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19.11.2008

Neue Pisastudie zeigt: Soziale Herkunft und Geschlecht immer noch entscheidend für schulischen Erfolg

Bei dem nun vorgestellten dritten Pisa-Bundesländervergleich zeigt sich wie auch schon beim letzen Leistungsvergleich von 2006, dass das Geschlecht und die soziale Herkunft noch immer über den schulischen Erfolg entscheiden. So schneiden Jungen in vielen Ländern deutlich besser ab als Mädchen. Unter den so genannten Risikoschüler/innen befinden sich noch immer mehrheitlich Kinder mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen Familien.

Im diesjährigen Pisa-Siegerland Sachsen liegt der Anteil der „Risikokinder“ bei 8,5 Prozent. In Hamburg und Bremen, den Schlusslichtern des Vergleichs, gehört jede/r Vierte zu dieser Gruppe und verharrt damit auf oder sogar unter dem niedrigsten Kompetenzniveau. Jugendliche mit Migrationshintergrund der zweiten Generation zählen besonders häufig zur Risikogruppe und besuchen vor allem Hauptschulen. In Baden-Württemberg können etwa 53 Prozent der 15-jährigen Hauptschüler nur auf Grundschulniveau Texte lesen und verstehen. Bei den Berliner Ergebnissen fällt die breite Leistungsstreuung auf: Zwar ist der Anteil der Schüler auf oder unter der geringsten Kompetenzstufe hoch (zwischen 20 % und 25 %), gleichzeitig besitzt Berlin aber den zweithöchsten Anteil an Schüler auf der höchsten Kompetenzstufe (nach Bayern) mit über 11 %.

„Zwar ist die Abhängigkeit zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg deutschlandweit etwas kleiner geworden, dennoch bleibt die Förderung bildungsbenachteiligter Kinder die größte Herausforderung für die Bildungspolitik - nicht nur in Berlin“, kommentiert Jürgen Zöllner die Ergebnisse. Zöllner ist Vizepräsident der Kultusministerkonferenz, die den Pisa-Vergleich vorgestellt hat, und Bildungssenator in Berlin.

Die nun vorgestellte bundesweite Studie ist eine Erweiterung der internationalen Pisa-Studie von 2006. Für die bundesdeutsche Studie wurden 1.500 Schulen mit rund 40.000 Schüler/innen getestet.

Auch auf dem diesjährigen 14. Kongress Armut und Gesundheit „Gerechtigkeit schafft mehr Gesundheit für alle!“ wird Bildung ein Thema sein. Am Freitag, den 05. Dezember 2008, findet um 16.15 Uhr zum Thema Gesundheitsfördernde Schulen der Workshop "Das Audit Gesunde Schule" statt. Am Freitag, 05. Dezember 2008, findet um 16.15 Uhr der Workshop „Salutogenese und Gerechtigkeit“ statt. Referieren wird hier etwa Rüdiger-Felix Loren vom Zentrum für Gesundheitsförderung in Hannover über „Die salutogenetische Perspektive“. Über „Bildung - Gerechtigkeit - Glück: Wie passt das zusammen?“ spricht Christina Krause von der Göttinger Initiative Kess - Kinder entwickeln Selbstsicherheit. Am Samstag um 09.00 Uhr findet der Workshop "Die Schulpause - Soziales Event oder Belastungshöhepunkt" statt. Mehr zum Kongress finden Interessierte hier.

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