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Termin

Gesundheit fördern - Public Health zwischen individueller Freiheit, staatlichem Paternalismus und Gemeinwohl

Veranstalter: Zentrum für Gesundheitsethik, Hannover

Kategorie: Aktionstag

Dem Staat und damit den in seinem Auftrag handelnden Institutionen kommt die Aufgabe zu, Maßnahmen anzuregen, zu planen und umzusetzen, die geeignet sind, die Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung zu fördern. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitsbewusstes und -förderndes Verhalten in erster Linie im Verantwortungsbereich des Einzelnen liegt. Dieses beinhaltet auch, die Freiheit des Einzelnen zu  akzeptieren, in gewissem  Rahmen die eigene Gesundheit Risiken auszusetzen.  
Aus  der  Perspektive von Public Health stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln und in welchem Maß die persönliche Bereitschaft, gesundheitsgefährdende Risiken einzugehen, beeinflusst bzw. eingeschränkt werden kann, um Individuen vor sich selbst oder die anderen Mitglieder der Gesellschaft bzw. Solidargemeinschaft zu schützen. Also bewegt sich eine öffentliche Gesundheitsförderung unter anderem in  einem  Spannungsfeld  zwischen  wünschenswerter Verbesserung der gesundheitsbezogenen Wissens- und Lebensbedingungen  einerseits  und  der  Gefahr  der Bevormundung und auch Stigmatisierung andererseits. Im Angelsächsischen kennt man hierfür auch den Begriff des "Nanny State", des Gouvernantenstaates.

Hieraus ergeben sich ethische Fragen, die auf dieser Tagung diskutiert werden sollen, z.B.: Gibt es eine Verpflichtung des Einzelnen, Gesundheit als erstrebenswertes Ziel zu erachten? In wieweit kann eine Mitverantwortung des Einzelnen für die Gesundheit der Gemeinschaft erwartet und begründet werden? Was muss bei der Prioritätensetzung, Planung und Umsetzung von präventiven Maßnahmen hinsichtlich ethischer Konsequenzen bedacht werden? Wie viel staatlicher Paternalismus  ist angemessen, um die Einsicht des Einzelnen zu erzwingen?

Die Tagung wendet sich an alle, die in der Praxis, Lehre und Forschung von Public Health tätig sind.
Dr. P.H. Christa Wewetzer
Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG), Hannover
PD Dr. med. Julika Loss
Universität Bayreuth
Dr. phil. Peter Schröder-Bäck
Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW, Bielefeld

Veranstalter und Anmeldung
Zentrum für Gesundheitsethik
an der evangelischen Akademie Loccum  
Knochenhauerstr. 33, 30159 Hannover
T: 0511/1241-496 / F: 0511/1241-497
E-Mail: zfg@evlka.de
www.zfg-hannover.de

Kooperationspartner:
Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW, Bielefeld
Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, Universität Bayreuth

Tagungsgebühr:
120 € inkl. Verpflegung

Tagungsort:
Hanns-Lilje-Haus
Knochenhauer Str. 33, 30159 Hannover

Anmeldung:
Schriftlich per Karte, per Fax oder per E-Mail. Die schriftliche Anmeldung ist rechtsverbindlich.
Wir bearbeiten Ihre Anmeldung in der Reihenfolge des Posteingangs.

Überweisungen erbitten wir auf das Konto:
Ev. Kreditgenossenschaft Hannover eG
BLZ 520 604 10, Konto-Nr.: 6955
Kurs-Nummer: 6212 / 78

Anreise:
Vom Hauptbahnhof erreichen Sie uns zu Fuß in 10 Minuten. Die U-Bahn-Haltestelle .Markthalle/Altstadt. liegt nur 150 m vom Haus entfernt. Am Hanns-Lilje-Haus stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Nächste Parkmöglichkeit im Parkhaus Schmiedestraße.

Unterkunft:
Übernachtungen in Hannover müssen von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen selbst gebucht werden.

Programm

Donnerstag  26. Juni 2008

13.00  Begrüßung und Einführung
Christa Wewetzer
Julika Loss
Peter Schröder-Bäck
13.30  Gesundheitsförderung zwischen Eigenverantwortung und sozialem Wirken
Einführung in das Konfliktfeld Bettina Schmidt
14.15  Gesundheitswunsch und Gesundheitsrealität
Psychologische Aspekte des Gesundheitsverhaltens Christoph Klotterer
14.45 Pause
15.15  Gesundheit als handlungsleitender Faktor der Politik in der historischen Entwicklung
Sigrid Stöckel und Irene Hirschberg  
16.00  Gesundheitliche Ungleichheiten hinnehmen oder verhindern?NN
16.45  Wie gleich kann Gesundheit sein?Kommentar aus ethischer Perspektive Alena Buyx
17.30 Pause, Abendessen
19.00  Tugend und Propaganda der Gesundheitsförderung Carmen Kaminsky

Freitag  27. Juni 2008

9.00  Wie wird entschieden, welche Gesundheitsziele vorrangig sind?
Zur Prioritätensetzung von Gesundheitsförderungsprogrammen Helmut Brand
9.30  Health literacy. Mit Aufklärung zum gesundheitsbewusst handelnden Bürger? Manfred Dickersbach, Hans Martin Sass
10.30  Verführung zum gesundheitsbewussten Verhalten? Chancen und Grenzen des .Social Marketing Julika Loss
11.00  Pause und Imbiss
11.30  Rabatt oder Risiko  Bonus-Malus-Regelung in Prävention und Gesundheitsförderung der GKV, Rüdiger Meierjürgen
12.00  Gesundheitsfördernde Pflichten und Verbote, Wie viel staatliche Autorität ist zumutbar?Thomas Altgeld
12.45  Welche Bedeutung haben ethische Kriterien für die Entwicklung von Gesundheitsförderungsmodellen?
Abschlussdiskussion
14.00  Ende der Tagung

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
BZgA / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.