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20.11.2013

Strukturschwach? Sozial stark!

Gemeindenahe Ansätze zur Förderung der psychosozialen Gesundheit arbeitsloser Menschen in Brandenburg

Marlen Katerbaum, bis Ende 2013: Gesundheit Berlin-Brandenburg
Maike Rühl, bis Ende Februar 2014: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Schlagwörter: Erwerbslosigkeit, psychische Gesundheit

Ge­sund­heit­liche und psychoso­zi­ale Be­las­tung­en arbeitsloser Menschen kön­nen deren Chan­cen auf Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt er­schwe­ren. Umgekehrt kann Ar­beits­lo­sig­keit das Wohl­be­fin­den, die Ge­sund­heit und die Le­bens­la­ge deut­lich be­ein­träch­ti­gen - ein Um­stand, der ins­be­son­de­re langzeitarbeitslose Menschen (be-)trifft. Zum Wohl­be­fin­den von Menschen trägt we­sent­lich das Ge­fühl bei, ge­sell­schaft­lich et­was „wert“ zu sein, d. h. gebraucht zu wer­den oder ei­ne sinnvolle Auf­ga­be zu er­fül­len. Ge­sund­heitsfördernde Aspekte kön­nen so­mit durch­aus Be­stand­teil von Maß­nah­men sein, die nicht ex­pli­zit Ge­sund­heit zum The­ma haben. Gerade für strukturschwache Regionen sind ne­ben der wirtschaftlichen Ent­wick­lung demografische Probleme wie die zunehmende Entsiedlung und da­mit Ent­kräf­tung der Regionen von Be­lang. Sie set­zen viel da­ran, al­le Menschen in den Kom­mu­nen und Ge­mein­den zu halten und ih­nen dort ei­ne Per­spek­ti­ve zu ge­ben.

Fachforum am 8. No­vem­ber 2013 in Pots­dam thematisiert den Zu­sam­men­hang von Ar­beits­lo­sig­keit und Ge­sund­heit

Unter dem Mot­to Strukturschwach? Sozial Stark! veranstaltete die Koordinierungsstelle Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit Bran­den­burg am Frei­tag, dem 8. No­vem­ber 2013 ein Fachforum zu gemeindenahen Ansätzen zur För­de­rung der psychoso­zi­alen Ge­sund­heit arbeitsloser Menschen in Bran­den­burg. Ak­teu­rin­nen und Akteure aus den Bereichen Ar­beit, Ge­sund­heit, Ju­gend und Soziales so­wie Vertreterin­nen und Vertreter aus der Regionalentwicklung, aus Ge­mein­den, Verei­nen und anderen gemeinnützigen Ein­rich­tung­en so­wie Ehrenamtliche waren zum Fachaustausch in Ludwigsfelde eingeladen.

Su­san­ne Köh­ler vom Mi­nis­te­ri­um für Ar­beit, Soziales, Frauen und Fa­mi­lie des Landes Bran­den­burg begrüßte die Gäste im Sit­zungs­saal des Rathauses Ludwigsfelde und betonte, dass es sinnvoller und auf die Bedarfe arbeitsloser Menschen abgestimmter An­ge­bo­te so­wie ei­ner tragfähigen Vernetzung bedürfe, um ei­nen Bei­trag zu ei­nem ge­sun­den Le­bens­stan­dard und ge­sell­schaft­licher In­te­gra­ti­on leis­ten zu kön­nen.

Elena Zavlaris vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund stellte in ih­rem Einführungsvortrag den Zu­sam­men­hang zwi­schen Ar­beits­lo­sig­keit und psychoso­zi­aler Ge­sund­heit heraus. Was müs­sen Ar­beits­lo­se psy­chisch be­wäl­ti­gen und was sind mögliche Fol­gen von Langzeitarbeitslosigkeit? Aktuelle Forschungsergebnisse be­le­gen die Kau­sa­li­tät zwi­schen Ar­beits­lo­sig­keit und Verschlechterung der psy­chischen Ge­sund­heit mit Be­gleit­er­schei­nung­en wie Ängst­lich­keit, Hoffnungslosigkeit, gesenktem Aktivitätsniveau, Ein­sam­keit so­wie ei­nem verringerten Selbst­wert­ge­fühl und Depressionsmerkmalen als Hauptsymptome. Vor welchen Herausforderungen steht nun die Ge­sell­schaft bei der Ge­sund­heits­för­de­rung arbeitsloser Menschen und was sind mögliche Lösungsansätze? Frau Zavlaris betonte, dass der Zu­gang zu Prä­ven­ti­onsangeboten so­wie all­ge­mein die Rah­men­be­din­gung­en der Ar­beitswelt und Ar­beitsförderung verbessert wer­den müs­sen. Sozialpolitische Auf­ga­be sei es, den Teu­fels­kreis der so­zi­alen Vererbbarkeit von Ar­mut und Ar­beits­lo­sig­keit durch verbesserte Bildungs- und Be­schäf­ti­gungschancen zu un­ter­bre­chen.

Die da­rauffolgenden Impulse waren Dar­stel­lung­en Guter Pra­xis aus den verschiedenen Regionen Bran­den­burgs mit den Ziel­grup­pen Ju­gend­li­che, Menschen mittleren Lebensalters und ältere Menschen.

Helga Pies-Lümmen von der Agen­tur für bürgerschaftliches En­ga­ge­ment - Kompetenzzentrum Havelland berichtete über das Pro­jekt „Pa­ten für junge Er­wach­se­ne“. Es wurde vom Jobcenter un­ter der Ziel­set­zung der In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt gefördert. Geschulte Ehrenamtliche fun­gie­ren hier als Pat/in­nen, um junge Er­wach­se­ne in ih­rem alltäglichen Leben zu un­ter­stüt­zen. Die begleiteten Ju­gend­li­chen sind in so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­lien aufgewachsen, verfügen häufig über ei­nen geringen oder kei­nen Schul­ab­schluss und haben nur wenige Chan­cen, in ei­ne Erwerbstätigkeit zu ge­lan­gen. Ba­sis des Pat/in­nenmodells ist die Vertrauensbildung. Sie er­mög­licht es den jun­gen Er­wach­se­nen, die ih­nen offerierte Un­ter­stüt­zung anzunehmen und schritt­wei­se ei­ne eigenständige Le­bens­wei­se zu ent­wi­ckeln.

„Weg mit dem Druck auf langzeitarbeitslose Menschen“

Anschließend stellte Uwe Behnke, ehrenamtlicher Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Schönfeld in der Uckermark, die Si­tu­a­ti­on in sei­ner Ge­mein­de dar. Hier herrscht ei­ne Ar­beits­lo­sen­quo­te von ca. 40 Pro­zent; die So­zi­al­struk­tur ist als sehr schwach zu be­zeich­nen. Dies betrifft ne­ben arbeitlosen Menschen ins­be­son­de­re auch deren Fa­mi­lienangehörigen - ih­re Kinder - so­wie ältere Alleinstehende. Uwe Behnke schilderte das En­ga­ge­ment sei­ner Ge­mein­de, über ehrenamtliche Strukturen so­wie öf­fent­lich geförderte Maß­nah­men arbeitslose Menschen in die Ge­mein­schaft zu in­te­grie­ren, ih­nen auf diesem Wege ei­ne Be­schäf­ti­gung und An­er­ken­nung zu ge­ben und sie letzt­lich auch in der Ge­mein­de zu halten.

Dr. Ing­rid Witzsche vom lan­des­weit tä­ti­gen Förderverein Aka­de­mie 2. Lebenshälfte berichtete zum The­ma Lernen-Engagieren-Wandel ge­stal­ten. Der Verein ist mit zehn Kontaktstellen in Bran­den­burg aufgestellt und blickt auf 16.000 Teilnehmende und Aktive pro Jahr. Frau Dr. Witzsche wies da­rauf hin, dass ein Drittel al­ler Ar­beits­lo­sen in Bran­den­burg 50 Jahre und älter sei, und dass diese Ziel­grup­pe zunehmende Ge­sund­heitsprobleme aufweise. Das En­ga­ge­ment des Vereins verdeut­lichte sie an­hand ei­nes Pro­jektes na­mens „Be­we­gung und Prä­ven­ti­on“ mit 122 langzeitarbeitslosen Teilnehmenden. Es wurde vom bun­des­weit tä­ti­gen Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit als Good Practice-Pro­jekt aus­ge­zeich­net: Von den Teilnehmenden sind 81 als aktive Mitglieder im Sportverein geblieben und da­durch auch so­zi­al in­te­griert. Frau Dr. Witzsche forderte: „Weg mit dem Druck auf langzeitarbeitslose Menschen, Schaf­fung von Mög­lich­keit­en für Frei­wil­li­ge und langfristige sinnvolle Tä­tig­keit­en bis zur Ren­te.“

Das am Nachmittag veranstaltete World-Café widmete sich der Fra­ge, wie psychoso­zi­ale Ge­sund­heits­för­de­rung gemeindenah und ressortübergreifend gestaltet wer­den kann. Die Teilnehmenden tauschten sich in klei­nen Grup­pen zu folgenden Fra­ge­stel­lung­en aus:

  • Wie geht es jun­gen Menschen, Menschen mittleren Alters und älteren Menschen in benachteiligter Le­bens­la­ge?
  • Was brau­chen sie, um an ih­rem Wohn­ort ein gesundes und stabiles Leben füh­ren zu kön­nen?
  • Was kann die Ge­mein­de an­bie­ten? Und wie profitiert die Ge­mein­de von ih­rem eigenen En­ga­ge­ment?
© Jan Röhl
Flyer (190kB)

Mai­ke Rühl von Ge­sund­heit Berlin-Bran­den­burg stellte abschließend die Werk­statt „Ge­sund­heits­för­de­rung bei Ar­beits­lo­sen - Ein An­ge­bot für kommunale Ak­teu­rin­nen und Akteure“ der Koordinierungsstelle Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit Bran­den­burg vor und lud die An­we­sen­den ein, die Impulse des Tages in die jeweiligen Kom­mu­nen und Ge­mein­den des Landes zu tra­gen. Das Werk­stattangebot un­terstützt Fachkräfte bei der ressortübergreifenden, bedarfsgerechten Ge­stal­tung gesunder Lebenswelten vor Ort.

Die Ergebnisse des Fachforums wer­den im kommenden Jahr (2014) in ei­ner Do­ku­men­ta­ti­on veröf­fent­licht wer­den.

Für das Ca­te­ring sorgte die Jugendtischlerei des Evangelischen Jugendwerkes Teltow-Fläming.

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bis Ende 2013: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Tel. 030 / 443190-60

bis Ende Februar 2014: Gesundheit Berlin-Brandenburg

Tel.: 0431 94294
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