Aufgaben, Angebote und Schwerpunkte
Die Regionalen Knoten haben folgende Aufgaben:
- Aufbau und Mitarbeit bei Arbeitskreisen
- Identifikation und Veröffentlichung von Good-Practice-Beispielen
- Aktualisierung, Erweiterung und Optimierung der bundesweiten Datenbank für gesundheitsförderliche Projekte bei sozial Benachteiligten
- Durchführung von Fachkonferenzen sowie die
- Verbreitung wichtiger Informationen und Materialien über die Internet-Plattform
Die Vernetzung und Unterstützung der lokalen Akteure nimmt in der Arbeit des Regionalen Knotens eine zentrale Rolle ein. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, wenn Sie...
...inhaltlich-fachliche Fragen zur Gesundheitsförderung sozial Benachteiligter haben
...Informationen zu bestehenden Projekten und Angeboten in Ihrer Region benötigen
...Ihre Projekte in die Datenbank einstellen möchten und dabei gerne Unterstützung hätten.
Der Schwerpunkt des Regionalen Knotens Hamburg liegt in der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit, in der Vernetzung und Qualifizierung sowie in der Unterstützung unterschiedlichster Akteure in Hamburg.
Im Vordergrund der Knotenarbeit stehen die Handlungsfelder „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ sowie „Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Kindern und ihren Familien“, zu denen es jeweils einen Arbeitskreis gibt.
Wohnungslosigkeit und Gesundheit
Die Zahl wohnungsloser Frauen und Männer wird in Deutschland in keiner gesetzlichen Bundeswohnungslosenstatistik erfasst; die Anzahl dieser Bevölkerungsgruppe wird jedoch in unregelmäßig durchgeführten Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) veröffentlicht. „Für das Jahr 2006 schätzt die BAG W die Zahl der aktuellen Wohnungslosen auf ca. 254.000 Personen (mit wohnungslosen Aussiedlern 265.000), davon ca. 132.000 alleinstehende Wohnungslose (Einpersonenhaushalte) und ca. 122.000 Personen in Mehrpersonenhaushalten im Laufe eines Jahres“ (Schröder 2008, S. 5) - wobei bei diesen Zahlen von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.
Tabelle 1: Wohnungslose nach Geschlecht (ohne Aussiedler) 2004, 2005 und 2006
(Eigene Darstellung nach Schröder 2008, S. 10)
Auch in Hamburg leben über 3000 wohnungslose Frauen und Männer. Sie sind - wie ebenfalls Daten für Gesamtdeutschland zeigen - häufig schwer krank und sterben früh - im Durchschnitt mit 46 Jahren. Deswegen hat sich in Hamburg seit einigen Jahren ein umfangreiches Angebot für Wohnungslose entwickelt. Schwerpunkte sind dabei auf die Aspekte Prävention, Integration sowie niedrigschwellige Hilfen ausgerichtet. Ziel präventiver Maßnahmen ist es vordergründig Obdachlosigkeit durch Sicherung prekärer Mietverhältnisse zu vermeiden. Integrative Interventionen streben hingegen an, wohnungslosen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und sie dauerhaft in regulären Wohnungen unterzubringen.
Der Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ arbeitet mit unterschiedlichen Akteuren aus den Bereichen der Wohnungslosenhilfe zusammen und versucht so, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen und die gesundheitliche Situation wohnungsloser Frauen und Männer in Hamburg zu verbessern. Darüber hinaus sollen durch diesen Arbeitskreis Lücken im medizinischen Versorgungssystem aufgedeckt und geschlossen werden.
Der Regionale Knoten „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ führt in diesem Zusammenhang Veranstaltungen durch, macht Veröffentlichungen sowie entwickelt und initiiert Projekte auf diesem Gebiet. Veranstaltungsankündigungen und -dokumentationen finden Sie auf dieser Seite. Die Broschüre "Hamburger Geschichten. Über die Schwierigkeiten wohnungsloser Menschen, medizinische Angebote in Anspruch zu nehmen" und Presseartikel dazu finden Sie hier.
Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Kindern und ihren Familien
Zunehmende gesellschaftliche Ungleichheiten machen sich in den Lebenswelten von Kindern in hohem Maße bemerkbar. Die materielle und soziale Lage beeinflusst dabei ihre Chance, gesund aufzuwachsen und in späteren Jahren eine gute Gesundheit zu erhalten. Die aktuelle Diskussion über Möglichkeiten zur Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit im Kindesalter bezieht sich neben der Verbesserung der Lebensbedingungen und Teilhabechancen von sozial benachteiligten Kindern und ihren Familien vor allem auf eine Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung (RKI/BZgA 2008).
Auch in Hamburg leben ca. 1/4 der unter 6-Jährigen - wobei es starke Differenzen zwischen einzelnen Stadtteilen gibt - von Sozialgeld (Frei und Hansestadt Hamburg 2007). Die Tabelle 2 zeigt darüber hinaus noch einmal im Überblick „Familien im Bezug von Leistungen nach SGB II und SGB XII“ in den Jahren 2005, Januar sowie April 2007.
Tabelle 2: Familien im Bezug von Leistungen nach SGB II und SGB XII
(Eigene Darstellung nach Freie und Hansestadt Hamburg 2007, S. 23)
Mit einer geringeren Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben gehen für Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus auch geringere Gesundheitschancen einher. Die Relevanz dieses Problems für die Stadt Hamburg und der damit verbundene Handlungsbedarf haben zur Gründung des Arbeitskreises „Gesundheitsförderung von sozial benachteiligten Kindern und ihren Familien“ im Rahmen des Regionalen Knotens geführt. Der Arbeitskreis verfolgt das Ziel, die sektorale Zusammenarbeit zu stärken, eine Qualifizierung von Akteuren z.B. mithilfe der Good Practice-Kriterien zu erreichen sowie Veranstaltungen und Veröffentlichungen zu verschiedenen Themengebieten durchzuführen.
Veranstaltungsankündigungen und -dokumentationen finden Sie hier.


