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09.06.2008

Projekt "Unser Platz" bietet Bewegungsräume in Marzahn

Kultursensible und partizipative Angebote für Mädchen und Jungen

Schlagwörter: Bewegungsförderung, Good Practice, Kultursensibilität

Wie kann ein offenes Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche gestaltet werden, das sowohl für Mädchen und Jungen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund attraktiv ist? Und wie kann ein solches Projekt in einem Bezirk mit hohem Anteil sozial benachteiligter Lebenslagen und hohem Migrantenanteil umgesetzt werden? Unter der Schirmherrschaft der Jugendstadträtin Dr. Manuela Schmidt gibt es auf dem Sportplatz in der Schwarzburger Straße im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorftäglich betreute und kostenfreie Angebote für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene und Senioren. „Unser Platz“ ist ein gemeinsames Projekt von freien und kommunalen Trägern, dem Jugendamt, dem Kinder- und Jugendbüro und der Stattbau GmbH sowie dem Wohnungsunternehmen Fortuna. Koordiniert wird das Projekt vom gemeinnützigen Verein Dissens e.V., einem Träger der Jugendhilfe.

Das Projekt entwickelt zusammen mit den Kindern und Jugendlichen und in Kooperation mit verschiedenen Organisationen im Sozialraum, ein vielfältiges Angebot, das interkulturellen, partizipativen und geschlechtergerechten Ansprüchen genügt. Durch Partizipation und Sportplatzpatenschaften soll eine Struktur entstehen, die durch selbstständige Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen sowie durch die Nachbarschaft lebt und getragen wird. Wie Andrea von Marschall, Geschäftsführerin von Dissens e.V. berichtet, konnte dies in den vergangenen drei Jahren schon sehr gut umgesetzt werden: So sei bereits eine hohe Selbstständigkeit auf dem Platz zu beobachten und auch sehr gute Beteiligung von Jungen und Mädchen mit osteuropäischem Migrationshintergrund festzustellen. Auch die Anwohner seien erfreut über die sinnvolle Nutzung des Platzes.

Partizipation wird auf dem Platz vor allem durch Sportplatzkonferenzen und Trainingsmitgestaltung erreicht und indem Jugendliche selbst zu Trainer/innen und Jugendgruppenleiter/innen werden. Sportplatzpatenschaften können von Jugendlichen ab 16 Jahren, erwachsenen Nachbarn sowie interessierten Geschäftsleuten und Politiker/innen übernommen werden und von monatlichen Aufräumaktionen über regelmäßiges Fußballtraining oder die Hilfe bei Festen und Turnieren bis hinzu Öffentlichkeitsarbeit und Spenden reichen. Verschiedene Schulungen in den Bereichen der Organisation von Festen und Turnieren, im Umgang mit Unterschieden und Konflikten sowie in der Planung und Durchführung von eigenen Bewegungsangeboten schaffen dafür die Grundlage. Ein mobiler Aufenthaltsraum auf dem Platz bietet die Möglichkeit, das Angebot auch bei Regen und kälterem Wetteraufrecht zu erhalten.

Neben der Einbindung von Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Lagen steht die geschlechtersensible Kinder- und Jugendarbeit im Mittelpunkt des Projektes. Unter dem Titel „JungenFördern“ und „MädchenStärken“ werden auf dem Platz Bewegungsprojekte mit geschlechtergerechter Schwerpunktsetzung angeboten. Andrea von Marschall berichtet, dass hier vor allem der Ansatz des Gender-Mainstreaming verfolgt werde und auf einen Austausch und gegenseitigen Respekt und Verständnis zwischen Jungen und Mädchen auf dem Platz wert gelegt werde. Die Projekte für Jungen und Mädchen verfolgen vor allem den Ansatz, Stereotypen der Geschlechter aufzubrechen: Vor dem Hintergrund, das nicht alle Jungen „traditionelle Jungensportarten“ wie Fußball und Basketball bevorzugen, geht das Angebot „JungenFördern“ auf individuelle Wünsche ein. Außerdem bekommen sie die Möglichkeit, sich auf dem Platz einzubringen, Feste und Turniere mit zu organisieren, einen Jugendleiterkurs zu machen und gemeinsam mit erfahrenen Trainern kleinere Trainingseinheiten vorzubereiten.

Mädchen und junge Frauen werden durch das gemeinsame Projekt „MädchenStärken“ von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung(DKJS) und Nike motiviert, sich durch Sportöffentliche Räume zu erobern und ihr Rollenverständnis als selbstbewusste junge Frauen zu stärken. Zielgruppe sind insbesondere Mädchen aus sozial schwachen Familien, Migrantinnen oder in besonderen Problemlagen. Auch hier spielt Partizipation eine wichtige Rolle. Sportangebote wie Fußball, Breakdance, Streetball und seit neuestem Rugby sowie auch hier die Mitorganisation von Festen, Turnieren und Filmproduktionen sorgen dafür, dass sich die Mädchen als Könnerinnen erfahren.

Das Projekt wird nach Anschluss der ursprünglich geplanten dreijährigen Förderung weiterunterstützt und fortgesetzt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dissens.de/unserplatz

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und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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