Termin
Gesundheitsförderung bei Langzeitarbeitslosen in Berlin
13.10.2010
Berlin
Veranstalter: Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Kategorie: Fachgespräch
Die gesundheitlichen Belastungen durch Arbeitslosigkeit sind vielfach gut belegt. Das Problem ist zunehmend Thema sowohl bei den Akteuren aus Arbeitsförderung als auch der Gesundheitsförderung und Prävention. Die Programme, die bislang entwickelt wurden (z.B. JobFit, AmigA, AktivA), können ihre positiven Wirkungen belegen. Eine systematische Einbindung gesundheitsfördernder Angebote in Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist trotz des großen Bedarfs bislang jedoch erst in Ansätzen erfolgreich realisiert worden. So berichtete Katrin Kunert (AOK Berlin-Brandenburg) als Vertreterin der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) von ersten Erfahrungen mit dem AktivA-Konzept in Berlin und Susanne Aßmann-Horny vom JobCenter Charlottenburg-Wilmersdorf von einer JobFit-ähnlichen Maßnahme in ihrem Bezirk.
Für das Land Berlin haben die Senatsverwaltungen für Gesundheit und Arbeit und die GKV nun die Initiative ergriffen und über den Regionalen Knoten des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ einen Fachaustausch zu diesem Thema realisiert.
Am 13. Oktober 2010 kamen dazu 40 Vertreter/innen der Berliner JobCenter, der GKV und der Berliner Bezirke mit der Staatsekretärin für Arbeit, Kerstin Liebich, und dem Staatssekretär für Gesundheit, Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, zu einem Fachgespräch zusammen. Ziel war es, dass sich die Beteiligten zunächst kennenlernen und eine „gemeinsame Sprache“ finden. Darüber hinaus sollten aber auch Handlungsbedarf identifiziert und Möglichkeiten gemeinsamer Schritte ausgelotet werden. Der dreistündige Austausch verdeutlichte denn auch die unterschiedlichen Perspektiven und Erwartungen sowie das Interesse an zielorientierten Kooperationen.
Dr. Sabine Hermann von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz gab einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit anhand der Ergebnisse der Berliner Gesundheitsberichterstattung. Dabei wurden die Belastungen im psychosozialen Bereich besonders deutlich, aber auch, dass die Arbeitslosigkeit sich für unterschiedliche Personengruppen ganz unterschiedlich auswirkt.
Handlungsdruck besteht sowohl in einer adäquaten Situationsanalyse - welches sind die Ressourcen, aber auch die Schwierigkeiten, wenn zum Beispiel häufige Krankschreibungen vorliegen? - als auch darin, die Betroffenen im Alltag und bei der Jobsuche zu unterstützen. Ein JobCenter-Vertreter formulierte, dass man eigentlich viele Betroffene vom Zustand der Mutlosigkeit bis zur Wiedereinmündung in Beschäftigung kontinuierlich begleiten müsse.
Große Chancen wurden darin gesehen, kompetente Koordinator/innen einzubeziehen und zu vernetzen. Hier wurde beispielsweise das „Fallmanagement-Team“ des brandenburgischen Programms „AmigA“, mit einer Psychologin und einem Sozialmediziner, als Erfolg versprechend hervorgehoben, ebenso wie die „Job-Assistenz“, die in Friedrichshain-Kreuzberg und in Spandau an die JobCenter angegliedert wurde.
Die Handlungsspielräume der an diesem Gespräch beteiligten Partner - JobCenter, Krankenkassen, Bezirke und Senatsverwaltungen - sind durch eine engere Abstimmung in der Planung von Maßnahmen ganz offenbar zu erweitern. Daher verständigte man sich darauf, bereits bestehende Ansätze aufzubereiten und diese Ergebnisse auf der nächsten Fachtagung auszuwerten. Weitere Akteure, beispielsweise aus der Wirtschaft oder anderen Verwaltungsbereichen, sollen an den weiteren Diskussionen beteiligt werden.



