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07.11.2008

Überschuldung privater Haushalte stark gestiegen

Die Zahl der überschuldeten Haushalte hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Insgesamt sind rund drei Millionen Haushalte überschuldet; das ist jeder 12. Haushalt in Deutschland. Daneben sind etwa 1,2 Millionen Haushalte akut überschuldungsgefährdet. Als Ursache ihrer Überschuldung sehen Betroffene vor allem ihre Arbeitslosigkeit an. Als weitere Ursachen wurden Trennung, Scheidung sowie Tod des Partners oder der Partnerin (14%) genannt ebenso wie  Erkrankung, Sucht oder Unfall (10%). Das sind Ergebnisse aus der aktuellen Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

Demnach lebten 44 Prozent der überschuldeten Personen allein. Single-Haushalte, die einen Anteil von 38% an allen Haushalten ausmachen, waren damit überproportional von Überschuldung betroffen. Deutliche Folgen der Überschuldung zeigten sich der Statistik zu Folge in starken Stresssymptomen der Betroffenen, psychischem Druck und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

An der Statistik und ihrer Erhebung beteiligten sich 2007 212 von insgesamt rund 950 Schuldnerberatungsstellen. Die Ergebnisse stellten kürzlich Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, und Marius Stark, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor.

Von den überschuldeten Menschen hatten im Jahr 2007 nur etwa 3 Prozent Einkünfte von mehr als 2 000 Euro pro Monat. Bei 56 Prozent lag das monatliche Nettoeinkommen unter 900 Euro und damit unter der Pfändungsfreigrenze, die derzeit 990 Euro beträgt. Bei den allein lebenden Menschen mussten sogar fast drei Viertel der überschuldeten Personen mit einem Nettoeinkommen von unter 900 Euro auskommen.  

Marius Stark, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände, sagte, die Überschuldung vieler Familien in Deutschland sei Hauptursache für ihre Verarmung und soziale Ausgrenzung. Das Problem betreffe nicht nur soziale Randgruppen, sondern dehne sich auf weite Bevölkerungsschichten aus. Überschuldung bedeute für die Betroffenen eine völlige Destabilisierung ihrer Existenz. Sie seien Stress und psychischem Druck ausgesetzt und häufig gesundheitlich beeinträchtigt. Materielle und immaterielle Belastungen verstärkten sich gegenseitig. Die kritischen Verhältnisse belasteten Partnerschaften schwer und beeinträchtigten die Entwicklung der Kinder.

Weiteres Material zum Thema erhalten sie hier.

In der Praxisdatenbank auf www.gesundheitliche-chancengleichheit.de finden Interessierte zahlreiche Projekte, die sich mit dem Thema Schulden befassen. Hier einige Bespiele:

Schuldner- und Insolvenzberatung offensiv 91 in Berlin

Good Practice-Logo Schriftzug blau unterstrichen mit grünem Quadrat

Sozialpaten im Bündnis für Augsburg

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