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13.12.2010

Neue PISA-Studie zeigt: soziale Herkunft und Bildung noch immer stark miteinander verknüpft

Schlagwörter: Bildung

Die vor neun Jahren veröffentlichte erste PISA-Studie hat gravierende Probleme deutscher Schüler/innen in den Bereichen Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften offenbart. So verfügte unter den getesteten 15-jährigen Schüler/innen jede/r zehnte über eine Lesekompetenz auf gerade einmal Grundschulniveau. Jede/r vierte hatte Probleme dabei, elementare Rechenaufgaben zu lösen. Wie sieht es neun Jahre später an Deutschlands Schulen aus?

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen leichte Verbesserungen: Deutsche Schüler/innen holen beim Lesen, in den Naturwissenschaften und in der Mathematik auf und platzieren sich durchgängig im Mittelfeld der OECD-Staaten. Die Studie verdeutlicht aber auch: Soziale Herkunft und schulischer Erfolg stehen nach wie vor in einem starken Zusammenhang. So haben Schüler/innen aus sozial schwächeren Schichten in Deutschland deutlich schlechtere Ergebnisse als Kinder aus der Ober- und Mittelschicht. Zwar ist der Effekt nicht mehr ganz so groß wie vor neun Jahren, jedoch immer noch deutlicher als in einem Großteil der anderen OECD-Staaten.
Die Ergebnisse zeigen auch: Kinder mit Migrationshintergrund liegen, obwohl sie in den letzten Jahren leicht aufgeholt haben, in den Ergebnissen immer noch klar zurück. 2001 lagen Kinder mit Migrationshintergrund in der Lesekompetenz rund anderthalb Schuljahre (64 Pisa-Punkte) zurück, 2010 beträgt der Rückstand noch rund ein Schuljahr (44 Pisa-Punkte).
Untersucht wurde auch der Einfluss des Schulumfeldes. Hier zeigt sich: Kinder aus Schulen in einem schwachen Umfeld haben im Bereich Lesen mehr als 100 Pisa-Punkte Rückstand (dies entspricht rund zweieinhalb Schuljahren) auf die Kinder, die in einem günstigen Umfeld zur Schule gehen - und dies bei ähnlichen familiären Verhältnissen.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklungen warnen Experten davor, anlässlich der aktuellen Ergebnisse in Euphorie zu verfallen. Eckhard Klieme, Leiter der deutschen PISA-Studie: „Die Kompetenznachteile sind immer noch groß, aber das deutsche Schulsystem ist der Chancengleichheit ein Stück näher gekommen.“

Der internationale Test der findet alle drei Jahre statt. Die neusten Daten stammen aus dem Jahr 2009. Weltweit nahmen rund 65 Staaten und eine halbe Millionen zufällig ausgewählte 15-jährige Schüler/innen teil. In Deutschland wurden mehr als 226 Schulen und rund 5000 Schüler/innen ausgewählt. Die PISA-Studie wird von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) koordiniert.  

Die Zusammenfassung der PISA-Studie 2009 finden Sie hier (PDF-Dokument, 2,32 MB).

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