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31.07.2009

Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Initiative gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt vor einem massiven Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit in Folge der Wirtschaftskrise und fordert zur Bekämpfung der  Langzeitarbeitslosigkeit den Ausbau öffentlich geförderter, dauerhafter und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.

„Die hohe Langzeitarbeitslosigkeit belegt, wie kläglich Hartz IV gescheitert ist. Eine Million Menschen sind seit über einem Jahr ohne Arbeit. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, werden in Folge der Krise immer mehr Menschen aus dem regulären Arbeitsmarkt ins Abseits gedrängt“, so Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

In einem Positionspapier spricht sich der Verband für eine Gesetzesinitiative zur Institutionalisierung gemeinwohlorientierter Beschäftigungsunternehmen aus und verweist darauf, dass es in Deutschland, anders als in den europäischen Nachbarländern, bisher kein eigenes Rechtsinstrument für die Förderung von Beschäftigungsunternehmen gebe. Die Förderpraxis sei regional uneinheitlich und von ständigen Veränderungen geprägt. Nach Angaben des Verbandes bedeutet dies ein permanentes Verhandeln und Nachverhandeln mit den Kostenträgern, um bewährte Leistungsstandards aufrecht erhalten zu können.

Das Thema Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen, insbesondere Langzeitarbeitslosen, gehört zu den diesjährigen Schwerpunkten des Kooperationsverbundes Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten. Die negative Wirkung von Arbeitslosigkeit auf den Gesundheitszustand wird von zahlreichen Studien belegt (siehe Paul u.a., 2006). Langzeitarbeitslosigkeit beeinträchtigt die Gesundheit, gesundheitliche Einschränkungen wiederum erschweren die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, bedarf es einer zielgruppengerechten und nachhaltig wirkungsvollen Gesundheitsförderung. Auf dieser Webseite gibt es einen neuen Bereich, der Informationen zu Programmen und zahlreiche Materialien zur Verfügung stellt. Zudem bietet die Praxisdatenbank auf dieser Homepage unter ihren mehr als 1800 Projekten auch solche zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen an.

"Mut tut gut!" - Stärkung der psychischen Gesundheit für erwerbslose Frauen

Das vom Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten als Good Practice identifizierte Projekt "Mut tut gut" bietet erwerbslosen Frauen ein zehnwöchiges psychoedukatives Trainingsprogramm an, um sie emotional und psychisch zu stabilisieren und die individuellen Voraussetzungen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bzw. zur Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen zu verbessern. Das Projekt wird von der Frauenberatungsstelle donna klara in Kiel getragen.

Durch die Mittelvergabe nach § 16 SGB II für kommunale soziale Begleitmaßnahmen ist mit dem Projekt eine wirkungsvolle und neuartige Kooperation entstanden, die zugleich eine Sensibilisierung der Integrationsfachkräfte in den JobCentern für die Belange und Problemlagen von erwerbslosen und  psychisch belasteten Frauen ermöglicht.

Weitere Projekte zum Thema "Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen" finden Sie hier.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
BZgA / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.