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29.04.2009

WZB-Studie: Langzeitarbeitslose profitieren nicht von Agenda 2010

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat in einer Studie im Auftrag der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) untersucht, wie sich die Beschäftigungschancen von Erwerbslosen entwickelt haben. Der am Montag vorgestellten Studie nach haben Langzeitarbeitslose nicht von den jüngsten Arbeitsmarktreformen profitiert - anders etwa als ältere Beschäftigte. Sie zählt die Studie zu den Gewinnern des letzten Aufschwungs.

Nach der WZB-Studie haben sich die Chancen auf einen Einstieg in Arbeit in der letzten Konjunkturphase verbessert. Rund drei Viertel der Erwerbslosen, die zunächst eine befristete Beschäftigung aufgenommen hatten, waren demnach auch drei Jahre später noch erwerbstätig, wobei der Hälfte dieser Personen bereits der Wechsel auf eine unbefristete Stelle gelungen war.

Schwierig bleibt die Situation für Langzeitarbeitslose. Ihre Chancen auf einen Wiedereinstieg in Arbeit beschreibt die Studie als eines der Ziele der Hartz-Gesetze. Es sei nicht erreicht worden, so die Studie. Dennoch fordert WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger: "Kurs halten statt Reformen zurückzunehmen.“ Insbesondere die Kanäle der Arbeitssuche und Arbeitsvermittlung müssen der Studie nach besser an die jeweiligen Zielgruppen angepasst werden. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, ob nicht die gesamte Arbeitsvermittlung neu gedacht und eine klare Ausrichtung und Ausstattung personeller Ressourcen der Arbeitsagenturen auf Langzeitarbeitslose erfolgen müsse.

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband hatte jüngst passgenaue Hilfen für Langzeitarbeitslose gefordert (siehe dazu die Aktuelle Meldung vom 19.03.2009). Zugleich machte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Verbands, klar, dass Langzeitarbeitslosigkeit kein Vermittlungsproblem sei. Langezeitarbeitslosigkeit sei ein Problem etwa fehlender Arbeitsplätze.

Hintergrund der Kritik des Verbandes an den Hartz IV-Gesetzen war eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach sind lange Bezugsdauer und wiederkehrende Bedürftigkeit typisch für die Mehrheit der Bezieher/innen von Arbeitslosengeld II (ALG II). Besonders betroffen sind Alleinerziehende.

Von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene finden über zahlreiche Projekte der Praxisdatenbank Unterstützung und Hilfe, etwa:

Kontaktladen Mecki (Hannover)

JobFit Regional (NRW)

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