30.11.2007
Ohne gesellschaftliche Teilhabe keine Gesundheit
13. Kongress Armut und Gesundheit: mehr Engagement für Benachteiligte gefordert
Rike Hertwig, Gesundheit Berlin-Brandenburg
P R E S S E M I T T E I L U N G vom 30. November 2007
Ohne gesellschaftliche Teilhabe keine Gesundheit
13. Kongress Armut und Gesundheit: mehr Engagement für Benachteiligte gefordert
Berlin. Welche Strategien der Gesundheitsförderung sind nötig, um die gesellschaftliche Teilhabe sozial benachteiligter Menschen und damit auch ihre Gesundheit zu stärken? Diese Frage steht im Mittelpunkt des bundesweiten 13. Kongresses Armut und Gesundheit im Berliner Rathaus Schöneberg. Mehr als 1.600 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Praxis tauschen sich noch bis Samstag über besonders bewährte und innovative Wege der Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung aus. Organisiert wird der Kongress von Gesundheit Berlin e.V.
Mindestens jeder zehnte Mensch in Deutschland lebt in Armut. Das wirkt sich direkt auf die Gesundheit großer Bevölkerungsteile aus: Nach jüngsten statistischen Auswertungen haben Männer aus der höchsten von fünf Einkommensgruppen durchschnittlich 14 Lebensjahre mehr bei gutem bis sehr gutem Gesundheitszustand vor sich als Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe. Bei den Frauen beträgt dieser Unterschied zehn Jahre.
Gesundheitliche Risiken sind dort am größten, wo Gruppen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt sind und sich dies mit Armut verbindet. Bei vielen Arbeitslosen, älteren Menschen oder Alleinerziehenden ist das der Fall. Dies hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in seinem jüngsten Gutachten festgestellt. "Gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit sind zwei Seiten derselben Medaille", erklärte Professor Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgruppe "Public Health" im Wissenschaftszentrum Berlin und Mitautor des Gutachtens auf dem Kongress.
In einem medizinisch geprägten Verständnis von Prävention wird vor allem Fachleuten zugeschrieben zu wissen, was krank macht oder Gesundheit fördert. Auf dem 13. Kongress Armut und Gesundheit vorgestellte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung konzentrieren sich vor allem darauf, das Engagement auch von Menschen in benachteiligten Lebenssituationen zu unterstützen und auszubauen. Dieser Ansatz wird international als „Empowerment“ bezeichnet. Zahlreiche lokale Projekte stellen sich auf dem Kongress vor, der sich als Forum versteht und Vernetzung unterstützt.
Zum Auftakt des 13. Kongresses Armut und Gesundheit hatte der BKK Bundesverband während einer gestrigen Satellitenveranstaltung vier Initiativen für „vorbildliche Gesundheitsförderung“ ausgezeichnet. Diese engagieren sich wie die „Kurve“ in Hannover für Wohnungslose, unterstützen wie „Refugio“ in Thüringen Flüchtlinge oder stärken die Eigenverantwortung von benachteiligten Kindern an Schulen und Horten im Zwickauer Land. Die drei Preisträger werden bereits als „Beispiele guter Praxis“ auf www.gesundheitliche-chancengleichheit.de präsentiert. Die Internetplattform wird vom Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ betrieben, der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) initiiert wurde. Viele der 49 Partner des Kooperationsverbundes unterstützen auch den 13. Kongress Armut und Gesundheit, der eine Gemeinschaftsinitiative von mehr als 20 Organisationen ist, darunter die BZgA, Hans-Böckler-Stiftung, Medico, Krankenkassenorganisationen wie der AOK Bundesverband, BKK Bundesverband, Knappschaft VdAK/AEV und Wohlfahrtsverbände.
Wichtiges Thema auf dem Kongress ist nach dem Bekanntwerden des Referentenentwurfs des Bundesgesundheitsministeriums auch das geplante Präventionsgesetz. Hier werden konkrete Beiträge zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancen sozial Benachteiligter gefordert.
Statements der Pressekonferenz über u.g. Pressekontakt
Basisinformationen zu gesundheitlicher Chancengleichheit
Beispiel für ein Projekt, das Teilhabe fördert
Für Rückfragen: Gesundheit Berlin, Öffentlichkeitsarbeit
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