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23.05.2011

Kürzungen im Programm "Soziale Stadt" wirken sich auf die gesundheitliche Chancengleichheit aus

Pressemitteilung der HAGE

Rolf Reul, Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. (HAGE)
Denis Spatzier, Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. (HAGE)

Schlagwörter: Soziale Stadt, Öffentlichkeitsarbeit

Die Kürzungen im Programm "Soziale Stadt" um mehr als 70 Prozent bedrohen auch den Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Zahlreiche Maßnahmen und Projekte in den hessischen Kommunen und Stadtteilen können aufgrund der Einsparungen nicht mehr fortgesetzt werden. Davon betroffen sind vor allem die Bewohner in Regionen und Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf.

Im vergangenen Jahr beschloss die Bunderegierung, das Programm "Soziale Stadt" bundesweit von 95 Millionen Euro auf 28,5 Millionen Euro zu kürzen und zukünftig nur auf eine investive Förderung auszurichten. Es ist zu befürchten, dass dadurch auch die inzwischen aufgebauten Strukturen in der kommunalen und stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention zerstört werden. Ein "Bündnis für eine soziale Stadt Hessen", das am 24. Mai 2011 in Marburg gegründet werden soll, will dem im letzten Jahr eingeleiteten Trend im Programm "Soziale Stadt" entgegenwirken. Daran beteiligen sich verschiedene Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Vertreter der Wohnungswirtschaft, Architekten und Städteplaner aus Hessen. Sie wollen den politische Verantwortlichen deutlich machen, wie wichtig das Programm für die Menschen in den hessischen Stadtteilen und Kommunen ist.

Als das Programm "Soziale Stadt" 1999 gestartet wurde, hatten Bund und Länder sich zum Ziel gesetzt, die „Abwärtsspirale“ in den Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf aufzuhalten und die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Noch im September 2007 wurden auf Initiative der Bundesministerien für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und Gesundheit (BMG) mit Akteuren aus dem Bereich Gesundheitsförderung und dem Programm "Soziale Stadt" Gespräche geführt. Zentrale Themen waren die sozial- und umweltbedingte Gesundheitsrisiken in den Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf. Die Beteiligten waren sich einig, dass verstärkt eine soziallagenbezogene Umsetzung von Gesundheitsförderung notwendig ist. Seit 2008 hat es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene verstärkt Bemühungen gegeben, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention in den betroffenen Stadtteilen umzusetzen. Auch die HAGE-Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e. V. hat sich hier aktiv eingebracht. Durch die erheblichen Kürzungen der finanziellen Mittel ist derzeit nicht zu erwarten, dass die bisher erreichten Fortschritte langfristig Bestand haben werden.

Die Pressemitteilung wurde am 23. Mai 2011 von der HAGE veröffentlicht. Sie lässt sich hier herunterladen (PDF-Datei, 50 kB).

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