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Good Practice-Logo Schriftzug blau unterstrichen mit grünem Quadrat

Gute Praxis konkret: Partizipation im Quartier

Sich aktiv an der Gestaltung der eigenen Lebensumwelt beteiligen zu können, dafür steht der Ansatz Partizipation im Quartier. In dem Maße wie Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils erfahren, dass sie nicht nur (an)gehört werden, sondern ’ihr’ Quartier konkret mitgestalten können, ist zu erwarten, dass sich Identität und Mit-Verantwortlichkeit für ihren Lebensraum entwickeln. Partizipation im Quartier steht für die Revitalisierung des Sozialen, ein lebenswertes Umfeld zu schaffen, in dem sich alle zu Hause und wohl fühlen können, und die Wiederaneignung des eigenen Lebensraums.

Ressourcen für Partizipation im Quartier

eine Gruppe von älteren Menschen, die auf Stühlen vor einer Hauswand sitzen

© Christian Steiner / PIXELIO

Die im Quartier lebenden Menschen sind dabei die wichtigste Ressource, sie gilt es zu mobilisieren und aktivieren. Dies gelingt am besten durch ein einladendes und offenes Zugehen auf die Bewohner, in dem man sich für ihre Sicht der Dinge interessiert und mit ihnen gemeinsam erarbeitet, was zu tun ist, damit z. B. das Wohnquartier zu ihrem Lebensraum machen.
Nachbarschaftshäuser und lokale Treffpunkte sind dabei ebenso hilfreiche Instrumente wie direkte Befragungen, Diskussionsveranstaltungen, Bürgerwerkstätten, Arbeitsgruppen oder Open-Space Veranstaltungen. Vorhandene oder noch zu schaffende Selbstverwaltungsgremien bilden dabei ein verlässliches Gerüst. Je mehr Strategien und Methoden sich an den örtlichen Bedingungen orientieren, den Bedarf und die Bedürfnisse der dort lebenden Menschen berücksichtigen, umso eher werden moderierte Interventionen angenommen und können diese erfolgreich zum Ziel gelangen, einen gesundheitsfördernden Lebensraum für alle zu schaffen.

  • In diesem Sinne stärkt Partizipation im Quartier einerseits die Legitimation von Projekten, Planungen und Maßnahmen. Sie trägt andererseits dazu bei, die Verantwortung der Menschen gegenüber dem eigenen Lebensraum zu stärken und zu akzeptieren.

So macht es das Projekt „Kinder gestalten ihren Naschgarten“

Auf einem 8000 m² großen Grundstück in Holzminden können Kinder im Projekt „Kinder gestalten ihren Naschgarten“ ihre Lebenswelt gestalten. In einer Zukunftswerkstatt haben Kinder Ideen und Wünsche geäußert, die über mehrere Projektphasen hindurch entwickelt wurden und in die konkrete Umsetzung des Projekts eingeflossen sind. An der Planung und am Aufbau waren die Kinder ebenso beteiligt wie bei der Ernte ihres Naschgartens. Auf eine spielerisch erlebbare Art und Weise, sozusagen nebenbei, erfahren die Mädchen und Jungen, wie selbst gezogenes Gemüse und Obst schmeckt, und man sich gesund ernährt. Die Rolle der Erwachsenen im Planungsprozess ist moderierender Art.

(Das Projekt "Kinder gestalten ihren Naschgarten" in der Praxisdatenbank)

  • Partizipation ist Teil der demokratischen Kultur. Die Bürger aktiv in kommunale Verwaltungs- und demokratische Entscheidungsprozesse einzubinden, trägt zur lokalen Machtbalance bei. Die Menschen werden motiviert, sich für eigene Belange stärker einzusetzen und das Gemeinwesen mitzugestalten.

So macht es der "Bürgerhaushalt Lichtenberg"

Der Bürgerhaushalt Lichtenberg“ wurde erstmals 2007 aufgestellt. Sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner im Berliner Bezirk Lichtenberg können sich an der Gestaltung des Haushaltsplanes für den Bezirk beteiligen und Einsparungen oder Änderungsvorschläge liefern. Im Online-Dialog, auf Stadtteilkonferenzen oder per Post können sie Einfluss auf die Ausgaben im Bezirk zu nehmen und über die Vorschläge abzustimmen. Das Abstimmungsergebnis wird der Bezirksvollversammlung zur Beratung und Beschlussfassung übergeben. Teil des Bürgerhaushaltes ist darüber hinaus ein „Kiezfonds“, über dessen jährliches Budget die Bürgerinnen und Bürger selbst verfügen können. Hier können Projektvorschläge eingereicht werden, die eine Bürgerjury prüft und bewilligt. Mit dem „Bürgerhaushalt Lichtenberg“ wird den dort lebenden Menschen die Verfügungsgewalt über einen Teil des Bezirkshaushaltes und damit eine direkte Einflussmöglichkeit auf die Gestaltung ihres Bezirkes gegeben.

  • Die Entwicklung von Angeboten der Gesundheitsförderung kann unter der Beteiligung der Zielgruppe bedarfsgerecht erfolgen. Entweder wird vorhandenes Alltagswissen über Probleme und Potentiale vor Ort abgerufen und in passgenaue Planungen, Projekte und Maßnahmen umgewandelt, oder die gewünschte Zielgruppe wird durch partizipative Maßnahmen dazu angeleitet, als Expertinnen und Experten an der Verbesserung des eigenen Lebensumfeldes mitzuwirken.

So macht es das Projekt „Kiezdetektive“

Im Projekt Kiezdetektive - Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt“ in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg erkunden Kinder zwischen sechs und 14 Jahren als Kiezdetektive ihr Lebens- und Wohnumfeld. Sie schauen, wo etwas im Argen liegt, und berichten, welche Potenziale sie entdecken. Dadurch leisten sie einen Beitrag zur nachhaltigen gesunden Stadtentwicklung und -gestaltung, beeinflussen Planungs- und Entscheidungsprozesse im Stadtbezirk. Untersucht werden ausgewählte Stadtgebiete nach Belastungen wie Lärm, Verkehrsgefahren und Gewaltbedrohung sowie nach Rückzugs- und Entspannungsräumen wie Spielplätzen, öffentlichen Parks u.a. ’Kiez-Detektive’ steht für die aktive Aneignung des unmittelbaren Lebensumfeldes, die tätige Auseinandersetzung mit den Lebensumständen und die politische Wahrnehmung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Gemeinwesen. Kurz: eine Werkstatt des übenden Lernens. Hier entstehen Lebenskompetenzen, die der eigenen Entwicklung und dem Stadtteil dienen. Darüber hinaus hat das Projekt politische Effekte, die zur ressortübergreifenden Steuerung und Öffnung nach außen zum Tragen kommen. Am deutlichsten geschieht dies durch sichtbare Ergebnisse im Stadtbezirk. Auch die Bewohner können Einblick nehmen und Verbesserungsvorschläge auf „Nachbarschaftstalentbögen“ einbringen.

("Kiezdetektive - Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt" in der Praxisdatenbank)

  • Partizipation im Quartier stärkt unmittelbar den sozialen Zusammenhalt auf lokaler Ebene, z.B. in der Nachbarschaft. Vorhandene Strukturen der Beteiligung sind zu nutzen, sie können gemeinsam entwickelt und erweitert werden.

So macht es der Stadtteilverein Vauban e.V. aus Freiburg

Der Stadtteilverein Vauban e.V. aus Freiburg ist ein klassisches Beispiel für Partizipation und Bürgerbeteiligung im Quartier. Der Verein der Vaubaner Bürger und Bürgerinnen bildet das zentrale Forum zur Entwicklung und Gestaltung des Stadtteils. Der Stadtteilverein ist Quartiers-Infostelle, unterstützt generationenübergreifende Quartiersprojekte, koordiniert bestehende Angebote, bietet Begegnungsmöglichkeiten für Groß und Klein an und fördert das Engagement und die Initiative von Menschen aus dem Quartier. In Arbeitsgruppen, einem Quartiersbeirat, Podiumsdiskussionen, Stadtteilgesprächen und anderen Formen der Bürgerbeteiligung können Bewohnerinnen und Bewohnern sich engagiert einbringen und aktiv beteiligen.

Herausforderungen bei Partizipation im Quartier

eine junge Frau, die ein kleines Mädchen schminkt
© Thomas Dr. Weis / PIXELIO

Werkstätten oder Gremien als Instrumente der Partizipation stellen insbesondere für sozial belastete Menschen eine schwer zu überwindende Barriere dar. Mit entsprechenden Angeboten sind sozial benachteiligte Menschen, Kinder und Jugendliche oder isoliert lebende Menschen nur schwer zu erreichen, oft nicht einmal ansprechbar. Dabei haben gerade diese Menschen sozialräumlich oft einen sehr engen Quartiersbezug. Eine geringe Beteiligung sollte die professionellen Akteure ermutigen, niedrigschwellige und leicht zugängliche Angebote zu gestalten.

  • Die Bewohner eines Quartiers repräsentieren mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen und Bedürfnissen ein breites Spektrum von Anforderungen an ihre Lebensumwelt. Diese zu moderieren und im Sinne der Gesundheitsförderung im Quartier wirkungsvoll in eine gemeinsame geteilte Lebenswelt umzusetzen, die niemanden aus-, sondern alle einschließt, erfordert eine behutsame, auf Integration angelegte Strategie.

So macht es das  Projekt „Aufsuchende Sozialarbeit rund um den Kieler Vinetaplatz“

Im Projekt „Aufsuchende Sozialarbeit rund um den Kieler Vinetaplatz“ werden in Befragungen und Zukunftswerkstätten die Gesundheitsbelastungen suchtmittelabhängiger Menschen und ihr Unterstützungsbedarf untersucht, mit dem Ziel, die gesundheitliche sowie soziale Situation der Platznutzenden zu verbessern und damit auch ’ihre’ unmittelbare Lebenswelt, den Vinetaplatz, zu ’beruhigen’. Über regelmäßige Präsenz von Sozialarbeitern vor Ort und Hilfestellung durch Sozialtraining, Beratung und praktische Unterstützung, z.B. in Schuldenregulierung, Umgang mit Ämtern und Behörden und in der Wohnungssuche wird versucht, alkohol- und drogenabhängige Menschen zu stabilisieren und sie bei der Veränderung ihrer Lebenssituation zu unterstützen. Der gewünschte Treffpunkt wurde in Eigenarbeit saniert, renoviert und eingerichtet. Die Platznutzerinnen und Platznutzer werden an der Pflege des Ortes beteiligt. Persönliches Erleben konnte in Form einer Fotoausstellung wertgeschätzt werden. Der Platz im Quartier erhält so für alle Bewohner einen höheren Freizeitwert und trägt zu einer Imageaufwertung bei.

("Aufsuchende Sozialarbeit rund um den Kieler Vinetaplatz" in der Praxisdatenbank)

  • Menschen aller Altersgruppen und Milieus an der Gestaltung von Präventionsangeboten frühzeitig und kontinuierlich zu beteiligen, ist eine effektive Strategie zur Bildung gesunder Nachbarschaften.

So macht es der „Denk-Sport-Spiel-Parcours Wulsdorf“

Der Denk-Sport-Spiel-Parcours Wulsdorf“ ist ein Bewegungs- und Entspannungspfad im Bremerhavener Stadtteil Wulsdorf. Das Modellvorhaben des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Sozial Stadt“ wurde vom Projektträger Förderwerk Bremerhaven unter aktiver Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner geplant und durchgeführt. In Stadtteilbegehungen, Planungs- und Steuerungsrunden wurden gemeinsam Konzepte für den Parcours entwickelt und umgesetzt. Das gesundheitsfördernde, generationenübergreifende Angebot richtet sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner in Wulsdorf und soll sowohl zur Bewegung aktivieren, als auch Menschen unterschiedlichen Alters zusammenführen. Das Projekt zeichnet sich besonders durch die erfolgreiche Förderung der Partizipation von sozial benachteiligten Menschen aus dem Quartier aus. Der „Denk-Sport-Spiel-Parcours Wulsdorf“ ist Träger des BKK-Preises zur vorbildlichen Gesundheitsförderung 2010.

("Denk-Sport-Spiel-Parcours Wulsdorf" in der Praxisdatenbank)

Tipps zum Weiterlesen zu Empowerment im Quartier

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hg.) (2010): Naidoo, Jennie; Wills, Jane: Lehrbuch der Gesundheitsförderung. Conrad-Verlag: Gamburg.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung  (BZgA) (Hg.) (2009): Richter, Antje; Wächter, Marcus: Zum Zusammenhang von Nachbarschaft und Gesundheit. Köln.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2010): Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Allgemeine Qualitätsstandards und Empfehlungen für die Praxisfelder Kindertageseinrichtungen, Schule, Kommune, Kinder- und Jugendarbeit und Erzieherische Hilfen. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
  • Block, Martina; von Unger, Hella; Wright, Michael T. (2010): Partizipation von Kindern als Schlüssel der Gesundheitsförderung - Ein Beitrag von Qualität in der Armutsprävention, in: Holtz und Richter-Kornweitz: Kinderarmut und ihre Folgen. Wie kann Prävention gelingen? München: Ernst Reinhardt, 138-148.
Logo der Bundeszentrale für gesundheitlicheAufklärung
Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Mehr zu Good Practice

GP-Projekt

Mehr zu den Kriterien guter Praxis und weitere Informationen finden Sie in der "Good Practice" Rubrik!

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Partizipation in den Arbeitshilfen

Cover Heft 1 der Arbeitshilfen

Weitere Informationen, Methoden und Beispiele zu Partizipation finden Sie auch in den Arbeitshilfen "Aktiv werden für Gesundheit"!

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Partizipative Qualitäts­entwicklung

Grafik PQ Zyklus

Hier finden Sie Konzepte, Methoden und Praxis­beispiele der Partizipativen Qualitäts­entwicklung. Die Web­site unterstützt Praxis­anbieter der soziallagen­bezogenen Gesundheits­förderung dabei, die Qualität ihrer Arbeit gemeinsam mit der Ziel­gruppe zu planen, zu verbessern und zu bewerten.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 74 Partnerorganisationen an.
BZgA / Maarweg 149-161 / 50825 Köln-Ehrenfeld / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.