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19.03.2007

Für den Präventionspreis 2007 nominiert: Die Kiezdetektive aus Berlin

Mit dem deutschen Präventionspreis werden vorbildhafte Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung prämiert - in diesem Jahr für kommunale und regionale Programme der Gesundheitsförderung und Prävention zur Förderung eines gesunden Lebensstils. Von 187 Bewerbungen hat die Jury zwölf Projekte für die Endrunde nominiert, darunter das Projekt "Kiezdetektive" aus Berlin. Die Kiezdetektive waren zuvor vom Kooperationsverbund "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" in den Bereichen Multiplikatorenkonzept, Partizipation und Settingansatz bereits als "Good Practice" ausgezeichnet worden.

In Friedrichshain-Kreuzberg wird das Projekt „Kiezdetektive“ von der Plan- und Leitstelle Gesundheit des Bezirksamtes verantwortet. Gesundheit Berlin als Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung ist Kooperationspartner, ebenso wie der BKK Bundesverband, der besonders in der Startphase das Projekt unterstützt hat. "Kiezdetektive" hat zum Ziel, die Lebensqualität speziell von Kindern in einem Bezirk mit besonderem Entwicklungsbedarf durch gesundheitsbezogene Aktivitäten zu verbessern und sozial benachteiligte Kinder an das Thema Gesundheitsförderung heranzuführen.

Spiegelung in Fensterscheibe, Kiezdetektive sind Graffiti auf der Spur

Kiezdetektive in Aktion: die Probleme werden dokumentiert und den Politikern auf den Tisch gelegt.

„Kiezdetektive“ legt besonderen Wert auf die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und stellt dafür unter anderem einen Leitfaden zur Verfügung. So kann das Projekt auch in anderen Stadtteilen bzw. Städten Verbreitung finden. Das Projekt wird von Beginn an gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen geplant und durchgeführt. So wird zunächst ermittelt, welche Stadtgebiete „begehungsbedürftig“ sind und welche Fragestellungen bei der Begehung berücksichtigt werden zum Beispiel nach Belastungen (Lärm, Verkehrsgefahren, Gewaltbedrohung) aber auch nach Rückzugs- und Entspannungsräumen (Spielplätze, öffentliche Parks etc.).
Die Kinder lernen zum einen, wie eng ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden mit der Umwelt zusammenhängen. Zum anderen werden sie an politische Prozesse herangeführt (Analyse - Maßnahmenplanung - Maßnahmendurchführung - Evaluation) und spüren, dass auch sie in ihrem Umfeld etwas bewegen können und ihre Stimme Gehör findet. Zudem werden wichtige Kompetenzen gefördert, die für einen partizipatorischen Prozess wichtig sind, wie eigene Vorschläge und Alternativen einzubringen, Ansprüche zu formulieren und Anliegen gegenüber anderen (Erwachsenen) zu präsentieren.

Im Projekt „Kiezdetektive“ wurde als Setting der Stadtteil gewählt. Die Durchführung gesundheitsförderlicher Maßnahmen im Stadtteil bietet verschiedene Vorteile: So profitieren alle Bewohner des Stadtteils von den Interventionen, also auch solche, die sonst nur schwer mit gesundheitsförderlichen Angeboten zu erreichen sind, denn die Maßnahmen zielen in der Regel vor allem auf eine Verbesserung gesundheitsrelevanter Lebensverhältnisse sowie die Entwicklung personaler und sozialer Ressourcen.

Nach der jüngst erfolgten Begutachtung durch Vertreter/innen des Präventionspreises wird sich in den kommenden Wochen entscheiden, ob die Kiezdetektive bei der Prämierung am 19. Juni mit dabei sind.

Mehr über das Projekt Kiezdetektive

Mehr über die Gute Praxis in der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten (Good Practice)

Informationen zum Deutschen Präventionspreis 2007

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
BZgA / Ostmerheimer Str. 220 / 51109 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300
Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.