Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Servicenavigation

Sprung zur Hauptnavigation

Hauptnavigation

Sprung zum Seiteninhalt

  1. Über den Verbund
    1. Hintergründe, Daten & Materialien
    2. Struktur des Verbundes
    3. Geschäftsstelle
    4. Kooperationstreffen
  2. Wir in den Ländern
    1. Baden-Württem­berg
    2. Bayern
    3. Berlin
    4. Branden­burg
    5. Bremen
    6. Hamburg
    7. Hessen
    8. Mecklen­burg-Vor­pom­mern
    9. Nieder­sachsen
    10. Nord­rhein-West­falen
    11. Rhein­land-Pfalz
    12. Saar­land
    13. Sachsen
    14. Sachsen-Anhalt
    15. Schleswig-Holstein
    16. Thü­ringen
  3. Praxisdatenbank
    1. Über die Praxisdatenbank
    2. Recher­che
    3. Mein Angebot
    4. Häufige Fragen
    5. Neueste Angebote
  4. Qualitätsentwicklung
    1. Good Practice
    2. Qualität im Setting
  5. Partnerprozess
    1. Ziel: Integrierte kommunale Strategien
    2. Hintergrund
    3. Das Vorhaben
    4. Mitmachen
    5. inforo - das Portal für Fachkräfte
    6. Materialien
    7. AUF DEN PUNKT.
  6. Veranstaltungen
    1. Termine
    2. Satellit Armut und Gesundheit
  7. Service
    1. Artikel und Meldungen
    2. News­letter
    3. Videos
    4. Handreichungen
    5. Materialien
    6. Fragen & Antworten
    7. Wettbewerbe
    8. Links
    9. Presse
    10. RSS-Feeds

Seiteninhalt

Sprung zur Fusszeile

21.09.2018

Deggendorf im Wandel

Ein Gespräch über Strategien zur Begegnung des demographischen Wandels

Sandro Pfeiffer, Stadt Deggendorf
Svenja Rostosky, bis September 2018: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Schlagwörter: Kommunen, Stadtentwicklung, Strukturaufbau, Ältere

Der demographische Wan­del schreitet voran und stellt Kom­mu­nen vor vielseitige Herausforderungen. Auch in der bayerischen Kreis­stadt Deggendorf ist die Al­te­rung der Be­völ­ke­rung deut­lich wahrzunehmen. Um da­rauf zu re­a­gie­ren, betreibt die Stadt gezielte Seniorenpolitik und widmet sich unterschiedlichen Handlungsfeldern, die ein altersfreundliches Leben er­mög­li­chen sollen. Deggendorf wandelt sich. Dafür sind verschiedene Ak­teu­rin­nen und Akteure und deren vernetzte Zu­sam­men­ar­beit von zentraler Be­deu­tung.

Sandro Pfeiffer, persönlicher Re­fe­rent des Oberbürgermeisters der Stadt Deggendorf, im Ge­spräch mit Sven­ja Rostosky, Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit

 

Herr Pfeiffer, kön­nen Sie zu An­fang kurz Ihr Pro­jekt be­schrei­ben?

„Deggendorf im Wan­del“ ist kein Pro­jekt im eigentlichen Sinne, vielmehr wurde es als Wettbewerbsbeitrag zur kommunalen Seniorenarbeit und zur Ge­sund­heit in der Kom­mu­ne im Rahmen des Wettbewerbs „Gesund älter wer­den in der Kom­mu­ne - be­wegt und mo­bil" verfasst.

Ein wesentlicher Be­stand­teil ist das im Jahr 2007 erstellte Handlungskonzept, wel­ches ste­tig weiterentwickelt wird. Momentan wird zu­dem die Vision „Wir sind Deggendorf“ entwickelt, in der verschiedene Handlungsfelder - Menschen mit Handicaps, ältere Menschen, Menschen mit geringem Einkommen, die Be­kämp­fung von Ein­sam­keit - betrachtet wer­den. Der aktuelle Schwer­punkt liegt auf der Ge­sund­heit von Se­ni­o­rin­nen und Senioren.

Was waren Ihre Beweggründe, ein solches Handlungskonzept zu er­stel­len? Welchen spezifischen Herausforderungen soll da­mit begegnet wer­den und wie wird dies angegangen?

Die große Kreis­stadt Deggendorf liegt im ländlichen Raum Niederbayerns. Zwar kann Deggendorf als regionales Zen­trum der Re­gi­on einen leichten Einwohnerzuwachs verzeichnen, die umliegenden Landkreise sind al­ler­dings von einem Bevölkerungsrückgang geprägt. Der demografische Wan­del macht sich auch hier be­merk­bar und bringt ei­ni­ge Herausforderungen mit sich, auf die die Kom­mu­ne ent­spre­chend re­a­gie­ren muss. Um den sich wandelnden Er­war­tung­en ge­recht zu wer­den, muss ein Umdenken im Pla­nen, Handeln und Gestalten er­fol­gen. Nicht nur die Gesundheitsvorsorge, auch die In­fra­struk­tur und das kulturelle Pro­gramm müs­sen an die neuen Ge­ge­ben­heit­en an­ge­passt wer­den.

© Stadt Deggendorf

Vor diesem Hintergrund wurde das „Handlungskonzept De­mo­gra­phie“ erstellt, wel­ches verschiedene Stra­te­gien und Ziele verfolgt. Diese wurden durch ei­ne im Jahr 2013 in Zu­sam­men­ar­beit mit der Technischen Hochschule Deggendorf durchgeführte Seniorenbefragung wei­ter konkretisiert.

Ein Handlungsfeld ist der Aus­bau der Mobilität. Um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die In­fra­struk­tur zu verbes­sern, wurde in Deggendorf ein Mo­dell eingeführt, bei dem Personen ab 75 Jahren den ÖPNV kos­ten­los nut­zen kön­nen, wenn sie ihren Füh­rer­schein ab­ge­ben. Dies gilt mitt­ler­wei­le für den gesamten Landkreis. Zudem gibt es ein Sammeltaxi, wel­ches Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu festgelegten Zeiten ru­fen kön­nen, um re­la­tiv preis­wert zu den gewünschten Zielen im gesamten Stadtgebiet gebracht zu wer­den. Auch Projekte wie Bordsteinabsenkungen im gesamten Stadtgebiet, der Ein­bau ei­nes Aufzuges am Bahn­hof so­wie die Asphaltierung viel genutzter Wege wurden be­reits umgesetzt.

Trotzdem steht Deggendorf noch vor ei­ni­gen Herausforderungen. Die Busse verkehren nur einmal pro Stun­de und ei­ni­ge Stadtteile wer­den gar nicht angefahren. Hier müs­sen wei­tere Potenziale genutzt wer­den, um den ÖPNV noch attraktiver zu ge­stal­ten. Kostenmodelle sollen vereinfacht, günstiger und zu­dem transparenter gemacht wer­den. Der Frei­staat Bay­ern ruft der­zeit Kom­mu­nen da­zu auf, als Mo­dellkommunen zu tes­ten, wie ein kostenfreier ÖPNV funk­ti­o­nie­ren kann. Auch Deggendorf wird sich mög­li­cher­wei­se da­ran be­tei­li­gen. Zudem ist ei­ne neue Buslinie im Ge­spräch, die das Kli­ni­kum im Halbstundentakt bes­ser an­bin­den soll.

Ein wei­teres zentrales Handlungsfeld ist die In­for­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Damit die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Stadt Deggendorf erschließen kön­nen, fin­den regelmäßige Senioren-Stadtrundfahrten statt. Zudem gibt es einmal jähr­lich ein kos­ten­loses Seniorenkaffeetrinken mit dem Ober­bür­ger­meis­ter, welcher au­ßer­dem einmal pro Jahr al­le Pflegeheime besucht, um dort über Neu­ig­keit­en zu in­for­mie­ren und für Fra­gen zur Verfügung zu ste­hen. Durch diese Sprechstunden wurde deut­lich, dass bei den älteren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ein großer Ge­sprächsbedarf besteht.

 

© Stadt Deggendorf

Um da­rauf nicht nur punk­tu­ell, son­dern lang­fris­tig zu re­a­gie­ren, wurde im Ju­li 2018 das Seniorenbüro eröffnet. Dieses widmet sich al­len Anliegen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und soll als ers­ter An­sprech­part­ner bei möglichen Fra­gen die­nen so­wie als zentrale An­lauf­stel­le und Vermittler fun­gie­ren.

„Wir helfen, so­weit wir kön­nen.“

Bereits in den ersten Wo­chen zeigte sich, dass das Seniorenbüro au­ßer­or­dent­lich gut an­ge­nom­men wird und die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sich mit einer Fül­le an verschiedenen Themenbereichen dort hinwenden. Von fehlenden Sitzgelegenheiten an den Friedhöfen, der Hilfe bei Problemen mit der Kran­ken­kas­se über ältere berentete Menschen, die sich ein­sam füh­len und Aus­tausch su­chen, waren al­le möglichen An­fra­gen vertreten. Es wurde be­reits vorab deut­lich kommuniziert, dass das Seniorenbüro keine Lö­sung all die­ser Probleme leis­ten kann. Vielmehr fungiert es als Vermittler, der die Menschen an die entsprechenden Institutionen weiterleitet.

© Stadt Deggendorf

Welche Ak­teu­rin­nen und Akteure braucht es, um diese Herausforderungen zu meis­tern und die entsprechenden Aktivitäten umzusetzen? Wie sieht die Zu­sam­men­ar­beit die­ser aus?

Das Handlungskonzept wird mit­hil­fe zahlreicher unterschiedlicher Part­ne­rin­nen und Part­ner umgesetzt. So sind Agierende aus der Kommunalpolitik und -verwaltung wie der Bür­ger­meis­ter bzw. der Landrat, das Stadtplanungsamt, Senioren- und Familienbeauftragte so­wie Vertreterinnen und Vertreter der „Bürgerarbeit“, die sich um die Ko­or­di­na­ti­on von Ehrenamtlichen kümmern, beteiligt. Zudem sind viele verwaltungsexterne Ak­teu­rin­nen und Akteure in­te­griert, wie Alten- und Pflegeheime, Kir­chen, Seniorenfreizeitstätten, Sportverei­ne, Bildungseinrichtungen wie Schulen oder die Volkshochschule, Wohlfahrtsverbände oder der Senioren-Aktiv-Club, der durch vielseitige An­ge­bo­te unterstützt. Die Zu­sam­men­ar­beit wird über den Seniorenbeirat koordiniert, der wie ein Kon­zen­trat aus all diesen Ak­teu­rin­nen und Akteuren fungiert. Dort sind Stell­ver­tre­te­rin­nen und -vertreter aus jedem Be­reich vertreten, die in regelmäßigen Abständen zu­sam­men­kom­men. So kann ei­ne vernetzte Zu­sam­men­ar­beit ge­lin­gen. Diese soll auch durch das Seniorenbüro noch wei­terwachsen.

Was wün­schen Sie sich für die Zu­kunft und wel­che wei­teren Ak­teu­rin­nen und Akteure würden Sie ger­ne für Ihr Vorhaben ge­win­nen?

Deggendorf würde zu­künf­tig ger­ne ein Pflegestützpunkt wer­den, um sei­ne Funktionen und Zu­stän­dig­keit­en noch wei­ter aus­bau­en zu kön­nen. Diesbezüglich fin­den be­reits Gespräche mit dem Landkreis statt. Durch ei­nen Pflegestützpunkt könnte noch ei­ne ganz an­de­re Qua­li­tät erreicht wer­den.

 

Zurück zur Übersicht

Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Autor

Sandro Pfeiffer
- Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters -

Stadt Deggendorf

Tel. +49(991)2960-104
Fax +49(991)2960-109
Kon­takt per E-Mail

bis September 2018: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Weitere Beiträge

"Einfach Mensch sein dürfen"

Das Pro­jekt "Ge­sund­heit le­ben - Ge­sund­heits­för­de­rung bei Ar­beits­lo­sen in Marzahn-Hellersdorf", wel­ches von Ju­li 2015 bis Ju­ni 2017 lief, hat die Ge­sund­heits­för­de­rung und Arbeitsförderung …

… weitere Beiträge von
Svenja Rostosky

Fusszeile

Sprung zum Seitenbeginn

Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 68 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.