steu­e­rung) angelegt waren und die Zivilgesellschaft einbezogen.

Health in all Policies: work in progress?

Als Leit­ge­dan­ke wird Health in all Policies im Public Health-Bereich seit langer Zeit diskutiert. Der Kon­gress Ar­mut und Ge­sund­heit 2018 knüpft an die Themen von 2015 an und geht in konstruktiv angelegten Diskussionen folgenden Fra­gen nach:
Bestandsaufnahme: Wie steht es um die praktische Um­set­zung von HiaP in Deutsch­land?

  • Welche Potenziale und Herausforderungen des HiaP-Ansatzes kön­nen an­hand konkreter Beispiele herausgearbeitet wer­den?
  • Welche Herausforderungen gibt es in der Zu­sam­men­ar­beit der zu­vor beschriebenen vertikalen Ach­se (föderale Struk­tur) und der horizontalen Ach­se (Politikbereiche)?
  • Welche konkreten Anknüpfungspunkte gibt es be­reits zwi­schen der Ge­sund­heitspolitik und an­de­ren Politikbereichen und wie kön­nen diese Er­fah­rung­en ggf. auf an­de­re Politikfelder über­tra­gen wer­den?
  • Gibt es von Sei­ten der vielfältigen Akteur*innen des Kon­gresses konkrete Hand­lungs­empfeh­lun­gen?

Unter dem Mot­to „Gemeinsam.Gerecht.Gesund.“ lädt der Kon­gress Ar­mut und Ge­sund­heit herzlich da­zu ein, Health in all Policies aus dem Blick­win­kel gesundheitlicher Chan­cen­gleich­heit wei­ter zu dis­ku­tie­ren.

Land in Sicht - Satellitentagung am Montag, 19. März 2018

Allzu oft gerät die Per­spek­ti­ve ländlicher Regionen aus dem Blick­feld, wenn wir über den Auf­bau kommunaler Stra­te­gien sprechen. Dabei ste­hen die Akteure vor Ort vor besonderen strukturellen Herausforderungen (Stich­wort: Ent­fer­nung­en, Angebotsstruktur) und haben besondere Res­sour­cen, auf die sie zu­rück­grei­fen kön­nen (Stich­wort: sozialer Zu­sam­men­halt).  „Land in Sicht - Auf­bau von Präventionsketten im ländlichen Raum“ lautet des­halb das Mot­to der kommenden Satellitentagung, die am Mon­tag, den 19. März 2018 eben­falls an der TU Ber­lin stattfindet. Ausgerichtet wird sie vom Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit.  

  • Näheres fin­den Sie in Kür­ze hier.
  • Zur Do­ku­men­ta­ti­on der diesjährigen Satellitentagung ge­lan­gen Sie hier.

Zurück zur Übersicht

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Gesundheit Berlin-Brandenburg

Tel. 030/44319076
Kontakt per Mail

Weitere Beiträge

Ge­sund­heit so­li­da­risch ge­stal­ten

Es ist so­weit: Datum und The­ma des kommenden Kongresses Ar­mut und Ge­sund­heit ste­hen fest. Am 16. und 17. März 2017 la­den wir Sie ein, ge­mein­sam mit uns das The­ma "Ge­sund­heit so­li­da­risch …

Gesundheit ist gesetzt!? - Der Kongress Armut und Gesundheit 2016

Das Prä­ven­ti­onsgesetz ist am 25. Ju­li 2015 in Kraft getreten. Nicht nur wer­den da­mit die Aus­ga­ben der Kran­ken­kas­sen für Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on mehr als verdoppelt. Auch …

… weitere Beiträge von
Maren Janella

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.