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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2008

Gesundheit jetzt – in sozialen Brennpunkten!

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Die sozio-ökonomische Lage und die Ausstattung mit finanziellen Ressourcen wirken sich auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus. Verschiedene Studien belegen, dass sozial benachteiligte Kinder ein erhöhtes vorgeburtliches Krankheitsrisiko aufweisen, dass sie signifikant häufiger unter bestimmten Erkrankungen leiden (wie z.B. Zahnerkrankungen, psychosomatische Beschwerden, Erkrankungen der Atmungsorgane.) und dass sie ein signifikant höheres Unfallrisiko haben und häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt sind. So wie derzeit gesundheitlich präventive und prophylaktische Maßnahmen in Deutschland hauptsächlich konzipiert sind, können diese von sozial benachteiligten Menschen nur unzureichend wahrgenommen werden.

Es sind dringend niedrigschwellige, gesundheitsfördernde und medizinische Angebote erforderlich, die den Setting-Ansatz berücksichtigen. Ein solcher Ansatz wird z.B. im Projekt „Gesundheit jetzt – in sozialen Brennpunkten“ in Mainz in der Obdachlosensiedlung Zwerchallee umgesetzt. Die Themen Ernährung, Bewegung, Entspannung versus Gewalt, Umwelt, Impfstaus, Gesundheitsinformation sowie Gesundheitserziehung vor Ort im sozialen Brennpunkt werden in niedrigeschwelligen gesundheitlichen Präventionsmodulen angeboten. Dies erfolgt in Kooperation und in Vernetzung mit Vereinen und Institutionen unter Partizipation der betroffenen Menschen.

Die Grundlagen der Arbeit beziehen sich u.a. auf die Resilienzforschung. Hergeleitet vom lateinischen Begriff „resilere“= abprallen, bedeutet Resilienz: „Unverwüstbarkeit, Elastizität und Spannkraft“. D.h.: mit den Angeboten werden die Ressourcen und Bewältigungskräfte der Menschen angesprochen, die sie brauchen, um in ihrer derzeitigen Lebenssituation nicht zu resignieren oder gar zu verzweifeln, nicht krank zu werden.

Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. hat innerhalb des „Gesundheit jetzt - in sozialen Brennpunkten!“ in der Mainzer Zwerchallee mit einem detaillierten, wissenschaftlich fundierten Konzept, mittels erfolgreicher Präventions -und Gesundheitsförderungsstrategien zu einer Verbesserung der Gesundheitssituation der Kinder und Jugendliche und deren Familien beigetragen, so zeigen es erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung durch das Institut für Präventionsforschung (BIPS) und das Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt (9/2006 bis 8/2009).


Kontakt

Frau Gisela Bill
Geschäftsstelle: Barbarossastr. 4
55118 Mainz (Rheinland-Pfalz)

Telefon: 06131 / 6279071

E-Mail: info@armut-gesundheit.de

Website: http://www.armut-gesundheit.de


Weitere Ansprechperson

Herr Gerhard Trabert
Barbarossastr.4
55118 Mainz (Rheinland-Pfalz)

Telefon: 06131 / 6279071

E-Mail: gerhard.trabert@fh-nuernberg.de


Projektträger

Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.
Barbarossastr. 4
55118 Mainz


Hintergrund
Anhand einer Auswertung des sozio-ökonomischen Panels (SOEP - Repräsentativstichprobe) ergab eine Studie der Universität Marburg zu Armutsverläufen in Deutschland (Müller, U., Heinzel-Gutenbrunner, M. 1998), dass bei Erwachsenen vorwiegend eine soziale Selektion vorliegt (Selektionseffekt). Dies bedeutet, dass chronisch schlechte Gesundheit das Risiko von Armut erhöht. Dagegen gibt es bei Kindern Hinweise auf einen Kausalzusammenhang, d.h. wer in Armut aufwächst, hat als Erwachsener eine schlechtere Gesundheit. Im Zusammenhang mit der Armutsentwicklung in Deutschland spricht man mittlerweile auch von einer Infantilisierung bzw. Familiasierung von Armut. Auf Grund dieser Tatsache und der selbst gestellten Aufgabe des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. der mit seiner praktischen Arbeit in Mainz verortetet ist, hat dieser neben seinen Aktivitäten in der Nichtsesshaftenhilfe sein Engagement in der Obdachlosensiedlung auf die dort lebenden Familien erweitert und das beschriebene Projekt entwickelt.

Finanziert wurde das Aktionsprogramm „Gesundheit jetzt – in sozialen Brennpunkten“ von September 2003 bis August 2006 von der „Aktion Mensch“, die 80% der Personalkosten finanzierte, die sich aus einer ½ Stelle für eine Koordinatorin, einer 30 Stunden Stelle für einen Sozialarbeiter, einer 15 Stunden Stelle für eine Sozialpädagogin sowie den dazugehörigen Sachkosten zusammensetzt. Die SWR „Herzenssache“ förderte die Einrichtung des Soezelenraums und des Gesundheitshauses. Die Stadt Mainz stellte kostenlos die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Komplementärfinanzierung wurde über den Verein aus Spendengeldern aufgebracht. Seit August 2006 erfolgt die Weiterarbeit zum Teil ehrenamtlich, über Mittel aus Spenden und Zuschüsse zu Einzelaktionen. Die Fortführung des Projektes ist von der ständigen Akquise abhängig.

Zu Beginn der Projektarbeit im September 2003 lebten in der Obdachlosensiedlung 162 Erwachsene und 142 Kinder, ca. 40 % der Bewohnerinnen und Bewohner waren ausländischer Herkunft. 16 Personen waren alleinerziehende Elternteile, häufig mit mehreren (mit bis zu 8) Kindern. Insgesamt leben in den Notunterkünften 75 Kinder unter 14 Jahren, 30 im Alter von 14-18 Jahren und 17 junge Erwachsene im Alter von 18-21.

Die Siedlung besteht aus sechs Wohnblocks in Einfachbauweise, umgeben von zwei Eisenbahnstrecken und einer verkehrsreichen mehrspurigen Straße, überbaut von einer Autobahntangente, gegenüber einem Tierheim, eingeschlossen in ein Industriegebiet. Die Wohnungen sind 54 m² für 4 Personen und 72 m² für sechs Personen. Es gibt keine Bäder. Die Familien müssen in einem Betonverschlag im Keller duschen. Der Aufenthalt ist grundsätzlich vorübergehend vorgesehen, de facto leben die Leute im Durchschnitt drei Jahre in der Siedlung. Außer einer Kindertagesstätte gibt es keinerlei Infrastruktur. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind aufgrund der Lage der Obdachlosensiedlung rund um die Uhr einer erheblichen Umwelt- sowie Lärmbelastung ausgesetzt.

Die Menschen sind mit dem negativen Image der Siedlung als Obdachlosensiedlung konfrontiert. Die Adresse stellt innerhalb der Stadt Mainz und des Umlands ein Stigma dar, das sich insbesondere in der Schule und bei Bewerbungen um einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz oder um eine neue Wohnung als ausgrenzend erweist.
Vorgehen
Im Projektzeitraum September 2003 bis August 2006 und die Aktivitäten darüber hinaus, die sich regelhaft entwickelt haben.

Der Verein erarbeitete ein settingorientiertes Konzept mit folgenden sieben Modulen:
Ernährung, Bewegung, Entspannung versus Gewalt, Umwelt, Impfungen, Gesundheitsinformation und Gesundheitserziehung.

Diese Module sind aufeinander bezogen und die Inhalte im Sinne eines ganzheitlichen Vorgehens miteinander verknüpft. Bei der Initiierung, Planung und Umsetzung der einzelnen Aktivitäten sind die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv einbezogen, sie bestimmen was letztendlich angeboten wird, bringen ihre Wünsche und Anregungen ein, und wirken in der Planung und Umsetzung mit. Ziel ist es mit den Bewohnerinnen und Bewohnern die Kommunikation untereinander zu fördern um gemeinsame Zielvorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Die Grundhaltung einer bedingungslosen Wertschätzung und Parteilichkeit zeigte sich u. a. auch in der konkreten Arbeit mit dem Lebensumfeld der Kinder. Einbezogen werden für die Siedlung relevanten Akteure, wie die Kita, der Hort, die Schule, die Mütter und Väter, Kinderärztinnen und -ärzte, Sportvereine, gesellschaftliche Gruppen, Stadtteilbüro etc.. Die Planung und Umsetzung der einzelnen Aktivitäten erfolgt mit den jeweiligen Kooperationspartner. Der Verein steht mit seinem Projekt vor der Herausforderung, dass der Perspektivenwechsel und einzelne Schritte nicht unumschränkt und von allen „Netzwerkerinnen und Netzwerkern“ so vertreten wird.

Die Familien in der Siedlung wurden zu Beginn einzeln aufgesucht, um die Arbeit des Vereins vorzustellen. Es gab erste Bewohnerinnen/ Bewohnerversammlungen, bei denen das Konzept des Vereins vorgestellt wurde und bei der die Menschen ihre Wünsche zu den Angeboten des Vereins äußerten.

Als zweite Maßnahme wurde ein Snoezelenraum eingerichtet. Ein Snoezelenraum ist ein Entspannungsraum, in dem die verschiedenen Sinne durch unterschiedliche Reize angesprochen werden: Dieser ist vor allem aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen bekannt. Gerade für die Zielgruppe Kinder, die sehr beengt leben müssen, die keine Rückzugsmöglichkeiten haben, sich kaum auf sich selbst besinnen können, ist dieser Raum eine Insel der „Schönheit“ gegenüber dem wenig anregendem Umfeld in der Siedlung.

Parallel zur Einrichtung des Snoezelraums wurde eine ungenutzte Holzbaracke in der Siedlung zu einer Art geselligem Gesundheitshaus umgebaut. Schwerpunktmäßig soll das Gesundheitshaus von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Unter der Leitung eines Architekten erbauten sechs Männer aus der Siedlung mit hohem Engagement das Gesundheitshaus.

In diesem Gesundheitshaus bietet der Verein unter Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner weitere gesundheitsfördernde Aktivitäten an.

Der Einstieg in die Ernährungsberatung wurde durch attraktive, Angebote wie die seit Beginn des Projekts im September 2003 monatlich stattfindenden Frauenfrühstücke mit integrierter Gesundheitsinformation gestaltet. Seit Beginn 2005 gibt es auf ausdrücklichen Wunsch der Männer in der Siedlung ebenfalls einmal im Monat ein Männerfrühstück. Dieses wird von einem Familientherapeuten der „Evangelischen Familienbildung“ mit Erfahrung in der Gesundheitsarbeit mit Männern begeleitet.

Bei diesem „geschlechtergetrennten“ Frühstück werden neben dem Thema „Gesunde Ernährung“, auch andere gesundheitsrelevante Bereiche diskutiert, wie z. B: Alkohol, Rauchen, Verhütung, Arbeitslosigkeit und Gewalt. Die Gespräche tragen dazu bei, dass Väter und Männer ihre Rolle als Vorbild für die Kinder reflektieren, sich mit ihren vielfältigen eigenen Erkrankungen auseinandersetzen und sich mit der eigenen Lebenssituation und ihren Zukunftswünschen beschäftigen. An den Rückmeldungen ist festzustellen, dass die angesprochenen Probleme in den Familien ankommen und zu ersten Verhaltensänderungen beitragen.

Weitere Angebote zu den einzelnen Projektmodulen:
1. Ernährung
Ernährungsergänzung:
Von einer Vollkornbäckerei wird seit Beginn des Projektes der wöchentliche Bedarf an Vollkornbrot gespendet, der in der Kita beim Frühstück verspeist wird. Schon nach einem Jahr konnte festgestellt werden, dass sich die Nachfrage nach Vollkornbrot durch die Kinder erhöht hat.
Ein Müslihersteller spendet der Kita seit Beginn des Projektes verschiedene Müslisorten aus Dinkelweizen. Auch hier ist festzuhalten, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der Kinder verändern. „Die Mainzer Tafel“ hat für die Familien eine spezielle Ausgabestelle in der Siedlung eingerichtet. Besonders berücksichtigt wird hier der Gesundheitsaspekt der Nahrungsmittel. Das Angebot stößt bei vielen Bewohner/innen in der Siedlung auf hohes Interesse.
Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Themenfeldes „Ernährung“ waren zwei mehrtägige Ferienfahrten mit den Kindern auf einen Bauernhof und ein Besuch der Kinder auf einem Biobauernhof, der eine kindgerechte Führung beinhaltete und der in Kooperation mit der AG“ Soziales und Umwelt“ der Mainzer Wirtschaftsjuniorinnen und –junioren statt fand. Die Pflanzung, Beobachtung und Ernte von Kürbissen auf einem Feld in Mainz mit anschließendem Halloween-Fest war eine Aktion für die jüngeren Kinder im Rahmen des Nachmittags Angebots. Weitere Aktionen für die Männer waren Angelausflüge.
Osterbacken mit Müttern und Kindern, sowie ein regelmäßiges gemeinsames Einkaufen, Kochen und Essen mit den männlichen Jugendlichen und jungen Männern gehörten auch zum Programm. Das Herstellen alkoholfreier Mixgetränke mit der Mädchengruppe für die Feste in der Siedlung (in Kooperation mit dem ASD) wurde zum festen Bestandteil.

2. Bewegung
Mit Hilfe von Sponsoren wurden verschiedene Sportartikel, wie z.B. Fußbälle, Freizeitspiele, Turnschuhe und Regenkleidung für die Kitakinder, 2 Tischtennisplatten und ein Tischfußballspiel angeschafft. In der Kita wurde eine Bewegungsbaustelle eingerichtet. Mit dieser Ausstattung wurde es möglich, über einen Sozialpädagogen für die Jungenarbeit zahlreiche Sport- und Freizeitangebote zu initiieren: Fußball, Teilnahme an Fußballwettbewerben, Wildnistage.

Für alle Kinder und Jugendlichen von ALG II- Empfängerinnen und Empfänger wurde es ermöglicht, das Sport- u. Bewegungsangebot im örtlichen Turnverein kostenlos wahrzunehmen. Seit 2006 gibt es ein besonderes Turnangebot im nahe gelegenen Kinderneurologischen Zentrum. In der Kindertagesstätte wurde gemeinsam mit der Sportjugend Rheinland-Pfalz wöchentlich ein eineinhalbstündiges Bewegungsangebot für die Kinder in der Kita angeboten. Einmal pro Woche trainierte eine feste Cheerleadermädchentanzgruppe. Ein Herbstfest im Oktober 2004 mit ca. 200 Besucherinnen und Besuchern fand unter dem Motto „Wir bewegen uns“ mit attraktiven Angeboten wie Kletterwand und Sportparcours statt. Die Wirtschaftsjunioren sponserten einen Besuch im Sinnespark Schloss Freudenberg in Wiesbaden.

3. Entspannung:
Unter Anleitung einer speziell ausgebildeten Sozialpädagogin wird insbesondere mit den Kindern der Kindertagesstätte an 3 Tagen in der Woche von 9-12 Uhr und an einem Nachmittag von 15-18 Uhr im Snoezelenraum gearbeitet.
Für Frauen findet in Kooperation mit der evangelischen Familienbildung Mainz einmal wöchentlich Yoga statt.
Es wurde eine Schifffahrt auf dem Rhein von Mainz nach Boppard mit Frauen und Kleinstkindern organisiert.

Ausblick / Bewertung / Perspektive
Mit den Aktivitäten setzt das Projekt sowohl positive Signale für die Bewohnerinnen und Bewohner in der Siedlung als auch in die umliegenden Stadtteile und das Umland. Veranstaltungen und auch positive Presseartikel sind Bestandteile einer Öffentlichkeitsarbeit gegen Vorurteile gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern der Obdachlosensiedlung.

Die Ergebnisse der Selbstevaluation zeigen, dass es zum Teil gelungen ist, den Ansatz der Pathogenese „Was macht krank?“ zu durchbrechen und den Ansatz der Salutogenese „was macht gesund, was macht stark?“ in den Vordergrund des Umgangs mit den Menschen als auch in der öffentlichen Darstellung zu rücken.“
Besucherinnen und Besucher vor Ort von Gremien, wie z. B. der Stadtrat oder der Sozialhilfeausschuss zeigten sich positiv überrascht über die Aktivierungsmöglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner, die begonnen haben, sich aktiv um eine Verbesserung ihrer Lebenssituationen zu bemühen. Insbesondere das Aufsuchen des Snoezelenraums, verdeutlichte Politikerinnen/Politikern und Verantwortlichen vor Ort die Bedeutung des Stärkens von Gesundheitsbewusstsein durch Schaffung von einem anregenden Umfeld.
Das Projekt ist in der Arbeit mit den benachteiligten Kindern und Jugendlichen und deren Eltern vor Ort erfolgreich.

Auf politischer Ebene wurde in der Folge unter Mitarbeit der Projektverantwortlichen vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in Rheinland-Pfalz und den Krankenkassen ein Modellprojekt „Gesundheitsteams vor Ort“ entwickelt. Dieses Modellprojekt wurde in den Städten Mainz und in Trier installiert und hat das Ziel, die Prävention und Gesundheitsförderung bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen voranzubringen und dazu Strategien zu erproben und bestehende Strukturen in der vernetzten Zusammenarbeit zu unterstützen.

Das Projekt wurde ausgewählt für eine durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) geförderte Modell-Evaluationsstudie. Im Rahmen dieses Projektes erfolgt eine wissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse der Präventions- und Gesundheitsförderungsaktivitäten des Vereins Armut und Gesundheit e.V. in der Obdachlosensiedlung Zwerchallee durch das Bremer Institut für Präventionsforschung (BIPS) und das Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt (9/2006 bis 8/2009). Dies beinhaltet die rekonstruktive Evaluation des ersten Projektes "Gesundheit jetzt - in sozialen Brennpunkten" und auch die Begleitung der nachfolgenden Aktivitäten. Die Ergebnisse dieser modellhaften Evaluation bilden die Grundlage für ein praxisorientiertes allgemeines Werkzeug für die Qualitätssicherung und Evidenzbasierung von Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland. Parallel beteiligt sich das Projekt an einer partizipativen Evaluation des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), ebenfalls eine durch das BMBF finanzierte Modell-Evaluationsstudie.
Good Practice in
Settingansatz

Der Snoezelraum / Entspannungsraum als neuer Teil der Lebenswelt
Aufbauend auf der Definition von Gesundheit und dem Verständnis von Gesundheitsförderung in der Ottawa-Charta ist der Setting-Ansatz entstanden. Die Konzeption adressiert das „setting“, den alltäglichen Lebensraum als einen Ort, in dem Interventionen greifen.

„Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben“.
Aus dieser Sicht ist die Arbeit im Snoezelraum in der Obdachlosensiedlung integriert worden. Der Snoezelraum ist in der Siedlung die Attraktion, aber auch fester Bestandteil der Lebenswelt der Kinder geworden.

Die Kinder sind in der Regel durch ihre beengte und laute Umgebung reizüberflutet. Für sie ist es wichtig, sich einmal in ruhiger Umgebung ganz allein zu fühlen, zu erspüren, „was tut mir, mir ganz alleine gut, was habe ich für eigene Bedürfnisse“. Der Raum ist ein schlichter weißer Raum mit verschiedenen zusätzlichen Gestaltungselementen, wie Lichteffekten, Farbeffekten, Musikbett, Decken u.a.m. Die Sozialpädagogin unterstützt die Kinder dabei, ganz neue Erfahrungen mit den Sinnen zu machen, die in ihrer Alltagsumgebung in der Regel nicht mehr angesprochen werden. Unter Anleitung der speziell ausgebildeten Sozialpädagogin wird insbesondere mit den Kindern der Kindertagesstätte und Jugendlichen bis 14 Jahre an 3 Tagen in der Woche von 9-12 Uhr und an einem Nachmittag von 15-18 Uhr im Snoezelenraum gearbeitet.

Der reizarme Raum wird so zu einem Erfahrungsraum, einem Experimentierraum für die Kinder und Jugendlichen, sich selbst zu erfahren, sich besser kennen zu lernen. Sie erleben Ruhe, Entspannung, Freiheit, lernen ihre Bedürfnisse zu artikulieren und erleben die Wertschätzung der Sozialpädagogin, die auf diese Bedürfnisse eingeht. Und sie nehmen einen ästhetischen Raum wahr in einer ansonsten unwirtlichen Umgebung.

Die Kinder dürfen für die jeweilige Einheit ihr individuelles – ihrer Bedürfnislage entsprechendes – Objekt frei auswählen und lernen dabei u. a. eine persönliche Entscheidung zu treffen, zu wissen, was ihnen gut tut und was ihnen wichtig ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Diese Objekte tragen dazu bei, die einzelnen Sinne gezielt anzusprechen und zu aktivieren. Durch diese Sinneserfahrungen werden ihre persönlichen Ressourcen gefördert. Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden gestärkt durch eine ganzheitliche Wahrnehmung des eigenen Körpers.

In dieser reizarmen Umgebung ist es auch möglich, den Kindern Wissen zu vermitteln, ihre Ausdrucksfähigkeit zu fördern, sie also nicht nur emotional, sondern auch kognitiv zu sensibilisieren. Sie lernen, sich besser zu konzentrieren und sich über einen längeren Zeitraum mit einer bestimmten Thematik auseinanderzusetzen. Den Kindern wird eine Erlebniswelt eröffnet, die sie in ihrem Lebensumfeld nicht kennen.

Durch diese Erweiterung ihres Erfahrungsraumes und die Entwicklung neuer Ressourcen entstehen Selbstkompetenzen, z.B. dass sie in Kita und Schule und im Freundeskreis besser mitreden können. Da die Sprachförderung in der Bildungsdebatte derzeit eine besondere Rolle spielt, kann im Snoezelenraum mit unterschiedlichen Methoden der Wortschatz benachteiligter Kinder wesentlich verbessert werden. Von den unterschiedlichen Objekten werden die Kinder und Jugendliche so angesprochen, dass sie eine für sie eigene Kreativität und Fantasie entwickeln. Daraus entstehen u. a. Rollenspiele, kleine Malkunstwerke, aber auch Offenheit, etwas über sich selbst und die Umgebung mitzuteilen. (Probleme in Schule und Elternhaus oder auch freudige Ereignisse und Begebenheiten). Gestärkt wird das Selbstbewusstsein auch dahingehend, dass die Kinder „nein“ sagen lernen, wenn ihnen etwas nicht gut tut oder sie es einfach nicht wollen. Am Ende einer Einheit steht das Angebot, mit dem Igelball abgerollt zu werden: Für manche Kinder ist dies ein Genuss, andere lehnen es sehr bestimmt ab. Der Entspannungsraum hilft den Kindern auch ihre Ängste zu überwinden, Mut zu entwickeln, sich immer mehr zuzutrauen: z.B. sich mit geschlossenen Augen rückwärts vom Podest fallen zu lassen oder in den abgedunkelten Raum zu gehen.
Zu Beginn der Einrichtung wurden die Eltern, die Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen vor Ort und auch die politisch Verantwortlichen dazu eingeladen den Raum auszuprobieren, um ein Gespür zu bekommen, was dort passiert Für die Eltern war es wichtig zu erfahren, dass ihre Kinder hier dort gut aufgehoben sind und ihnen ihre Angst genommen wird, dass die Kinder ihnen weggenommen werden.

Die Einrichtung und Ausstattung des Snozelraums konnte gezielt über Spendenanfragen akquiriert werden. Durch die Vorlage des umfassenden Konzeptes war es für Sponsoren ein attraktives Projekt. Die Kosten beliefen sich auf 12.500,-€. Aus der heutigen Erfahrung heraus sind nicht alle Objekte unbedingt notwendig. Eine erfolgreiche Nutzung. wäre auch unter einfacheren Bedingungen möglich, mit einer Ausstattung von ca. 5.000,- €

Empowerment

Gesundheitshaus
Die Möglichkeit für die Bewohner der Siedlung sich über die Umbaumaßnahme des Bauwagens zu einem Gesundheitshaus zu profilieren, war ein entscheidender Punkt für die Mitarbeit im Projekt. Das Gesundheitshaus hat sich zum Mittelpunk der Siedlung entwickelt, der von den Bewohnerinnen und Bewohnern mitverwaltet und unterhalten wird. Es ist der Ort für alle gemeinschaftliche Aktivitäten und allgemeiner Treffpunkt.

Gerade Männer in sozialen Belastungssituationen (in der Regel langzeitarbeitslos, ohne berufliche Perspektive) sind gesundheitlich sehr gefährdet. Männer können sich auf die Hausmannrolle nicht zurückziehen, sie werden als arbeitslos, faul und lästig betrachtet und kommen mit dieser Rolle nur schwer zurecht. Von morgens 8 Uhr bis nachmittags 16 Uhr arbeiteten die Männer mit Begeisterung und Durchhaltevermögen. Sie erhielten 160 Euro monatlich zusätzlich zum Bezug des ALG II.

Im Zuge der Arbeit gab es zum ersten Mal positive Schlagzeilen aus der Siedlung in der örtlichen Presse. Die aktiven Bauarbeiter fanden sich mit ihren Leistungen in den Zeitungen wieder. Sie konnten stolz auf ihre Leistung sein, ihr Status in der Familie war gestiegen und sie erfuhren seit langer Zeit Zufriedenheit durch aktives Tätigsein.

Die Versorgung der Männer während der Arbeit warf das Thema „Trockene Alkoholiker“ bei den Frauen und den Männern auf, worüber die Diskussion und Vereinbarung entstand, keinen Alkohol bei den Arbeiten zu konsumieren. Diese Diskussion wurde im Rahmen der Vorbereitung der Frühstücke und von Festen weitergeführt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Vorbereitungsgruppe fertigten und verteilten ein Rundschreiben, dass bei den Festen und den Frühstücken kein Alkohol ausgeschenkt wird. Diese wurde in allen Haushalten verteilt. Das Ergebnis ist, dass sich überwiegend die Männer mit der Vereinbarung in den Gemeinschaftsräumen keinen Alkohol anzubieten, arrangierten. Bei Bedarf bringen sie zwar einzelne Flaschen Bier mit, bieten aber keinen Alkohol an. Auf diese Weise konnten sie z.B. die Erfahrung machen, dass ein Dart-Turnier am Abend nicht in einer Schlägerei endet. Solche Vorkommnisse waren in früheren Zeiten eine Ursache für den schlechten Ruf der Siedlung, da unter anderem vereinzelt schon tagsüber auch hochprozentiger Alkohol konsumiert wurde.
Auf ähnliche Weise kam die Vereinbarung zustande, dass bei den Festen und in den Gemeinschaftsräumen nicht geraucht wird. Die Diskussion erfolgte über das passive Rauchen der Kinder beim gemeinsamen Frühstück bis hin zur Steigerung von Einsparungen bei den Familienausgaben. Die vorgetragene Überzeugung der „Wortführerinnen und Wortführer“ in den Gruppen brachte hier den entscheidenden Durchbruch.

Sowohl das eigene Erleben in der Gemeinschaft geselliges Beisammensein ohne Alkohol und Tabak zu genießen als auch die daraus resultierende Vorbildfunktion für die Kinder und Jugendlichen waren als großer Erfolg zu bewerten und ermöglichten weitere Ansätze zur eigenständigen Entwicklung gesundheitsfördernden Verhaltens, wie sie im Abschnitt „Vorgehen“ näher ausgeführt sind.

Das große Interesse vieler Institutionen am Engagement des Vereins wirkte auch dem anfänglichen Argwohn einiger entgegen, die eine Verfestigung des Siedlungsstandortes befürchteten. Die Ergebnisse konnten überzeugen, dass die Arbeit die Menschen in der Siedlung fördert, sie vor Ort stärkt und sie darin befähigt und ermutigt sich wieder eher nach „draußen“ zu wagen.

Partizipation

Tagesbetreuung und Versorgung der Kinder im Gesundheitshaus
Das gesamte Projekt beruht auf der Partizipation der Bewohnerinnen und Bewohner. Beispielhaft lässt sich dies an der Organisation und Umsetzung der Tagesbetreuung der Kinder aus der Kindertagesstätte während der 14-tägigen Schließzeit in den Sommerferien 2006 verdeutlichen. Die entwickelten Entscheidungsstrukturen bestehen in den etablierten Angeboten wie dem Frauenfrühstück, hier treffen sich alle Bewohnerinnen, so auch die, die sich in der Siedlung engagieren.

Aus dem Kreis der Kinder und Eltern wurde während des Frauenfrühstücks diskutiert und beschlossen, die 14-tägigen Sommerferien der Kindertagesstätte mit einer selbstorganisierten Betreuung zu überbrücken. Hintergrund war die Befürchtung aller Beteiligten, dass ein so langer Zeitraum ohne Angebote für die Kinder in den beengten Wohnverhältnissen zu starken Spannungen führen würde, zumal einige Eltern aufgrund ihrer Arbeit einen entsprechenden Betreuungsbedarf haben.

Hierzu wurde auf der Basis der Vorstellung der Eltern und in Abstimmung mit ihnen gemeinsam mit der LZG ein Konzept entworfen und darüber Fachkräfte einbezogen (Ernährungsberaterin einer Krankenkasse und Sozialpädagogin des „Neustadttreffs“ des Caritasverbandes Mainz aus dem angrenzenden Wohngebiet) Mit Unterstützung der Sozialpädagogin, organisierten die Bewohnerinnen in wechselnder Besetzung Freizeitangebote für die Kinder. Bastelangebote entsprechend der Neigungen und Fähigkeiten wie z.B. Ledertaschen herstellen und vieles mehr wurde entwickelt. Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung wurden organisiert.

Die Vorbereitung des gemeinsamen Frühstücks und Mittagessens waren fester Bestandteil. Dazu wurde mit der Sozialpädagogin ein Plan für die 14 Tage mit Bedarf, Einkauf und Essenszubereitung unter Verwendung von Rezepten erarbeitet. In der ersten Woche wurde die Versorgung gemeinsam mit der Sozialpädagogin umgesetzt, in der zweiten Woche übernahmen 5 Bewohnerinnen diese Arbeit eigenständig und kochten für 40 Personen.

Die Ernährungsberaterin gab bei weiteren Treffen Informationen zu gesunder, preiswerter und schmackhafter Ernährung, vom Einkauf bis zur Zubereitung und dem gemeinsamen Essen auch auf engsten und bei spartanischer Küchenausstattung.

Zwei andere Frauen aus der Siedlung – sie hatten aus ihren ehemals praktizierten Berufen entsprechende Qualifikationen, übernahmen selbstständig je eine Bastelgruppe.

Die Frauen konnten hier eigene Ideen und Fähigkeiten einbringen und erlebten dabei Anerkennung ihrer persönlichen Fähigkeiten. Für die Mitarbeit erhielten sie eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der Zuverdienstmöglichkeit zum ALG II. Sie machten positive Erfahrung in der Tagesgestaltung mit den Kindern und anderen Frauen. Sie mussten Durchhaltevermögen entwickeln und selbstgesetzte Zeitrahmen einhalten, was sich sehr positiv auf die Strukturierung des persönlichen Alltags auch über den Betreuungszeitraum hinaus auswirkte. Der Wissens- und Erfahrungserwerb zum gesunden Kochen und der gesamten Versorgung führte auch zur Übertragung auf ihre alltägliche Situation, insbesondere auf die weitere Ausrichtung und Gestaltung des regelmäßigen gemeinsamen Frühstücks im Gesundheitshaus.

Zitat:
Müller, U., Heinzel-Gutenbrunner, M. (1998): Armutslebensläufe und schlechte Gesundheit - Kausation oder soziale Selektion ?. Untersuchungsergebnisse vorgestellt auf dem 104. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, April 1998 in Wiesbaden (Philipps-Universität Marburg)


Laufzeit des Angebotes

Beginn: September 2003

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?
  • Personen mit sehr niedrigem Einkommen (z.B. Personen im Niedriglohnsektor, Personen mit niedrigen Rentenbezügen)
  • Personen mit niedrigem beruflichen Status (z.B. ungelernte Arbeiter/-innen)
  • Wohnungslose

Schwerpunkte des Angebotes
  • Bewegungs- und Mobilitätsförderung
  • Ernährung
  • Psychische Gesundheit

Das Angebot wird hauptsächlich in folgenden Lebenswelten umgesetzt
  • Kindertageseinrichtung / Kindertagespflege
  • Stadt / Stadtteil / Quartier / Kommune
  • Sonstiges: Gesundheits-Gemeinschaftshaus

Stand

18.03.2013

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Projektträger

Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

Projektlaufzeit

Beginn: September 2003

Abschluss: kein Ende geplant

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