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28.02.2007

Positive Wirkung von Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen nachgewiesen

Projekt JobFit Regional erreichte Langzeitarbeitslose und wird nun fortgesetzt

Rike Hertwig, Gesundheit Berlin-Brandenburg

Schlagwörter: Good Practice

Das Projekt in Nordrhein-Westfalen förderte die Verbesserung von Gesundheitsverhalten und die Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt. Es wurde vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) durchgeführt und anschließend extern evaluiert. Ziel des Projektes war es, durch individuelle Gesundheitsberatung und Gruppenangebote aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stress und Sucht den negativen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf den Gesundheitszustandetwas entgegenzusetzen. Zentrale Aspekte der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen sind hier vor allem die Wiederherstellung psychischer und physischer Ressourcen sowie die Fähigkeit zum Selbstmanagement.

Während der Laufzeit des Projekts von November 2004 bis Juni 2006 konnten 61 Prozent Langzeitarbeitslose angesprochen werden, von denen über 40 Prozent länger als zwei Jahre arbeitslos waren. 58 Prozent der Teilnehmer/innen verfügten über keinen oder einen Hauptschulabschluss, der Anteil der Migrant/-innen lag bei 12 Prozent. Insofern wurden mit dem Projekt Zielgruppen erreicht, die für Krankenkassen üblicherweise schwer zugängliche Risikogruppen darstellen.

Um die Langzeitarbeitslosen zu erreichen, wurden bei neun ausgewählten Bildungs- und Beschäftigungsträgern sowie einer Personal-Service-Agentur (PSA) und einem Arbeitslosenzentrum in verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens gesundheitsfördernde Einzel- und Gruppenmaßnahmen angeboten. Es haben 540 Menschen teilgenommen. Mit allen Teilnehmer/innen wurden individuelle Gesundheitskompetenzberatungen durchgeführt. Weiterhin gab es Gruppenangebote wie Nichtrauchertraining und Ernährungskurse und verschiedene Entspannungs- und Bewegungsangebote.

Im Ergebnis sind eine Reduzierung des Krankenstandes, eine Verringerung unentschuldigter Fehlzeiten sowie ein insgesamt deutlichhöheres Gesundheitsbewusstsein feststellbar, so der BKK Bundesverband in einer Presse-mitteilung zum Abschlussbericht des Projektes. Der Anteil der Teilnehmer/innen, die keinen Sport treiben, sank von 23 auf zwölf Prozent. Der Anteil derer, die sich sehr häufig ausgewogen ernähren, stieg von zehn auf 23 Prozent. Auch die sozialen Kontakte der Betroffenen nahmen zu. So sank der Anteil derer, die nur selten Kontakt zu Freunden haben, von 37 auf 25 Prozent. Es war auch eine Verbesserung der Vermittlungschancen erkennbar. Ein gesteigertes Selbstvertrauen konnte ebenfalls belegt werden, denn die Teilnehmer/innen schätzen ihre Arbeitsfähigkeit im Vergleich zum Zeitpunkt vor Beginn des Projektes signifikant höher ein.

Derzeit werden im Rahmen eines Folgeprojektes „JobFit NRW“ Modelle in Kooperationen mit den Arbeitsgemeinschaften (ARGE’n) und Optionskommunen entwickelt, wie gesundheitsfördernde Ansätze in Regelstrukturen implementiert werden können. Der Schwerpunkt liegt im Gegensatz zum teilnehmerbezogenen Projekt „JobFit Regional“ nun im Aufbau und in der Stärkung von Strukturen. Dabei sind bereits Erfolge zu verzeichnen. Gemeinsam mit der ARGE integrieren nun beispielsweise zwei Münsteraner Beschäftigungsträger, das Bildungsinstitut Münster e.V. (BIMS) und die Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung Münster (GEBA), Gesundheitsförderung direkt in die Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik. Ab April 2007 können dort Arbeitslosengeld II Bezieher von individuellen Gesundheitsberatungen und gesundheitsbezogenen Gruppenangeboten profitieren, wie aus einer Pressemeldung des BKK-Landesverbandes NRW vom 1. Februar 2007 hervorgeht. Finanziert wird das Beratungsteam aus der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH und dem IPG Essen, das den Münsteranern zur Seite steht, vom BKK Landesverband NRW, dem BKK Bundesverband, dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und aus Mittelndes Europäischen Sozialfonds.

Weitere Informationen und Ergebnisse von JobFit Regional sind auf der Internetseite der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.) NRW und den Seiten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW abrufbar. JobFit Regional und JobFit NRW sind Teil der BKK-Initiative „Mehr Gesundheit für alle“.

Weitere Informationen dazu unter: www.bkk.de/mehr-gesundheit-fuer-alle.

Mehr über das Projekt „JobFit Regional“ erfahren Sie unter: http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/jobfit-regional/

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