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20.08.2009

Gesundheits-Hotline für türkische Migrant/innen geschaltet

Türkische Migrant/innen können sich ab sofort über eine bundesweite Service-Hotline zu Gesundheitsfragen beraten lassen. Mit dem neuen Angebot sollen insbesondere türkische Eltern über Vorsorgeuntersuchungen und Impfprogramme für Kinder informiert werden. Das teilte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), am Mittwoch in Berlin mit. Die Auskünfte geben Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsexperten türkischer Herkunft in türkischer Sprache. Erreichbar ist die Service-Hotline unter der Rufnummer 0180-2282323.

Häufig seien fehlende Deutschkenntnisse und ein kulturell anderes Verständnis der Grund für Migranteneltern, mit ihren Kindern nicht zum Arzt zu gehen, erklärte Maria Böhmer. Die Gesundheitsvorsorge ist ihren Angaben zufolge bei Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien deutlich schlechter als bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. So würden nur 68,5 Prozent der Kinder mit beidseitigem türkischen Migrationshintergrund an allen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Bei Kindern mit einseitigem oder ohne Migrationshintergrund seien es 86,2 Prozent. Auch bei den Impfungen seien die Unterschiede entsprechend groß, so Bähmer.

Weitere Informationen zu der neuen Hotline im Internet unter www.alosaglik.de

Unter den mehr als 1800 Projekten in der Praxisdatenbank auf dieser Website befinden sich zahlreiche, die sich mit Migrantinnen und Migranten und ihrer Gesundheitsförderung befassen.

Das Nachbarschaftsheim St. Pauli etwa berücksichtigt mit seinem Angebot die besonderen Problemlagen und lebensweltlichen Hintergründe älterer Migrantinnen und Migranten durch eine niedrigschwellige, integrative Struktur. Ziel des Nachbarschaftsheims St. Pauli ist es, die soziale, psychische, geistige und körperliche Gesundheit der Besucherinnen und Besucher zu stabilisieren. Viele der 33.414 Kontakte 2007 - davon waren etwa ein Drittel Migrantinnen und Migranten - zeigen deutlich die gute Resonanz der Einzel- und Gruppengespräche, Spiele, Aktivitäten und Ausflüge, mit denen die Isolation der Menschen aufgebrochen und ihre Eigenverantwortung und Selbstständigkeit gestärkt werden sollen.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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