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13.01.2010

Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Anti-Armuts-Agenda

Schlagwörter: Prävention

Zum Auftakt des Europäischen Jahres gegen Armut und Ausgrenzung (siehe dazu auch Aktuelle Meldung vom 08. Januar 2010) hat der Paritätische Wohlfahrtsverband die Bundesregierung aufgefordert, ein Gesamtkonzept zur nachhaltigen Armutsbekämpfung vorzulegen. Angesichts der dramatisch gewachsenen Kinderarmut und der auch 2010 anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise sei es Zeit für Taten statt Symbolpolitik.

Nach Angaben des Verbandes habe die Zahl der Hartz IV-Bezieher seit 2005 kaum reduziert werden können. Der Verband verweist auf den Armutsbericht der Bundesregierung demzufolge insbesondere die Kinderarmut in Deutschland dramatisch gestiegen sei. Die Bundesregierung solle ein armutspolitisches Gesamtkonzept vorlegen, so der Verband.

Als Maßnahmen einer Anti-Armuts-Agenda forderte der Paritätische Wohlfahrtsverband die Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze auf 440 Euro, einen eigenen Kinderregelsatz sowie die Wiedereinführung einmaliger Leistungen im Bedarfsfall. Zudem soll Langzeitarbeitslosen durch den Ausbau öffentlicher Beschäftigung eine dauerhafte Perspektiven eröffnet werden. Schließlich sei es notwendig, dass die soziale Infrastruktur ausgebaut und Angebote in den Bereichen Bildung, Sport und Kultur einkommensschwachen Familien kostenfrei zur Verfügung gestellt würden.

Anlässlich des fünften Jahrestages seit Inkrafttreten von Hartz IV hat der Verband unter www.5jahre-hartz4.de eine Sonderseite zum Thema eingerichtet.

Welche Folgen Armut etwa für Kinder hat, zeigt die Kiggs-Studie des Robert Koch-Instituts sehr eindrücklich. Die Praxisdatenbank auf www.gesundheitliche-chancengleichheit.de enthält zahlreiche Projekte, die die Gesundheit von sozial benachteiligten Kindern verbessern und fördern. Eines dieser Projekte ist das vom Kooperationsverbund "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" als Good Practice identifizierte „Fit und stark fürs Leben“.

„Fit und stark fürs Leben“ ist ein Unterrichtsprogramm zur Persönlichkeitsförderung durch Gesundheitsförderung und Prävention in den Bereichen Gewalt, Aggression, Stress und Sucht. Das Projekt findet sowohl in Schulen als auch in Kindergärten statt. Durch neue Spiel- und Lernformen sollen die Freude der Kinder am Lernen geweckt und die sozialen Beziehungen innerhalb der Klasse, das Selbstwertgefühl sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt werden.

Die „Igel-Igor-Stunden“ des Programms helfen den Kindern, Einfallsreichtum und Kreativität zu entwickeln und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Igel Igor ist dabei die Figur, die durch die Unterrichtsstunden führt und alle Sachverhalte kindgerecht erläutert. In die Stunden sind auch Atem- und Entspannungsübungen sowie Fantasiereisen integriert, die den Kindern helfen, Ängste und Stress zu bewältigen und abzubauen.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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