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27.01.2009

Sind Türken in Deutschland schlecht integriert?

Eine neue bundesweite Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigt, dass Einwander/innen mit türkischem Hintergrund schlechter integriert sind als andere Migrant/innengruppen. Der Studie zu Folge haben rund ein Drittel der Türkischstämmigen keinen Schulabschluss, nur 14 Prozent verfügen über Abitur. Unter den „einheimischen“ Deutschen haben nur ein Prozent keinen Schulabschluss, 38 Prozent haben Abitur.

Die Studie des Berlin-Instituts „Ungenutzte Potentiale - zur Lage der Integration in Deutschland“ vergleicht die Integrationserfolge einzelner Migrantengruppen. Der Studie liegt ein Integrationsindex zugrunde, der sich aus Kriterien wie Bildung, Berufschancen und Sozialleistungen zusammensetzt.

Nach diesem Index liegen Türkischstämmige nicht nur bei der Bildung hinter anderen Migrantengruppen, sondern auch bei den Berufschancen. 23 Prozent der Türkischstämmigen sind erwerbslos, die Hausfrauenquote ist ebenso hoch wie die Abhängigkeit von Sozialleistungen.

Kritik an der Studie kam vom Bundesparteivorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir. Gegenüber Medien sagte er: „Es geht vor allem um eine soziale Frage und keine kulturelle.“ Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) betonte: „Es handelt sich um eine kumulierte Unterschichtproblematik bei der türkischen Bevölkerungsgruppe.“ Die Gemeinde verwies darauf, dass vor allem eine einkommensschwache und bildungsferne Schicht von Migrant/innen angeworben worden sei. „Eine schichtspezifische Studie würde mehr Licht in die Beurteilung der Probleme bringen“, so die TGD.

Mit den Problemen von Migrant/innen und mit ihrer Unterstützung befassen sich zahlreiche Projekte unserer Praxisdatenbank www.gesundheitliche-chancengleichheit.de, etwa

Nachbarschaftsheim St. Pauli (Hamburg)

Frauengesundheitstreff Tenever (Bremen)

Mit Migranten für Migranten - Interkulturelle Gesundheit in Deutschland (MiMi) (Hannover)

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