01.11.2007
Eltern unterstützen, um benachteiligten Kindern zu helfen / Spirale aus Überforderung und Resignation durchbrechen
In überforderten Familien wachsen überforderte Kinder heran, hat die World Vision-Studie „Kinder in Deutschland 2007“ jüngst festgestellt. Jedes zehnte Kind lebt danach in einer akuten Risikolage, die durch Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Armut, fehlende elterliche Zuwendung oder gar Gewalt geprägt ist. Schon Acht- bis Elfjährige erleben sich als perspektivlos, so die Studie.
„Wir müssen die Spirale aus Überforderung und Resignation durchbrechen. Angebote der Gesundheitsförderung können einen wichtigen Beitrag dazu leisten“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für den Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“.
Wir müssen die Spirale aus Überforderung und Resignation durchbrechen. |
Zusammen mit vielen Partnern stellt die BZgA auf der Website www.gesundheitliche-chancengleichheit.de mehr als 1.000 Unterstützungsangebote aus ganz Deutschland vor. Darunter sind 60 Maßnahmen, die von Experten anhand eines Kriterienkatalogs als „gute Praxis“ bewertet wurden. Die „Eltern AG“ ist eines dieser Beispiele, die nach den Wünschen des Kooperationsverbundes Schule machen sollen. Das Programm fördert in mehreren Bundesländern bei benachteiligten Familien Erziehungskompetenzen, hilft Stress zu vermeiden und liefert Anstöße für soziales Lernen. Mit Erfolg: Auswertungen zeigen, dass die Eltern ruhiger mit ihren Kindern umgehen, mehr Hilfe in Anspruch nehmen und weniger Konflikte im Alltag auftreten. Auch die Kooperation mit Einrichtungen wie Kindergärten und dem Jugendamt verbesserte sich.
Ein anderes Beispiel ist das Projekt „connect“ in Hamburg, durch das ein Unterstützungsnetzwerk für Kinder aus suchtbelasteten Familien aufgebaut werden konnte.
Die Website www.gesundheitliche-chancengleichheit.de ist ein Ergebnis der Arbeit des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“, ein gemeinsames Projekt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, Landesvereinigungen für Gesundheit, Krankenkassen, Ärzteorganisationen und Wohlfahrtsverbänden. Insgesamt sind derzeit 46 Partner beteiligt. Die BZgA hat den Kooperationsverbund vor vier Jahren ins Leben gerufen, um bewährte und innovative Ansätze der Gesundheitsförderung bekannter zu machen und ihre Verbreitung zu fördern.
Mehr Informationen über die erwähnten Angebote "Guter Praxis" der Gesundheitsförderung zur Unterstützung von Eltern:
- Eltern AG (Magdeburg, Sachsen-Anhalt und weitere Bundesländer)
- connect - Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien - Kooperation und Vernetzung (Hamburg)
Weitere Gute Praxis-Angebote mit Zielrichtung Familienunterstützung, z.B. von jungen Eltern, Alleinerziehenden usw.
- Familienprogramm ELAN (Halle/Saale)
- Schutzengel e.V. (Flensburg und Schleswig-Holstein)
- Zukunft für Kinder in Düsseldorf - Hilfen für Kinder und Familien in Risikolagen (Düsseldorf)
Hintergrundinformationen:



