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18.10.2011

Fit for Work-Tagung beschreibt Wege zum Erfolg

Träger müssen Umsetzungshürden abbauen und Ressourcenstärkung bringt mehr als Bewerbungsdruck

Michael Bellwinkel, ehem. GKV Spitzenverband, BKK Bundesverband; bis 2019 Mitglied des Beratenden Arbeitskreises des Kooperationsverbundes

Schlagwörter: Empowerment, Fachtagung, Integration, Prävention, Veranstaltungsbericht

Ob bei der Bewertung des bislang Erreichten, bei der Bilanzierung der Erfolge der verfügbaren Maßnahmen oder Beschreibung der noch zu lösenden Probleme,  in den Vorträgen und Diskussionen auf der 8. Tagung des DNBGF-Forums „Arbeitsmarktintegration und Gesundheitsförderung“ am 12. Oktober in Essen herrschte weitgehend Einigkeit in der Bestandsaufnahme. In einem Satz zusammengefasst:  Der heutige Stellenwert der Gesundheitsförderung für Arbeitslose ist deutlich größer, als noch vor fünf Jahren  zu erwarten war, die konkreten Programme und Maßnahmen führen dazu, dass sich die Teilnehmer gesünder fühlen und selbstbewusster werden, und für einen breiteren Einsatz dieser Programme ist es notwendig,  dass die potenziellen Kostenträger gemeinsam die Hürden aus dem Weg räumen, die sich aus dem Nebeneinander verschiedener Zuständigkeiten und Rechtskreise ergeben.

Grundsätzliche Einigkeit herrschte auch zu Erkenntnissen, die manche in der öffentlichen Diskussion zu hörenden Fehl- und Vorurteilen widersprechen:

  • Längst nicht alle Langzeitarbeitslose müssen motiviert oder gar durch Sanktionen in Bewegung gebracht werden, wie Arne Bethmann vom IAB der Bundesagentur für Arbeit anhand einer Befragung zeigte; ein großer Teil ist mindestens 20 Stunden die Woche aktiv, in Fortbildungsmaßnahmen, in der Familienarbeit (als Betreuungsperson für Kinder oder Ältere) oder als geringfügig Beschäftigte
  • Ein nicht genau spezifizierter Teil der Arbeitslosen hat, oft aus gesundheitlichen Gründen, keine realistische Chance auf eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt; für diese Personen, so Dr. Carsten Linnemann, Arbeitsmarktexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, müsse ein „anderer Arbeitsmarkt“ eröffnet werden, der diesen Personen „sofort eine sinnstiftende Tätigkeit“ eröffnet
  • Die „soziale Hängematte“ ist eine Randerscheinung, so wurden in NRW, wie Johannes Pfeiffer, Geschäftsführer Grundsicherung in der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit bei einer Million Leistungsempfänger nur 29 000 Sanktionen verhängt; mehr und härtere Sanktionen seien nicht nötig, aber ganz könne man auf dieses Instrument nicht verzichten
  • Eine „menschenwürdige Arbeitslosigkeit“ erreiche man jedoch, so der Sozialethiker Dr. Gottfried Schweiger von der Universität Salzburg, nicht durch Druck und starre Erwartungen. Damit Arbeitslose ihre vorhandenen Potentiale entdecken und entwickeln können und das auch als Chance sehen, müsse man ihnen die „Freiheit zur Wahl“ geben und im Dialog mit ihnen nach neuen Wegen suchen. Die Betroffenen brauchen zudem Sicherheit und eine Lebensqualität, zu der auch die Übernahme sozialer Verantwortung gehört.

 

Angesichts der weitgehenden Übereinstimmung zu Ausgangslage und Zielen der Gesundheitsförderung für Arbeitslose wie für Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen standen in den Diskussionen und Workshops Fragen der praktischen Umsetzung im Mittelpunkt. Ein Themenfeld war hier die Frage von Zuständigkeiten und Organisation, sowohl in Bezug auf Trägerschaft und Finanzierung wie im konkreten „Geschäft“ mit den BA-Kunden.  

In seiner Einführung verwies  Dr. Carsten Stephan vom  BKK Bundesverband darauf, wie wichtig eine klare Arbeits- und Aufgabenteilung sei und dass dafür auch eine gemeinsame Sprache gefunden werden müsse; die von der BA nun hoch gewichtete „Gesundheitsorientierung“ beispielsweise entspreche eben nicht der Gesundheitsförderung, wie sie von der GKV entwickelt wird. Allerdings zeigte er sich optimistisch, dass solche Probleme wie die Frage „wer zahlt für was“ im Konsens geklärt werden können.  Auf operativer Ebene wurde unter anderem diskutiert, ob und inwieweit die Mitarbeiter der BA „Gesundheitskompetenz“ erlangen können oder sollen und wie der Austausch der an der Betreuung beteiligten Menschen und Institutionen aussehen sollte.

Die Podiumsdiskussion, an der neben Dr. Stephan die Bundestagsabgeordneten Bärbel Bas (SPD) und Dr. Carsten Linnemann (CDU) sowie Johannes Pfeiffer von der BA teilnahmen, bestätigte nochmals den Eindruck, dass es einen grundsätzlichen Dissens zum Thema offenbar nicht mehr gibt. Nicht nur, weil auch die SPD-Gesundheitspolitikerin die Meinung vertrat, dass es manche Arbeitslose gäbe „die sich weigern von Duisburg Nord nach Duisburg Süd“ zu pendeln, die man ohne Sanktionen nicht in Bewegung bringen könne; und nicht nur, weil auch der CDU-Arbeitsmarktexperte die Meinung vertritt, dass „die Menschen grundsätzlich Arbeit wollen“. Wichtiger waren die strategischen Perspektiven, die vom Podium aus aufgezeigt wurden: Man müsse ehrlich genug sein um anzuerkennen, dass für einige hunderttausend Arbeitslose die Reintegration in den normalen Arbeitsmarkt illusorisch sei, und man müsse sich bei allen Arbeitslosen mehr darauf konzentrieren, ihre Stärken herauszuarbeiten.

Vor allem aber wurde, weil gesundheitliche Probleme in der Arbeitslosigkeit ja immer eine Vorgeschichte haben, unisono nach deutlich mehr Prävention gerufen, im betrieblichen Bereich wie in den anderen Settings. So stellte Bärbel Bas heraus, wie wichtig es sei, ein schlüssiges und finanziell ausreichendes Präventionskonzept „von Anfang an“ auf den Weg zu bringen, während Dr. Linnemann und Johannes Pfeiffer die Rolle der Arbeitgeber betonten: BGF, so Dr. Linnemann, sei nun einmal eine unternehmerische Aufgabe, oder, wie Johannes Pfeiffer  ausdrückte: Der Arbeitgeber muss „gute Arbeit“ für seine Mitarbeiter sicherstellen.

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