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18.09.2006

12. Kongress "Armut und Gesundheit" - Präventionen für gesunde Lebenswelten - "Soziales Kapital" als Investition in Gesundheit

Wer in Deutschland arm ist, hat ein doppelt so hohes Risiko zu erkranken oder einen Unfall zu erleiden. Die Lebenserwartung ist armutsbedingt bei Frauen durchschnittlich um fünf und bei Männern um zehn Jahre geringer. Nach Schätzungen des Kinderschutzbundes leben heute in Deutschland 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Armut.

Am 1. und 2. Dezember 2006 findet zum zwölften Mal der Kongress „Armut und Gesundheit“ in Berlin statt. Der Kongress ist bundesweit die größte Public Health-Veranstaltung, die Wissenschaftler/innen, Praktiker/innen, Politiker/innen und Betroffene zusammenbringt. Die über 60 Foren, Workshops und Diskussionen stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Präventionen für gesunde Lebenswelten - ’Soziales Kapital’ als Investition in Gesundheit".

Die zentrale Frage des Kongresses „Armut und Gesundheit“ lautet, wie die Gesundheitschancen von sozial benachteiligten Menschen nachhaltig verbessert werden können. In diesem Jahr soll als Querschnittsfrage erörtert werden, ob das Konzept des Sozialen Kapitals Erfolg versprechende Ansätze bietet, um gesundheitliche Ungleichheit zu verringern. Soziales Kapital zu fördern bedeutet, das Netz sozialer Beziehungen zu stärken, bei Kindern und Jugendlichen etwa im Elternhaus, in der Schule oder in Vereinen. Das Einführungsreferat zu Sozialem Kapital wird der international renommierte Wissenschaftler Kamrul Islam von der Lund University in  Malmö/Schweden halten. Auch im weiteren Kongressverlauf wird Soziales Kapital immer wieder Thema sein: So geht es um Soziales Kapital im Stadtteil, in Kinderwelten, in der Gesundheitsförderung von Familien und um Gesundheitswissen als Soziales Kapital. Weiterer Schwerpunkt beim 12. Kongress „Armut und Gesundheit“ wird sein, mögliche Synergien zwischen verschiedenen Präventionskonzepten aus der Gesundheitsförderung, der Bildungs- und Sozialarbeit sowie der Gewalt- und Suchtprävention auszuloten.

Ebenfalls besonderes Gewicht hat das Thema Qualitätsentwicklung: Im Rahmen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ wurden Kriterien Guter Praxis entwickelt. Projekte werden dazu ihre Erfahrungen vorstellen und ein Werkstattgespräch wird sich speziell mit Aspekten zum Kriterium Empowerment befassen. Qualitätsanforderungen werden auch im Mittelpunkt der Diskussion zur Umsetzung des § 20 SGB V stehen, wenn die Sichtweisen der Krankenkassen und die Erfahrungen der Wohlfahrtsverbände zusammen kommen.

Eigene Veranstaltungen werden sich mit den Erfahrungen der europäischen Partner zur Bekämpfung sozial bedingt ungleicher Gesundheitschancen befassen, unter anderem der Workshop „European Perspectives in Tackling Health Inequalities". Integriert in den Kongress findet zudem das V. Symposium „Migration und Gesundheit“ der Charité-Frauenklinik statt, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt - psychische Potenziale und Belastungen der Migration.

Der 12. Kongress „Armut und Gesundheit“ findet als gemeinsame Veranstaltung von Gesundheit Berlin, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Berliner Ärztekammer, verschiedenen Krankenkassen, des Deutschen Instituts für Urbanistik und vielen weiteren Partnern statt. Vorgelagert ist am 30. November die Satellitenveranstaltung „Mehr Gesundheit für alle - eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung “, die vom BKK-Bundesverband und Gesundheit Berlin gemeinsam veranstaltet wird. Im Zentrum der Veranstaltung steht der Dialog zwischen Präventionsansätzen in unterschiedlichen Handlungsfeldern.

Die Ärztekammer Berlin hat den 12. Kongress Armut und Gesundheit als Fortbildungsveranstaltung (9 Punkte) zertifiziert. Ebenso ist der Kongress von der Berliner Senatsverwaltung als Bildungsveranstaltung anerkannt, für die Arbeitnehmer/innen aus dem Land Berlin Bildungsurlaub in Anspruch nehmen können.

Weitere Informationen zu dem Kongress gibt es auf der Website www.armut-und-gesundheit.de oder über Gesundheit Berlin e.V., Kongress „Armut und Gesundheit“, Friedrichstr. 231, 10969 Berlin, Tel. (030) 44 31 90 60, Fax (030) 44 31 90 63, E-Mail kongress@gesundheitberlin.de.

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 55 Partnerorganisationen an.
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Die BZgA ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.