Termin
Krankheit als finanzielle Belastung / Herausforderungen für Privathaushalte und die soziale Sicherung
18.06.2008
Berlin
Berlin
Veranstalter: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland
Kategorie: Tagung
Außerdem bieten Arztpraxen, aber auch Anbieter von Heil- und Hilfsmitteln vermehrt Leistungen an, die die Patienten selbst bezahlen müssen. Der Anteil der Haushalte mit hohen Gesundheitsausgaben von mehr als fünf Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ist in den vergangenen Jahren von neun auf elf Prozent gestiegen. Ein Drittel der Haushalte mit hohen privaten Gesundheitsausgaben hat ein niedriges Einkommen bis 1.300 Euro.
Diese Entwicklung wirft eine Reihe grundsätzlicher Fragen auf: Wie viel Geld benötigt ein Haushalt mit durchschnittlicher Krankheitslast neben den Beiträgen zur Krankenversicherung, um alle erforderlichen gesundheitlichen Leistungen zu erhalten? Und wie hoch ist das Risiko sehr hoher privater Krankheitskosten? Wie können Haushalte mit niedrigem Einkommen die entsprechenden Mittel bereithalten? Sollte in der gesetzlichen Krankenversicherung eine umfassendere Härtefallregelung eingeführt werden?
Muss die Auffangfunktion der Sozialhilfe wieder verstärkt werden?
Die Tagung am 18. Juni 2008 in Berlin bringt wissenschaftlicheUntersuchungen und politische Perspektiven zusammen. Ihr Ausgangspunkt ist ein am Wissenschaftszentrum Berlin durchgeführtes Forschungsprojekt zur sozialen Absicherung chronisch kranker Menschen mit niedrigem Einkommen, das von der VolkswagenStiftung im Brückenprogramm zur Transformation des Sozialstaats finanziert wird. Auf der Tagung sollen Zwischenergebnisse des Forschungsprojektes und politische Regelungsalternativen diskutiert werden.
Eingeladen sind Akteure der Gesundheits- und Sozialpolitik auf Bundesebene, insbesondere aus den Verbänden der Krankenkassen und Sozialhilfeträger, der ärztlichen Spitzenorganisationen, der Wohlfahrtsverbände und Selbsthilfeorganisationen sowie der politischen Stiftungen und wissenschaftlichen Institutionen.
Tagungsort
Zentrum Berliner Stadtmission
Haupthaus großer Saal
Lehrter Str. 68
10117 Berlin
10.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock,
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Leiter Forschungsgruppe Public Health, Mitglied des Sachverständigenrats für die Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen
Klaus-Peter Stenzig, Diakonisches Werk der EKD, Zentrum Gesundheit, Rehabilitation und Pflege, Berlin
10.30 Uhr Hohe Gesundheitsausgaben - niedriges Einkommen: Analyse einer Risikokonstellation
Dr. Peter Bartmann, Diakonisches Werk der EKD, Gastwissenschaftler in der Forschungsgruppe Public Health, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin
11.00 Uhr Armut macht krank. Macht Krankheit arm?
Beobachtungen zur (Forschungs) Situation in Deutschland. Dr. Andreas Mielck, Helmholtz-Zentrum,
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, München
11.30 Uhr Finanzielle Belastung durch chronische Krankheiten - die Perspektive derBetroffenen
Prof. Dr. Gerhard Trabert, Fachhochschule Nürnberg/Nationale Armutskonferenz
Andreas Renner, Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung, Düsseldorf
12.00 Uhr Medizinisches Existenzminimum und politischer Gestaltungsspielraum
Prof. Dr. Volker Neumann, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialrecht und Staatstheorie, Humboldt-Universität zu Berlin
12.45 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Zielsetzungen und Grenzen der Härtefallregelungen im SGB V
Dr. Carsten Wendtland, Institut für Europäische Gesundheitspolitik und Sozialrecht, Universität Frankfurt am Main
14.00 Uhr Vollversicherung, Zusatzversicherung, Sparen für den Krankheitsfall?
Steigende private Gesundheitsausgaben aus der Perspektive der GKVVersicherten Klaus Zok, Wissenschaftliches Institut der
AOK (WIdO), Bonn Sparen für den Krankheitsfall? Dr. Michela Coppola, Mannheim Research Institute for the Economics of Aging
Die Sozialhilfe als Ausfallbürge bei Bedürftigkeit? Dr. Jonathan Fahlbusch, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, Berlin
15.15 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr Kommentare und Schlussfolgerungen - aus gesundheitspolitischer Perspektive
Prof. Dr. Karl Lauterbach, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Dt. Bundestags (angefragt)
- aus ökonomischer Perspektive Prof. Dr. Richard Hauser, Prof. em. für Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik,
Universität Frankfurt am Main (angefragt) aus PublicHealthPerspektive Prof. Dr. Rolf Rosenbrock
16.30 Uhr Tagungsende
Anmeldung
Es wird kein Tagungsbeitrag erhoben.
Senden Sie Ihre Anmeldung bitte
per E-Mail oder Telefax an:
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Petra Nagorr
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin
Telefax: +49 30 830 01 444
E-Mail: nagorr@diakonie.de
Veranstalter
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.
Kontakt und Information
Diakonisches Werk der EKD e. V.
Petra Nagorr
Reichensteiner Weg 24
14195 Berlin
Telefon: +49 30 830 01 362
Telefax: +49 30 830 01 444
E-Mail: nagorr@diakonie.de
Internet: www.diakonie.de



