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25.09.2006

Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS) liefert umfassende Daten zur Lage in Deutschland

Heute hat das Robert Koch-Institut (RKI) erste Ergebnisse des bundesweiten Kinder- und Jugendsurveys - kurz KiGGS - vorgestellt. Über 17.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-17 Jahren wurden für die seit Mai 2003 durchgeführte Studie medizinisch untersucht und Jugendliche ab 11 Jahren auch ärztlich befragt. Die vom RKI erhobenen Daten sollen sowohl zeigen, was Kinder krank macht, als auch welche Einflüsse Gesundheit fördern und erhalten, um zielgerichtete Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können.

Die KiGGS-Studie biete einen breiten Überblick über den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Deutschland und sei im "internationalen Vergleich einmalig", so das Bundesministerium für Gesundheit als Auftraggeber der Studie. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die körperliche und die seelische Gesundheit. Bei dem Survey wurden alle „KiGGS-Kinder“ medizinisch untersucht, zum Beispiel hinsichtlich Sehvermögen, Blutdruck, Schilddrüsenvolumen, Ausdauer und Koordinationsvermögen. Eingeschlossen ist die Auswertung zahlreicher Blut- und Urinproben und auch Erhebungen zu Auswirkungen von Umwelteinflüssen. In einem Fragebogen wurden Eltern und ab elf Jahre auch die Kinder selbst unter anderem zu Unfällen, Krankheiten, Schmerzen und zum Gesundheitsverhalten befragt. Angaben zum gesundheitsbezogenen Verhalten, wie Ernährung, Bewegung, Drogen- und Alkoholkonsum sowie zum Impfstatus und Vorsorgeverhalten sollen einen Rückschluss auf mögliche Erkrankungsursachen und deren Vorbeugung ermöglichen.
Die dreijährige Untersuchungsphase der bundesweit repräsentativen Datenerhebung endete im Mai 2006 und umfasste 167 zufällig ausgewählte Orte in Deutschland.

Einige Ergebnisse der Studie:

  • 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren sind übergewichtig und sechs Prozent leiden an Adipositas. Kinder aus sozial benachteiligten Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund sind hiervon besonders betroffen.
  • Bei einer Rumpfbeuge erreichen annähernd die Hälfte aller 4- bis 17-Jährigen in Deutschland nicht das Fußsohlenniveau. Kinder aus Migrantenfamilien und mit niedrigem Sozialstatus sind weitaus weniger sportlich aktiv. Die Chance der regelmäßigen sportlichen Betätigung in diesen Gruppen ist um den Faktor zwei bis drei verringert.
  • mehr als jedes sechste Kind bis zu 17 Jahren leidet unter einer allergischen Erkrankung.
  • Bei über einem Fünftel aller elf- bis 17-Jährigen findet man Auffälligkeiten beim Essverhalten. Bei Jugendlichen mit Essstörungen ist der Anteil der Auffälligen mit niedrigem sozioökonomischem Status mit fast doppelt so hoch wie der in der oberen Sozialschicht.

Das bundesweite Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KiGGS wurde vom Bundesministerium für Gesundheit initiiert und mit 9,36 Millionen Euro zum größten Teil finanziert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beteiligte sich mit 2,5 Millionen Euro. Weitere Bundesministerien und das Land Schleswig-Holstein unterstützten einzelne themenbezogenen Erhebungen.

Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse wird im Mai 2007 in einem Sonderheft des Bundesgesundheitsblattes publiziert. Dieses kann über das Robert Koch-Institut bezogen werden. Im Oktober 2008 werden die Daten als so genannter Public Use File der Fachöffentlichkeit verfügbar gemacht.
Abstracts von der heutigen Fachtagung mit den ersten Ergebnissen sind als PDF (150 KB) verfügbar über die Website des RKI. Zur heutigen Vorstellung der Studie siehe auch die Pressemitteilungen von RKI und vom Bundesministerium für Gesundheit.

Weitere Informationen zur Studie finden sich unter www.kiggs.de.

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und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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