Termin
21.06.2006 – 02.07.2006
Der Ort der Veranstaltung ist Berlin-Prenzlauer Berg, der Träger sitzt in 22 763 Hamburg
Berlin
Veranstalter: Bunte Kuh e.V.
Kategorie: Veranstaltung
Mit dem Projekt „Räume durch Erleben entwerfen“ führt der Verein regelmäßig Bau-kunstaktionen mit Lehm, Wasser und Feuer in sozialen Brennpunkten und Bildungs-einrichtungen durch.
Unter einem großen, nach allen Seiten offenen Zelt, entstehen unter den Händen von kleinen und großen „Bauherren“ frei modellierte Landschaften mit begehbaren Räumen und Skulpturen bis zu drei Metern Höhe.
Kinder und Jugendliche bauen nach ihren eigenen Entwürfen und Hand in Hand mit Eltern und Nachbarn, Einheimischen und Fremden, mit geistig- und körperlich Behin-derten, mit Künstlern, Pädagogen und Bauprofis, Labyrinthe, Höhlen, 1001 Kuppeln, reich verzierte Türme und von Drachen bewachte Tore.
Die für alle Besucher offenen und kostenlosen Baukunstaktionen, die vorwiegend in sozialen Brennpunkten und Bildungseinrichtungen stattfinden, ermöglichen niedrig- schwellige, sinnliche, Gesundheit und Integration fördernde Bauprozesse, bei denen der Baustoff ’Lehm’ vor allem seine Faszination als ’soziale Klebekraft’ entfalten kann; eine Idee, die der Verein Bunte Kuh in vielen Jahren, meist ehrenamtlicher Arbeit, entwickelt hat und deren Umsetzung bisher, soweit wir wissen, einzigartig ist.
Ziel dieser Arbeit ist es, die individuelle Gestaltungsfreiheit und eine Sensibilisierung für natur- und sozialverträgliches Bauen zu fördern und die Kinder und Jugendlichen über die gemeinsame Umsetzung von Bauideen zur Mitverantwortung für die Gestal-tung ihrer Umwelt zu ermutigen.
Es entsteht dabei eine Spielkultur, die weder die Kunst noch das Spielen als Selbst-zweck begreift, sondern eine, die kreative und soziale Erfahrung zur Basis für das Wissen um selbst bestimmte Prozesse und die Veränderbarkeit von oft fremd bestimmter Realität macht; eine Kultur des Spielens als Weg zur Ausbildung von Identität und Gemeinschaft.
Die Baukunstaktionen, fördern neben den sozialen Fähigkeiten auch die körperliche und seelische Gesundheit.
Während des Bauens, wobei ca. 25 Tonnen Lehm geknetet, gestampft, verstrichen und verziert werden, entwickeln sich Gestaltungs- und Bewegungsfreude auf natür-liche Weise.
Von Erziehern mit Verwunderung und Freude beobachtet, wird immer wieder die Ent-wicklung psychomotorischer Fähigkeiten: auch so genannte „hypermotorische Kin-der“ sind ausdauernd und konzentriert arbeitend bei der Sache.
Der Bauprozess wirkt Identität stärkend und Gewalt mindernd. Er ist eine „Stolz-produktionsanlage“.
Bunte Kuh e. V. arbeitet sowohl mit Kindergärten, Schulen und Hochschulen, mit Einrichtungen für körperlich- und geistig behinderte Menschen, als auch mit Kultur-, Gartenbau- und Jugendämtern zusammen.
„Der Hamburger Arzt und Psychiater Klaus Dörner vertritt in seinem jüngsten Buch „Die Gesundheit“ die These, dass eine Gesellschaft, die die Gesundheit zum höch-sten Gut erhebt, auf dem besten Wege sei, die Gesundheit abzuschaffen und weist in diesem Zusammenhang auf den erst kürzlich im Alter von hundert Jahren verstor-benen Philosophen Hans-Georg Gadamer hin, der Gesundheit als selbstvergesse-nes Hingegebensein an die Welt definiert.
Indem dieses Projekt, das selbstvergessene Hingegebensein an den Lehm (=Erde), Wasser Feuer und Luft fördert, greift es uralte Menschheitsideen auf und zeigt zu-gleich hochmoderne Wege einer zukunftweisenden Gesundheitsförderung auf.“
( Dr. Robert E. Wegner, anlässig der Verleihung des Deutschen Präventionspreises 2004 an Bunte Kuh e.V. )
In Hamburg hat der Verein für seine Baukunstaktionen gerade den Spielraumpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes gewonnen
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