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09.06.2008

"Gesund sind wir stark! - Saglikli daha güçlüyüz!"

Adipositasprävention für Kinder in Friedrichshain-Kreuzberg

Schlagwörter: Adipositas, Good Practice

Das Übergewicht bei Kindern nimmt stetig zu. Kinder mit Migrationshintergrund sind dabei besonders betroffen. Der Weg zum übergewichtigen Erwachsenen und den Folgeerkrankungen Bluthochdruck, Diabetes und Ateriosklerose ist bereits vorprogrammiert. Das Projekt „Gesund sind wir stark! - Saglıklı daha güçlüyüz!“ will diesen Trend stoppen, zumindest aktiv gegensteuern.

Seit November 2006 wird das Projekt über drei Jahre als eines von 24 Modellprojekten durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Wettbewerbs „Besser essen. Mehr bewegen“ gefördert. Durchgeführt wird es durch das ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften in Kooperation mit der Plan- und Leitstelle des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Ziel des Berliner Modellprojekts ist es, neuartige Zugangswege für die Prävention von Adipositas im Kindesalter nutzbar zu machen und die Zielgruppe - junge Familien mit Kindern im Alter von null bis sechs Jahren und vorwiegend türkischem oder arabischem Migrationshintergrund im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg - zu einer gesundheitsförderlichen Lebensweise zu befähigen. In diesem Sinne werden unter dem Motto „Gesund sind wir stark! - Saglıklı daha güçlüyüz!“ Fachleute aus dem Bezirk, die beruflich in Kontakt mit der Zielgruppe stehen, zu Gesundheitstrainern, sowie Frauen und Männer mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund zu Gesundheitsmentoren ausgebildet.

Mit Hilfe dieser Multiplikator/innen sollen in den Familien gesundheitsförderliche Handlungskompetenzen und Verhaltensweisen entwickelt und geübt werden, um kindlichem Übergewicht vorzubeugen und die Gesundheit der Kinder langfristig zu stärken. In der Praxis kommt den Trainer/innen und Mentor/innen insbesondere die Aufgabe zu, Familien während der Umstellung auf eine gesündere Ernährung und auf ein aktiveres Bewegungsverhalten beratend zur Seite zu stehen. Um einen möglichst großen Teil der Zielgruppe zu erreichen, erfolgt ihr Einsatz im alltäglichen Lebensraum der Familien - dem Stadtteil. Der Kontakt wird dabei nicht nur über die bestehenden Beratungsstellen, sondern insbesondere über Nachbarschaftseinrichtungen, Kulturvereine und Selbsthilfeeinrichtungen hergestellt, die einen niedrigschwelligen Zugang zur Zielgruppe ermöglichen. Dieser Kontakt wird soweit ausgebaut, dass die Mentor/innen direkt mit dem häuslichen Umfeld der Familien in Berührung kommen und vor Ort gemeinsam mit den Familien realistische Entwicklungen in Gang setzen und begleiten können. Durch die Integration der Gesundheitstrainer und -mentoren in das bezirkliche Netzwerk werden die Kommunikations- und Angebotsstrukturen im Bezirk in Bezug auf das Thema Adipositasprävention innovativ weiter entwickelt.

Die breite Aufstellung der Auszubildenden (Hebammen, Mitarbeiter/innen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, Sozialpädagogen, Erzieher/innen und Einzelfallhelfer) er-möglicht die Multiplikation gesundheitsförderlicher Themen in unterschiedlichsten Kontexten. Während die Gesundheitstrainer übereine breite fachliche Kompetenz verfügen und zum Großteil institutionell eingebunden sind, bringen die Gesundheitsmentoren das erlernte Wissen mit ihren sprachlichen und kulturellen Kompetenzen in ihr soziales Netzwerk ein. Derzeit werden 52 Gesundheitstrainer sowie 13 Gesundheitsmentoren kostenfrei ausgebildet. Die Lehrgangsinhalte wurden professionell, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Gesundheits- und Ernährungswissenschaften, erarbeitet und berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse von Schwangeren sowie von Familien mit Kleinkindern und Migrationshintergrund. Die Lehrgangsmodule beziehen sich auf die Themenbereiche Bewegung, Ernährung und Beratung nach dem systemischen Ansatz und verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Die Inhalte werden praxisorientiert gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet und sollen es ihnen ermöglichen, geeignete Maßnahmen für ihren eigenen Handlungsbereich zu entwickeln.

Im Anschluss an die Lehrgänge findet bis Mitte 2009 ein Praxistransfer der Inhalte durch die Teilnehmer/innen statt, der durch das Projekt kontinuierlich durch Supervisionstreffen, Coaching und Qualitätszirkel begleitet wird. Dieser langfristige Kontakt zwischen Trainern, Mentoren, Dozenten und Projektteam soll die Nachhaltigkeit der neuen Angebote im Bezirk gewährleisten.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.