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29.05.2007

Vergessene Kinder - Zu wenig Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

Wie das Apothekenmagazin „Baby und Familie" berichtet, wachsen in Deutschland gut 500.000 Kinder mit Mutter oder Vater auf, die schwer psychisch krank sind. Nach Aussage von Katja Beck, die eine Selbsthilfegruppe für Betroffene leitet, habe man lange nicht beachtet, welche Belastung die Krankheit der Eltern für die Psyche der Kinder bedeutet. Noch heute werde in der Psychiatrie oft vergessen zu fragen, ob die Patienten Kinder haben, um die sich jemand kümmern müsse. Besonders schwer hätten es Kinder alleinerziehender Mütter oder Väter. Oft sind sie lange mit den kranken Eltern allein und begreifen nicht, dass deren unerklärliche Handlungen krankheitsbedingt und nicht etwa gegen sie gerichtet sind. Die Risikoforschung bestätigt zudem, was schon jeder ahnt: Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, stehen unter erhöhtem Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. In verschiedenen Untersuchungen wird geschätzt, dass das kindliche Störungsrisiko um den Faktor zwei bis drei gegenüber einer gesunden Vergleichsgruppe erhöht ist.
Dr. phil. Albert Lenz, Prof. für Klinische Psychologie und Sozialpsychologie an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Paderborn, Fachbereich Sozialwesen hat belegt, dass die Auffälligkeiten vor allem die sozial-emotionale (also zwischenmenschliche und gemütsmäßige) sowie kognitive (geistig-intellektuelle) Entwicklung betreffen. Am häufigsten finden sich depressive Störungen, aber auch aggressive, dissoziale und hyperkinetische („Zappelphilipp“) Verhaltensstörungen. Die Wahrscheinlichkeit psychisch zu erkranken, liegt für Kinder schizophrener Eltern bei zehn bis 15 Prozent. Das Risiko für eine affektive, also Gemütsstörung wie Depression und/oder Manie ist etwa drei- bis sechsmal höher als bei unauffälligen Eltern. Sind beide Elternteile depressiv erkrankt, liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent.
Hilfsangebote für solche „vergessenen Kinder“, müssen vor allem altersgerechte Formen entwickeln, konsequent anbieten und die Kinder und Jugendlichen in die Behandlung des erkrankten Elternteils einbeziehen. Hilfe durch Selbsthilfe ist über den stationären Aufenthalt hinaus zu fördern und zu stärken. Beispiele für solche Ansätze sind auch auf gesundheitliche-chancengleichheit.de zu finden, so das Projekt:


Kinder und AIDS, von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Hamburg e.V.

und das Projekt:


connect - Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien - Kooperation und Vernetzung, Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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