Aufgaben, Angebote und Schwerpunkte
Die Regionalen Knoten haben folgende Aufgaben:
- Aufbau und Mitarbeit bei Arbeitskreisen
- Identifikation und Veröffentlichung von Good-Practice-Beispielen
- Aktualisierung, Erweiterung und Optimierung der bundesweiten Datenbank für gesundheitsförderliche Projekte bei sozial Benachteiligten
- Durchführung von Fachkonferenzen sowie die
- Verbreitung wichtiger Informationen und Materialien über die Internet-Plattform
Die Vernetzung und Unterstützung der lokalen Akteure nimmt in der Arbeit des Regionalen Knotens eine zentrale Rolle ein. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, wenn Sie...
...inhaltlich-fachliche Fragen zur Gesundheitsförderung sozial Benachteiligter haben
...Informationen zu bestehenden Projekten und Angeboten in Ihrer Region benötigen
...Ihre Projekte in die Datenbank einstellen möchten und dabei gerne Unterstützung hätten.
Der Schwerpunkt des Regionalen Knotens Thüringen ist die Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Der zentrale Fokus liegt auf den Settings, in denen diese Zielgruppen vorrangig angetroffen werden können, d.h. Stadtteil, Familie, Kindertagesstätte sowie Schule/ Bildungseinrichtung. Kernelement der Arbeit des Regionalen Knotens Thüringen ist die Entwicklung von Netzwerkstrukturen zur nachhaltigen Gesundheitsförderung. Zielgruppe der Maßnahmen sind Multiplikatoren und Multiplikatorinnen, die mittelbar und unmittelbar mit von Benachteiligung betroffenen Personen im Allgemeinen und Kindern und Jugendlichen im Speziellen in Berührung stehen.
Derzeit arbeiten wir neben der Umsetzung o.g. Aufgaben gemeinsam mit dem Stadtteilbüro Jena-Winzerla an der Entwicklung eines sozialraumorientierten Gesundheitsförderungsprojektes.
Sozialraumorientierte Gesundheitsförderung in Jena-Winzerla
Hintergrund des Projektes
Ausgehend von einem im Thüringenweiten Arbeitskreis „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ geäußerten Bedarf, konkrete, ressourcenschonende Projektideen zu entwickeln, wurde im Rahmen des Regionalen Knotens Thüringen ein sozialraumorientiertes Gesundheits- förderungsprojekt in Jena-Winzerla ins Leben gerufen. Winzerla, ein Plattenbaugebiet am Rande von Jena, ist eine Region des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“.
Gemeinsam mit dem Stadtteilbüro vor Ort und dem Jugendamt der Stadt Jena wurde ein integriertes Handlungskonzept entwickelt, wobei vor allem an den gesundheitsförderlichen Potentialen der Akteure im Stadtteil angeknüpft wird. Neben den bereits existierenden Netzwerken, wie z.B. die Vernetzungsgruppe Kinder- und Jugendarbeit, bilden die Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der Bürger eine Basis für die Projektentwicklung. Ziel ist es, Angebote der Gesundheitsförderung in bestehende Strukturen und Netzwerke zu integrieren, um den Stadtteil als ein gesundheitsförderliches Setting zu entwickeln.
Erste Schritte in der Projektumsetzung
In organisatorischer Hinsicht erfolgte die Integration des Themas Gesundheitsförderung in die Vernetzungsgruppe Kinder- und Jugendarbeit. Zur Verbreiterung der Datenbasis wurden in Ergänzung der bereits existierenden Stadtteilanalyse mit Hilfe einer Erhebung subjektiver Gesundheitsvorstellungen und Ideen zur Gesundheitsförderung der Bewohner Winzerlas weitere Anknüpfungspunkte für das Projekt gesammelt. Die gleiche Fragestellung wird aktuell in Form von Zukunftswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen in den Schulen des Stadtgebietes bearbeitet. Die Ergebnisse werden der integrierten Stadtplanung der Stadt Jena von den Jugendlichen vorgestellt.
Mikroprojektbeispiele
Mitte des Jahres 2005 starteten die ersten Mikroprojekte. Im Rahmen eines Stadtteilfestes erhielten die Bewohner die Gelegenheit, spielerisch ihre Sinne auszuprobieren und zu schulen. Der in Winzerla ansässige Jugendclub „Hugo“ entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Jena unterschiedliche Projektangebote zur Gesundheitsförderung, die in bzw. mit Schülern der Regelschule umgesetzt wurden. Im Jugendclub wurde auch eine Gesundheitswoche mit dem Schwerpunkt „Sinneswahrnehmung“ durchgeführt, in deren Verlauf nicht nur Jugendliche angesprochen wurden sondern vor allem in den Vormittagsstunden auch die Schulen und Kindertagesstätten sowie Vereine, Projekte und Initiativen der Kinder- und Jugendarbeit. Parallel hierzu führt der Jugendclub die Jugendaktion „Gut Drauf - Bewegen. Entspannen. Essen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch. Die Aktion „Ich geh zur U! Und Du?“ der BZgA wurde in 3 Kindertagesstätten durchgeführt. Aus einem Frühstückangebot für Eltern im Kinderbüro der Initiative „Kinderfreundliche Stadt Jena“ e.V. entstand ein Kochkurs für junge Mütter mit dem Ziel, gemeinsam Grundlagen einer gesunden und dabei preiswerten Ernährung zu erproben. Über das Kochen hinaus wurden den Frauen hauswirtschaftliche Kompetenzen vermittelt.
Perspektiven
Mit Hilfe der Mikroprojekte in den Einrichtungen vor Ort und öffentlichkeits- wirksamen Angeboten soll ein Bewusstsein im Stadtteil zur Gesundheitsförderung vor dem Hintergrund eines Leitbildes „Gesundheitsfreundliches Winzerla“ gefördert werden. Ziel ist es zum einen, die Ziel- und Altersgruppen der Mikro- projekte zu erweitern, zum anderen das Projekt über die Etablierung einer Stadtteilgesundheitskonferenz nachhaltig in den vor Ort ansässigen Strukturen zu verankern.
Rahmenbedingungen der Projektumsetzung
Der Projektträger ist die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. - AGETHUR - in Kooperation mit dem Stadtteilbüro Jena-Winzerla und dem Jugendamt der Stadt Jena. Die sozialraumorientierte Gesundheitsförderung in Jena-Winzerla wird von der AOK-Thüringen im Rahmen des §20 SGB V gefördert. Die im Prozess gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse sollen im Rahmen der Koordinations- und Vernetzungsfunktion des Regionalen Knotens Thüringen, anderen Quartieren zur Verfügung gestellt werden, um zu einer kontinuierlichen und nachhaltigen Verknüpfung von Stadtentwicklung und Gesundheitsförderung beizutragen.
Ein Artikel "Sozialraumorientierte Gesundheitsförderung in Jena-Winzerla" aus der "Soziale Stadt Info" (April 2007) ist hier (PDF-Datei, 75 KB) verfügbar.weniger
Manual „Gesunde Ernährung in berufsvorbereitenden Maßnahmen für Lehrkräfte und Sozialpädagogen“
Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e. V. - AGETHUR - hat für Lehrkräfte und Sozialpädagogen in berufsvorbereitenden Maßnahmen ein Material zur Durchführung ernährungspädagogischer Projekttage erarbeitet. Es wurde im Rahmen des Projektes „IMPULSE für gesunde Ernährung“ erstellt und durch die AOK Thüringen gefördert.
Neben Informationen zum Thema „Gesunde Ernährung“ enthält es konkrete Methodenbeschreibungen, Beispielabbildungen, Rezepte, Folien, Kopiervorlagen und weiterführende Links. Dem Material liegt eine CD-Rom bei. Es umfasst 127 Seiten, kostet 15,00 Euro zzgl. Versand. Bei Interesse oder Fragen, wenden Sie sich bitte an die Knotenkoordinatorin oder an die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e. V. - AGETHUR.



