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08.11.2007

Datenbank "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" aktualisiert

Über 1.000 Projekte und 64 Beispiele Guter Praxis online

Marco Ziesemer, Gesundheit Berlin-Brandenburg

Menschen in schwierigen Lebenslagen erkranken häufiger und sterben früher als sozial Bessergestellte. Eine bedarfsorientierte Gesundheitsförderung sollte deshalb vor allem Strategien zur Stärkung gesundheitlicher Ressourcen und zur Minderung gesundheitlicher Belastungen sozial benachteiligter Gruppen entwickeln und umsetzen. Der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) initiierte Kooperationsverbund "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" nimmt sich dieser Aufgabe an. Wesentliches Ziel ist es, das unübersichtliche Handlungsfeld der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung transparenter zu machen, den Austausch über angemessene Strategien zu verstärken und die Qualität der Angebote zu verbessern. Der Kooperationsverbund hat sich hierbei als gelungenes Beispiel einer breiten Vernetzung für eine soziallagenbezogene Gesundheitsförderung erwiesen.
Seit 2003 ist der Kooperationsverbund mit der Internetplattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de und umfangreichen Informationen zu aktuellen Themen, Entwicklungen, Initiativen sowie Veranstaltungshinweisen im Internet vertreten. Das Herzstück der Plattform ist die online recherchierbare bundesweite Datenbank gesundheitsfördernder Projekte und Angebote. Im Auftrag der BZgA hat Gesundheit Berlin e.V. den Aufbau und die Pflege übernommen. Die Datenbank trägt entscheidend dazu bei, die vielgestaltige Praxis der Gesundheitsförderung mit Soziallagenbezug für alle Interessierten aus der Praxis, aus Krankenkassen, Politik und Gute Praxisbeispiele verbreiten: Wie kann das gelingen? Voraussetzungen und praktische Erfahrungen werden auf dem 13. Kongress Armut und Gesundheit diskutiert Wissenschaft sichtbar zu machen. Weil die Bedeutung der Qualitätsentwicklung gesundheitsfördernder Angebote wächst, werden seit Mai 2006 in der Datenbank Beispiele besonders guter Praxis präsentiert und zur Nachahmung empfohlen.

Datenbankeinträge überarbeitet und qualitativ verbessert

Im Jahr 2007 erfolgte eine Überarbeitung der Datenbank. In die Neuerungen flossen die Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge aus vier Jahren Online-Datenbank ein. So wurde im Februar der Fragebogen - mit welchem die Projekte in der Datenbank erfasst werden - gemeinsam mit dem beratenden Arbeitskreis der BZgA für den Kooperationsverbund überarbeitet. Im Mai wurden alle gesundheitsfördernden Projekte aus der Datenbank mit dem neuen Fragebogen und einer runderneuerten Technik kontaktiert und gebeten, ihre Einträge zu überprüfen und inhaltlich anzupassen. Seit dem 4. Oktober 2007 ist die neue Projektdatenbank mit mehr als 1.000 Einträgen online.
Nun kann pünktlich zum 13. Kongress "Armut und Gesundheit" eine noch präzisere und erweiterte Datenbank vorgestellt werden, deren Einträge und Recherchemöglichkeiten den Nutzer/innen einen komfortablen Überblick über die Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung vermitteln. Viele Angaben sind nun präziser formuliert, zudem können die Angebote der Datenbank nachdem Lebenswelten-Ansatz wesentlich umfassender dargestellt werden. Die Einträge haben sich durch die Überarbeitung qualitativ deutlich verbessert. Auch hat die Aktualisierungserhebung entscheidend dazu beigetragen, die Projekte nun in viel genaueren Einträgen mit deutlichem Gesundheitsbezug vorzustellen. Ältere, nicht aktualisierte Angebote werden in einem Archiv abgelegt und können über die Plattform separat recherchiert werden. Sie werden in verkürzter Formvorgestellt, d.h. die Nutzer/innen der Datenbank erhalten Informationen zu der Projektbeschreibung und den Kontaktdaten des Angebotes.

Zahl guter Praxis wächst

Im Zuge der Aktualisierungserhebung konnten zahlreiche Projekte für ihre herausragende Arbeit als Beispiel guter Praxis identifiziert und mit dem "Good Practice"- Eintrag in die Datenbank eingestellt werden. Gegenwärtig können 64 "Good Practice"-Angebote recherchiert werden. Beispiele guter Praxis zeigen in anschaulicher Weise Wege und Ansätze zur Qualitätsverbesserung in der Gesundheitsförderung. Die Orientierung an nachahmenswerten Praxisbeispielen soll langfristig zu einer Verbesserung der Angebotsqualität führen. Auch zukünftig werden gemeinsam mit den Koordinatoren/innen der Regionalen Knoten weitere gute Praxisbeispiele identifiziert und in der Datenbank eingestellt.

Ab Herbst 2007 beginnt Erweiterungserhebung

Im Herbst 2007 beginnt der zweite Abschnitt des "Neustarts" der Datenbank mit einer Erweiterungserhebung, um den bundesweiten Überblick über die Angebotslandschaft weiter zu vervollständigen. Der Bestand der Datenbank wird gemeinsam mit den Partnern des Kooperationsverbundes im Umfang erweitert und vorhandene inhaltliche Lücken werden gefüllt. Die Erweiterungserhebung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um eine hohe Aktualität und Qualität der Datenbankinhalte zu gewährleisten.
Auch Sie können uns unterstützen: Bitte tragen Sie Ihr Angebot online in die Datenbank ein, wenn es sich an Menschen in schwieriger sozialer Lage richtet (z.B. Arbeitslose oder Menschen in sozialen Brennpunkten), wenn es darauf ausgerichtet ist, die gesundheitlichen Potenziale dieser Menschen zu stärken und wenn es sich nicht um ein weit verbreitetes "Regelangebot" handelt (z.B. Sucht- und Schwangerschaftsberatungsstellen oder Mutter-Kind-Kuren). Besonders interessant für die Datenbank sind Angebote, die anders nur schwer sichtbar gemacht werden können, z.B. in Schulen und Kindertagesstätten oder im Stadtteil. Im Ergebnis soll sowohl der bundesweite Überblick über die Angebotslandschaft soziallagenbezogener Gesundheitsförderung weiter vervollständigt als auch die Datenbank weiter verbessert werden. Über den Fortgang der Erweiterung der Datenbankwerden wir weiter berichten.

Weitere Informationen unter: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/:datenbank

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