Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
    1. Hintergründe, Daten & Materialien
    2. Struktur des Verbundes
    3. Geschäftsstelle
    4. Dokumentationen von Veranstaltungen
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
    1. Ziel: Integrierte kommunale Strategien
    2. Hintergrund
    3. Das Vorhaben
    4. Mitmachen
    5. inforo - das Portal für Fachkräfte
    6. Materialien
    7. AUF DEN PUNKT.
  6. Materialien
    1. Publikationen des Kooperationsverbundes
    2. Themenblätter
    3. Externe Publikationen
    4. Präventionsgesetz
  7. Aktuelles
    1. Beiträge
    2. Termine
    3. Wettbewerbe
    4. News­letter

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

11.09.2012

Der zehnte GKV-Präventionsbericht 2011

Interview mit den Referenten des GKV-Spitzenverbands

Dr. Volker Wanek, GKV-Spitzenverband
Karin Schreiner-Kürten, GKV-Spitzenverband
Holger Kilian, MPH, Gesundheit Berlin-Brandenburg

Schlagwörter: Armut, Bericht, Betriebliche Gesundheitsförderung, Empowerment, GKV, Interview, Kinderschutz, Kita, Netzwerk, Partnerprozess, Prävention, Schule, Setting

Im März 2012 legten die Kran­ken­kas­sen der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ihren „Prä­ven­ti­onsbericht 2011“ vor, der auf Da­ten des Jahres 2010 basiert. Dieser zehn­te Prä­ven­ti­onsbericht stellt die GKV-geförderten Maß­nah­men der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung in drei großen Abschnitten zum Setting-An­satz (außerbetriebliche Lebenswelten), dem individuellen An­satz (Schulungs- und Kursangebote) und der betrieblichen Ge­sund­heits­för­de­rung vor.

Umfangreichster Be­reich ist nach wie vor der individuelle An­satz, in des­sen Um­set­zung 2010 240 Millionen Eu­ro flossen. Die für den nicht-be­trieb­li­chen Setting-An­satz bereitgestellten Mit­tel um­fass­ten mit 23 Millionen Eu­ro nur knapp zehn Pro­zent da­von - al­ler­dings im Vergleich zum Vorjahr mit deut­lich steigender Tendenz, wie der Be­richt be­tont. Im glei­chen Zeit­raum gingen die Aus­ga­ben für den individuellen An­satz um sechs Pro­zent zu­rück. Dies ist ei­ne durch­aus erwünschte Verschiebung, wie Volker Wanek und Ka­rin Schrei­ner-Kürten vom GKV-Spitzenverband im In­ter­view be­to­nen. Die Aus­ga­ben für die betriebliche Ge­sund­heits­för­de­rung sind mit 42 Millionen Eu­ro knapp dop­pelt so hoch wie für die nicht-betrieblichen Settings.

Umfangreiche Entwicklungen in den letzten zehn Jahren

Vergleicht man diesen zehnten Prä­ven­ti­onsbericht mit dem ersten von 2001 (verfügbar hier), so wer­den die umfangreichen konzeptionellen Ent­wick­lung­en deut­lich, die sich in zehn Jahren der ge­sund­heits­för­dern­den GKV-Praxis vollzogen haben. Im Jahr 2000 war der § 20 des fünften So­zial­ge­setz­bu­ches wie­der eingeführt worden, der den gesetzlichen Kran­ken­kas­sen den Auf­trag erteilte, auch An­ge­bo­te der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung zu fi­nan­zie­ren und da­mit ins­be­son­de­re ei­nen Bei­trag zur Ver­min­de­rung so­zi­al bedingter ungleicher Gesundheitschancen zu leis­ten. Wurden 2001 noch 247 Maß­nah­men in nichtbetrieblichen Settings aufgeführt, so ist diese Zahl nach dem Be­richt 2011 auf ins­ge­samt 30.000 Settings angewachsen. Welche Settings sind das? 2001 fand ein Viertel aller In­ter­ven­tio­nen in Be­rufs­schu­len statt, die 2010 mit drei Pro­zent nur noch ei­ne untergeordnete Rol­le spielten, wäh­rend 53 Pro­zent der An­ge­bo­te in Kin­der­ta­ges­stät­ten durchgeführt wurden, die 2001 nur zu 7,3 Pro­zent vertreten waren.

Doch nicht nur quan­ti­ta­tiv gab es Verschiebungen, auch qua­li­ta­tiv hat sich in den zehn Jahren viel getan: Existierte 2001 nur für gut 40 Pro­zent aller Setting-Ansätze ei­ne Entscheidungs- und Steu­erungs­struk­tur, die auch Akteure aus den Settings mit einbezog, sind dies zehn Jahre spä­ter im­mer­hin 68 Pro­zent, im Setting Stadt­teil so­gar 85 Pro­zent der An­ge­bo­te. Andere wichtige In­for­ma­tio­nen fin­den sich noch gar nicht im Be­richt 2001, bei­spiels­wei­se der An­teil von Interventionen in „sozialen Brenn­punk­ten“ (2010: 25 Pro­zent der Kitas und 40 Pro­zent der Stadt­teile) oder der Ver­hal­tens- und Verhältnisbezug der Maß­nah­men, der im Be­richt 2010 nur zwei Pro­zent aus­schließ­lich  verhaltensbezogener Aktivitäten nachweist. Und noch ei­ne in­te­res­san­te Verschiebung zeigt sich: Wurden 2001 zur Er­mitt­lung der Bedarfslagen in den Settings u. a. noch Ein­stel­lung­en und Verhaltensweisen „ge­mes­sen“ und die Routinedaten der GKV hinzu­ge­zo­gen, so do­mi­nie­ren 2010 mit deutlichem Ab­stand direkte Me­tho­den wie die Be­fra­gung der Ziel­grup­pe und Be­ge­hung des Settings.

So ein­drucks­voll und vielfach positiv die Ent­wick­lung­en der präventiven und gesundheitsfördernden Pra­xis der GKV sich dar­stel­len, wä­re es wün­schens­wert, wenn die Berichte der kom­menden Jahre ne­ben den umfassenden statistischen Dar­stel­lung­en auch Informationen zu den konkreten Angeboten der Kran­ken­kas­sen enthielten: Welche Programme kom­men zum Ein­satz? Welche Er­fah­rung­en konnten ge­sam­melt wer­den? Hier liegt in­zwi­schen ein umfangreicher Er­fah­rungs­schatz vor, der für die kon­zep­tio­nel­le Wei­ter­ent­wick­lung von Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung ins­be­son­de­re in nichtbetrieblichen Settings einen wichtigen Bei­trag leis­ten könnte.

Der Präventionsbericht 2011 kann auf den Seiten des GKV-Spitzenverbandes und des medizinischen Dienstes der Krankenkassen herunter geladen werden (PDF-Dokument).

„Wir fördern den Strukturwandel hin zu den lebensweltbezogenen Leistungen“

In­ter­view mit Vol­ker Wa­nek und Ka­rin Schrei­ner-Kür­ten, Re­fe­ren­ten beim GKV-Spit­zen­ver­band, Ab­tei­lung Ge­sund­heit, zu­stän­dig für Pri­mär­prä­ven­tion und be­trieb­li­che Ge­sund­heits­för­de­rung.

Info_Dienst: Der aktuelle Präventionsbericht zeigt ei­ne leichte Verschiebung der GKV-Aktivitäten vom individuellen An­satz zum Setting-An­satz auf. Wird sich diese Ent­wick­lung fortsetzen?

GKV-Spitzenverband: Wir sind sehr froh, dass sich der Setting-Ansatz in­zwi­schen als Leis­tung der gesetzlichen Kran­ken­kas­sen etabliert hat. Am An­fang war das noch sehr un­ge­wöhn­lich: Warum sollten sich Kran­ken­kas­sen auch für Ge­sund­heit in Schulen en­ga­gie­ren, wenn dies doch zur Auf­ga­be von Kom­mu­nen und Ländern gehört? Inzwischen ist die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ein e­tab­lier­ter Part­ner in diesem Kon­zert der ge­mein­sa­men Aktivitäten zur Ge­sund­heits­för­de­rung. Der Prä­ven­ti­onsbericht zeigt bei­spiels­wei­se, dass die Kran­ken­kas­sen in zwei von drei Kitas mit Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on aktiv sind. Die Kas­sen sind in den Lebenswelten angekommen und die Ver­ant­wort­li­chen dort neh­men die Un­ter­stüt­zung ger­ne an. Und was die künftigen Per­spek­ti­ven betrifft: Wir wol­len den Struk­tur­wan­del hin zu den lebensweltbezogenen Leis­tung­en dau­er­haft för­dern.

Info_Dienst: Was sind denn aus Ihrer Sicht die wichtigsten Kenn­zei­chen des Strukturwandels im GKV-Engagement, seit im Jahr 2000 der Pa­ra­graf 20 SGB V wie­der eingeführt wurde?

GKV-Spitzenverband: Die wichtigste Ent­wick­lung ist, dass wir als Krankenversicherungssystem in die Lebenswelt der Versicherten hineingegangen sind. Dies bedeutet, dass die Kran­ken­kas­sen die Mit­tel nicht mehr aus­schließ­lich versichertenbezogen, son­dern teil­wei­se auch lebensweltbezogen ein­set­zen. Hier profitieren Versicherte der eigenen Kas­se, Versicherte anderer Kas­sen oder so­gar pri­vat Versicherte.

Ergänzt wird die­ser Pro­zess durch eigene GKV-Präventions- und Ge­sund­heits­ziele, die sich auch auf Lebenswelten - wie Kita, Schule und Be­trieb - beziehen. Die Er­fah­rung­en mit diesen seit 2007 selbst gesetzten Zielen zei­gen: Die Kran­ken­kas­sen haben ih­re da­rauf bezogenen Aktivitäten über­pro­por­ti­o­nal ausgebaut; da­rü­ber wird im Präventionsbericht de­tail­liert be­rich­tet. Ab 2013 wer­den wir in ei­ne neue Ziele-Periode ein­stei­gen, dann auch mit neuen Akzenten. Die aktualisierten Ziele wer­den ge­ra­de in un­se­ren Gre­mien abgestimmt. Mit unseren Zielen wol­len wir da­zu bei­tra­gen, die Ak­ti­vi­tä­ten der Kran­ken­kas­sen auf prioritäre Felder zu kon­zen­trie­ren und Kooperationen mit weiteren Ver­ant­wort­li­chen zu stär­ken.

Info_Dienst: Der Be­richt stellt vor allem Zahlen zum GKV-Engagement zu­sam­men, man erfährt aber we­nig da­rü­ber, wel­che konkreten Aktivitäten und Programme sich dahinter verbergen. Warum?

GKV-Spitzenverband: Wie jede statistische Über­sicht stellt auch der Präventionsbericht die Ak­ti­vi­tä­ten auf einem recht hohen Aggregationsniveau zu­sam­men. Zur Veranschaulichung sind im Be­richt im­mer auch ei­ni­ge Praxisbeispiele eingestreut. Auch wenn wir nicht jede einzelne Maß­nah­me be­schrei­ben, die Inhalte und Rah­men­be­din­gung­en der umgesetzten Projekte las­sen sich aus dem Be­richt schon ent­neh­men. So zei­gen bei­spiels­wei­se die An­ga­ben zu den Laufzeiten und zur Ein­rich­tung von Steuerungskreisen, dass die Kran­ken­kas­sen keine Stroh­feu­er för­dern, son­dern im­mer auch die Nach­hal­tig­keit im Au­ge haben.

Info_Dienst: Der „kommunale Partnerprozess“ des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit unterstützt die Ent­wick­lung kommunaler Gesundheitsstrategien. Wo se­hen Sie hier Anschlussmöglichkeiten für die GKV-Aktivitäten?

GKV-Spitzenverband: Der Ge­dan­ke, dass Maß­nah­men in den einzelnen Lebenswelten am besten in ein kommunales Gesamtkonzept eingebunden sind, findet sich schon im Leit­fa­den, und er wird auch bei den Gesundheitszielen der GKV berücksichtigt. Wir wol­len diesen As­pekt in Zu­kunft in der ge­mein­sa­men Ar­beit mit den Kom­mu­nen noch stärker be­to­nen. Wir se­hen den Partnerprozess als ei­ne sehr positive In­iti­a­ti­ve. Es ist rich­tig, die Ko­or­di­nie­rung auf Gemeindeebene un­ter Ein­schluss der ver­schie­de­nen Lebenswelten wei­ter zu ent­wi­ckeln. Die GKV bringt sich in allen Lebensphasen der Kin­der und Ju­gend­li­chen ein: Sie un­terstützt in der Schwan­ger­schaft, bei der Ge­burt, durch ein umfangreiches Früh­er­ken­nungs­pro­gramm so­wie in den Kitas und Schulen, Letzteres auf Ba­sis der §§ 20 (Pri­mär­prä­ven­tion) und 21 (zahnmedizinische Gruppenprophylaxe) im Sozialgesetzbuch Fünf. Die Stär­ke des Settings „Kom­mu­ne“ ist, dass es die anderen Settings einschließt und so Nach­hal­tig­keit durch Strukturbildung gewährleisten kann.

Die Fragen stellte Holger Kilian.

Der vorliegende Text ist zuerst in der Ausgabe 02/2012 des Info_Dienst erschienen. Diese können Sie hier (PDF-Dokument, 2,6 MB) herunterladen.

Zurück zur Übersicht

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

GKV-Spitzenverband

Tel. 030 / 206 288 3110
Kontakt per Mail

Weitere Beiträge

"Mit einem modernen Regelwerk in die neue Ära starten"

Der GKV-Spitzenverband veröffentlichte im Dezember 2014 die neueste Fassung des "Leitfaden Prävention". Der Leitfaden bildet die Grundlage für die konkrete Umsetzung der Paragrafen 20 und 20a des SGB V.…

GKV Präventionsbericht 2014

Der im No­vem­ber erschienene "Prä­ven­ti­onsbericht 2014" der Gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung­en und des Medizinischen Dienstes des GKV Spitzenverbandes (MDS) zeigt deut­lich den Aus­bau der Leis­tung­en …

… weitere Beiträge von
Dr. Volker Wanek

GKV-Spitzenverband

Tel. 030 / 206 288 3111
Kontakt per Mail

Weitere Beiträge

Themenschwerpunkt der gesetzlichen Krankenkassen: Prävention und Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen

Die gesetzlichen Kran­ken­kas­sen haben ihr En­ga­ge­ment für die Ge­sund­heits­för­de­rung und Primärprävention im Jahr 2014 gesteigert. Das geht aus dem aktuellen "Präventionsbericht 2015" des GKV-Spitzenverbandes …

… weitere Beiträge von
Karin Schreiner-Kürten

Gesundheit Berlin-Brandenburg

Tel. 030 / 443190-68
Fax 030 / 443190-63
Kontakt per E-Mail

Weitere Beiträge

Vorstellung des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit im Bundesgesundheitsblatt

Das aktuelle Bundesgesundheitsblatt mit dem Schwerpunkt "Soziale Ungleichheit und Gesundheit" ist erschienen. Der darin enthaltene Artikel "Gesundheitsförderung in den Lebenswelten gemeinsam stärken" beschreibt,…

Praxisnaher Sammelband zur quartiersbezogenen Gesundheitsförderung

Das im Jahr 2005 initiierte Hamburger Quartiersprojekt "Lenzgesund" gehört bun­des­weit zu den bekanntesten Projekten der gesundheitsorientierten Quartiersentwicklung.  Bereits  2007 durch den Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund …

… weitere Beiträge von
Holger Kilian, MPH

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.