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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2005

Gesund essen mit Freude

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Immer mehr Kinder leiden unter Übergewicht. Sozial benachteiligte Kinder, insbesondere auch Kinder mit türkischem Migrationshintergrund, sind in besonderem Maße hiervon betroffen. Ziel des Projekts ist es, Müttern – als wichtigen Schlüsselpersonen für die Gesundheit ihrer Familien – theoretische und praktische Kenntnisse bezüglich gesunder Ernährung zu vermitteln und die Integration der erworbenen Kenntnisse in den Familienalltag zu erreichen. Zielgruppe sind Migrantinnen und ihre Familien; das Projekt wird an einer Berliner Grundschule in einem sozialen Brennpunkt durchgeführt. Durch die Verknüpfung von Familie und Schule werden partizipative Prozesse zur Schaffung gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen im Alltag von Familien, die bislang Präventionsangebote wenig wahrnehmen, angestoßen. Über eine Änderung der Essgewohnheiten in den Familien wird der Grundstein für ein dauerhaft gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten der Kinder bis ins Erwachsenenalter hinein gelegt und dadurch ein Beitrag zur Verringerung ernährungsabhängiger chronisch degenerativer Erkrankungen geleistet.


Kontakt

Frau Andrea Möllmann-Bardak
Friedrichstr. 231
10969 Berlin (Berlin)

Telefon: 030 / 44319067

E-Mail: moellmann-bardak@gesundheitberlin.de

Website: http://www.saglik-berlin.de


Projektträger

Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Friedrichstr. 231
10969 Berlin


Hintergrund
Die Notwendigkeit primärpräventiver Interventionen zur Reduzierung des Risikofaktors Übergewicht und die Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens ist anerkannt. Dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Stadtteilen, insbesondere Kinder mit türkischem Migrationshintergrund, diesbezüglich einen besonderen Bedarf haben, ist belegt. Im Zusammenhang mit dem Ernährungsverhalten ihrer Kinder kommt Müttern eine wesentliche Rolle zu. Sie sind die Schlüsselpersonen, die im Bezug auf das Ernährungsverhalten ihrer Kinder eine einflussstarke und nachhaltig prägende Funktion haben. Der Zugang zu Müttern mit Migrationshintergrund und schlechten Deutschkenntnissen gestaltet sich dabei zum Teil als schwierig.
Vorgehen
Der Kurs „Gesund essen mit Freude“ wurde auf Initiative einer Schulsozialarbeiterin an einer Grundschule in einem sozialen Brennpunkt in Berlin durchgeführt. Die große Anzahl übergewichtiger Kinder veranlasste sie, sich mit dem Anliegen an Gesundheit Berlin zu wenden. Die Voraussetzungen für den Kurs wurden geschaffen und der BKK Bundesverband als Förderer des Modellprojekts gewonnen.

In Kooperation mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern der Schule wurde ein zehnwöchiger Kurs für Mütter zum Erlernen eines gesundheitsbewussten Ernährungsverhaltens durchgeführt. Im Rahmen von jeweils zweieinhalbstündigen Gruppengesprächen wurden Themen der gesunden Ernährung besprochen. In praktischen Einheiten wurden die Kenntnisse auf „heimische“ Rezepte angewendet. Bei der Realisierung des Angebots wurde dadurch der kulturelle Hintergrund der Familien besonders berücksichtigt. Dies soll die Integration der erworbenen Kenntnisse in den Alltag der Familien erleichtern.

Die teilnehmenden Mütter erhielten Gelegenheit, sich in der Gruppe mit ihren Alltagsgewohnheiten und Erfahrungen auseinander zu setzen. In einem partizipativen Ansatz wurden gemeinsam realistische Strategien für gesündere Ernährungsweisen entwickelt. Durch die Berücksichtigung kulturbedingter Ernährungsgewohnheiten konnte den Teilnehmerinnen die Integration der Kenntnisse in den Alltag der Familien erleichtert werden.

Ein zentrales Ziel des Kurses war es, den Kindern auch über das Elternhaus ein gesundheitsbewusstes Ernährungsverhalten zu vermitteln. Auch sollten die Voraussetzungen verbessert werden, die für die Schaffung eines gesundheitsfördernden Umfelds in der Schule wichtig sind. Diese Bemühungen sollten im Einklang mit den kulturell geprägten Alltagsgewohnheiten der Familien stehen. Der Kurs wurde in enger Kooperation mit der Schule durchgeführt.

Der Kurs orientierte sich am prioritären Handlungsfeld der gesunden Ernährung und sollte Eltern motivieren, das im Kurs erworbene Wissen selbstständig anzuwenden und fortzuführen.

Insbesondere sollten
- gesundes Ernährungswissen und praktische Anwendung des Erlernten vermittelt werden,
- Gesundheitsverhalten wahrgenommen, verändert und stabilisiert werden,
- den Eltern und Kindern mit der Vermittlung gesunden Ernährungsverhaltens eine realistische und attraktive Gesundheitsalternative im Alltag eröffnet werden,
- das Verantwortungsbewusstsein der Eltern für ihre Gesundheit und die ihrer Kinder gefördert werden,
- die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule verbessert und damit Prozesse zur Schaffung gesundheitsfördernder Rahmenbedingungen im Setting Schule erleichtert werden,
- den Eltern eine Möglichkeit zur partizipativen Teilnahme an gesundheitsfördernden Aktivitäten der Schule eröffnet werden.

Durch die Verknüpfung der Settings Familie und Schule wurde auf eine nachhaltige Integration gesundheitsfördernden Verhaltens gezielt.

Der interkulturelle Kurs ging auf folgende Inhalte ein:
- Schulung zur gesunden und ausgewogenen Ernährung,
- Identifikation von günstigen und ungünstigen Ernährungsverhalten und Ernährungsgewohnheiten,
- gesunde und ausgewogene Ernährung von Kindern,
- Strategien zur Bewältigung von Alltagsproblemen im Zusammenhang mit der Ernährung des Kindes,
- Erkennen von Ess-Störungen und Möglichkeiten der Vorbeugung bzw. Hilfestrukturen.

Durch die Kooperation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule und Nutzung bzw. Förderung der sozialen Kontakte an der Schule wurde eine Intervention im Setting verfolgt. Erfahrungen und Potenziale der Familie sollten für die Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Umwelt in der Schule erschlossen werden. Neben dieser Verhältnisorientierung wurde durch Gruppengespräche sowie durch Informationen und Erläuterungen der Kursleiterin die Förderung des individuellen gesundheitsbewussten Verhaltens verfolgt. Die erworbenen Kenntnisse wurden unmittelbar in praktischen Kochübungen umgesetzt.

Die Teilnehmerinnen wurden über die Risiken falscher Ernährung, insbesondere für die Entwicklung von Kindern, informiert. Die Essgewohnheiten und das Ernährungsverhalten in der Familie wurden im Gruppengespräch überprüft und Bewältigungsstrategien für problematische Alltagssituationen entwickelt.

Der Kurs wurde von einer ausgebildeten Fachkraft (Ökotrophologin) durchgeführt. Sie hat das Kurskonzept gemeinsam mit türkischen Migrantinnen entwickelt und im Rahmen des Kurses ein Kiezkochbuch erstellt. Diese Erfahrungen und Kenntnisse ermöglichten ihr die zielgruppengerechte Umsetzung der kultursensiblen Koch- und Ernährungskurse. Die Teilnahme und die Durchführung der Gruppengespräche wurden dokumentiert.

Die Teilnehmerinnen erhielten das Kiezkochbuch und weiterführende Kursunterlagen zur Verfügung gestellt. Der Erfolg des Kurses wurde in einer abschließenden Befragung der Teilnehmerinnen evaluiert.
Good Practice in
Nachhaltigkeit

Das gemeinsam mit der Zielgruppe entwickelte Kurskonzept wurde mit Unterstützung des BKK Bundesverbands veröffentlicht. Kursmanual und Kursmaterialien werden interessierten Akteuren frei im Internet und als Druckausgabe zur Verfügung gestellt. Somit können Stadtteilzentren, Krankenkassen, Gesundheitsämter, Lehrerinnen und Lehrer, Ernährungsberaterinnen und -berater oder soziale Projekte dieses kultursensible Angebot übernehmen. Dadurch konnte das Angebot auch in anderen Schulen (zum Beispiel im Rahmen von „Anschub.de“) durchgeführt werden, um Eltern für dieses Thema an der Schule zu gewinnen. Darüber hinaus konnte der Ansatz in andere Projekte (zum Beispiel AWO Hippy) integriert werden.

Im Zuge der Verbreitung des Ansatzes wurde neben den Kursangeboten auch ein weiteres Medium im Sinne des Projektgedankens genutzt: Kochrezepte, die die Frauen entwickelt hatten, wurden im türkischsprachigen Fernsehen für Zuschauer in Deutschland vorgestellt. Eine Woche lang wurden die Rezepte jeden Vormittag im Studio nachgekocht und durch Expertengespräche und eine türkischsprachige Telefonhotline begleitet. Die Sensibilisierung für Ernährungsverhalten in Familien mit Migrationshintergrund wurde auf diese Weise in einem für die Zielgruppe wichtigen Medium aufgenommen. Als Expertinnen und Experten wurden wichtige Akteurinnen und Akteure (Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassenvertreterinnen und -vertreter, kultursensible Beratungsstellen, Politikerinnen und Politiker etc.) mit einbezogen. Auf diesem Weg konnte die türkische Community zielgruppengerecht zum Thema Ernährungsverhalten angesprochen werden. Die Resonanz auf die Sendung und die Hotline ermutigte Akteurinnen und Akteure, entsprechende Angebote zu initiieren bzw. im weiteren Verlauf zu unterstützen.

Der Kurs wurde als primärpräventives Angebot der BKK anerkannt, das heißt Versicherte dieser Kassen erhalten Zuschüsse zu einer etwaigen Kursgebühr.

Settingansatz

In Kooperation mit der Sozialarbeiterin und der Schulleitung konnte im Setting Schule ein Raum geschaffen werden, in dem den teilnehmenden Frauen Gelegenheit gegeben wurde, ihre jeweilige Alltags- und Lebenssituation einzubringen (zum Beispiel kulturelle Wahrnehmung von Essen, Essgewohnheiten, Kochgewohnheiten) und in der Gruppe zu reflektieren. Über das eigentliche Interventionsziel hinaus die Ernährungsgewohnheiten im System der Familie zu beeinflussen, entstand durch den Kurs ein Platz innerhalb der Schule, in dem die Teilnehmerinnen ein gemeinsames Engagement entwickelten. Die Projektverantwortlichen beschreiben insbesondere diesen Aspekt als tragend für den Erfolg: Das Medium Essen und Kochen in der Familie wurde letztlich zu einem Vehikel für die gemeinsamen Prozesse der Teilnehmenden, die in ihren positiven Auswirkungen wiederum unmittelbaren Einfluss auf die sozialen Strukturen das Settings Schule nahmen. So entwickelte sich allmählich ein Kontakt der Mütter zu Mitarbeiterinnen der Schule. Bislang waren die Frauen, teils auf Grund ihrer schlechten Deutschkenntnisse, hier eher zurückhaltend. Erstmals beteiligten sich die Mütter an einem Schulfest anlässlich der Einweihung des neuen Spielplatzes. Hervorzuheben ist an diesem Projekt auch, dass dieser Prozess im Rahmen der Begegnung von vier Kulturen (einschließlich der deutschen Kultur) zustande gekommen ist, was auch unter dem Blickwinkel Zusammenleben der Kulturen im „Stadtteil“ wie auch „interkulturelle Kompetenz“ als Erfolg zu bewerten ist.

Partizipation

Die Mütter bestimmen die Themen des Kurses, indem sie ihren Alltag und ihre Gewohnheiten – zum Beispiel Probleme in der Erziehung der Kinder oder in der Bewältigung der Migrationssituation – einbringen. Dabei erwies sich das Thema „Ernährung für Frauen mit Migrationshintergrund“ als besonders geeignet, weil es an einen positiv besetzten Aspekt ihres Lebens anknüpft. Vor diesem thematischen Hintergrund gelang die Erörterung vorhandener problematischer Lebenssituationen und die gemeinsame Entwicklung adäquater Lösungsstrategien. Durch die Berücksichtigung vorhandener Kompetenzen wurde mit dem Angebot auf eine Stärkung des Selbstwertgefühls der Teilnehmerinnen gezielt. Voraussetzung für das Gelingen des partizipativen Prozesses sind laut den Projektverantwortlichen die „nicht belehrenden“ Vermittlungsformen und das Einräumen von ausreichend Platz für die entstehenden Gruppenbildungsprozesse. Die Zusammensetzung der Gruppe ermöglichte zusätzlich ein interkulturelles Lernen. Aus den Diskussionen gewann auch die teilnehmende Schulsozialarbeiterin wichtige Erkenntnisse zum kulturellen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler. Erfahrungen und Ergebnisse der Gruppe wurden in einem Leitfaden zur Durchführung kultursensibler Ernährungskurse dokumentiert.

Neben einer Verbesserung des Ernährungsverhaltens der Kinder erörterten die Mütter auch die Situation ihrer Kinder in der Schule und gaben Hinweise zur Verbesserung des Hortessens bzw. zur kultursensiblen Gestaltung der Mahlzeiten. Daraus entwickelte sich auch ein Erfahrungsaustausch mit der Berliner Vernetzungsstelle Schulverpflegung – einem Gremium, in dem Senatsverwaltungen, Schulen und Krankenkassen sich um die gesundheitsgerechte Gestaltung des Essens in Ganztagsschulen bemühen.

Ein weiterer wesentlicher Hinweis auf den Erfolg der partizipativen Prozesse ist das Fortbestehen der Gruppe und die Fortführung des Angebots unabhängig von den in der Modellphase gewährten Zuwendungen.


Laufzeit des Angebotes

Beginn: September 2004

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?
  • Personen mit sehr niedrigem Einkommen (z.B. Personen im Niedriglohnsektor, Personen mit niedrigen Rentenbezügen)
  • Migrant/-innen in schwieriger sozialer Lage

Stand

24.05.2018

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Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Logo_Gesundheit Berlin-Brandenburg

Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektlaufzeit

Beginn: September 2004

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Andrea Möllmann-Bardak
Friedrichstr. 231
10969 Berlin (Berlin)

E-Mail

Website

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 71 Partnerorganisationen an.
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