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18.04.2008

Hilfe auch ohne Papiere und Krankenversicherung / steigende Fallzahlen

Die Malteser Migranten Medizin (MMM) hat im vergangenen Jahr mehr als 4.300 Patient/innen an ihren inzwischen acht Standorten in deutschen Städten anonym behandelt. Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus bekommen in den MMM-Ambulanzen ebenso eine medizinische Versorgung wie Nichtversicherte mit deutschem Pass. Deren Anteil an den Patient/innen sei mit 14 Prozent immer noch sehr hoch, erklärte Angelika Haentjes-Börgers, Leiterin der Malteser Abteilung Migration.
Auch viele Deutsche könnten sich eine Krankenversicherung nicht mehr leisten, beklagte die MMM-Leiterin. Zwar sind die Krankenkassen seit April 2007 verpflichtet, ehemalige Mitglieder wieder aufzunehmen, für den Wiedereintritt müsse aber der Kasse zunächst eine Prämie für die versäumten Monate gezahlt werden. Das sei für viele nicht machbar, sagte Haentjes-Börgers.
Weil die Patientenzahlen weiter wachsen, haben die Malteser neben Einrichtungen in Berlin, Köln, München, Darmstadt und Frankfurt im vergangenen Jahr auch Praxen in Hannover, Münster und Hamburg eröffnet. Über Ambulanzen in weiteren Städten wird bereits nachgedacht.
In der Malteser Migranten Medizin steht ein Arzt bereit, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder Schwangerschaft übernimmt. Anonymität wird garantiert, so dass gerade Menschen ohne gültige staatliche Aufenthaltserlaubnis hier eine Zuflucht in ihrer Not finden können. Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Vereinen ermöglichen weitere Schritte. Mehr als 20 Krankenhäuser übernehmen inzwischen auch Patienten bei notwendiger stationärer Therapie.

Weitere Informationen unter www.malteser-migranten-medizin.de





Projekte guter Praxis, die sich ebenfalls der Zielgruppe annehmen:

Gesundheitsförderung für MigrantInnen (Bonn) pro familia Bonn  

Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge in Thüringen (Jena) REFUGIO Thüringen - Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge

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