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Angebotsdarstellung

Good Practice

Veröffentlichung: 2007

Frauengesundheit in Tenever

Kurzbeschreibung mit Zielen und Maßnahmen

Seit 1989 praktiziert der Frauengesundheitstreff Tenever (FGT) Gesundheitsförderung speziell für Frauen in einem sozialen Brennpunktgebiet. Der Bremer Ortsteil Tenever liegt im Benachteiligungsindex der Sozialindikatorendatei der Hansestadt Bremen an erster Stelle der benachteiligten Gebiete (Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales Bremen, 2006). Ziel des Projektes war und ist es, Bewohnerinnen des Stadtteils zu Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein zu ermutigen, ihre Kenntnisse zu erweitern und ihre Stärken zu fördern. Mit den Handlungsfeldern - Befähigen und Ermöglichen, Vermitteln und Vernetzen, Interessen vertreten sowie gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen – setzt das Projekt die Grundideen der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung von 1986 in die Praxis um. Die Arbeitsweise des FGT basiert auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis, das Herangehen ist ressourcenorientiert, niedrigschwellig, orientiert an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und innovativ.

Die Leitideen der Ottawa-Charta wird im FGT durch feministische Gesichtspunkte ergänzt. Dies bedeutet, geschlechtsspezifische Rollenerfahrungen und Lebenssituationen von Frauen aufzugreifen und Frauen in ihrer Selbstachtung, Autonomie und Kompetenz zu bestärken. Sie werden als Expertinnen für ihre Gesundheit angesprochen. Das Stadtteilprojekt bietet niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten (z.B. Kinderbetreuung, muttersprachliche Anleiterinnen, kostenlose oder preisgünstige Teilnahme). Die Angebote reichen von regelmäßigen Kursangeboten (z. B. Bewegungs- und Gesprächsgruppen) über eine breite Palette von Sonderveranstaltungen und Aktivitäten, die Wissen vermitteln, Kompetenzen und soziale Fähigkeiten stärken.

Das breitgefächerte Angebot fördert die Entwickelung von stützenden Netzwerken der Frauen untereinander: Informationen können ausgetauscht, akute soziale und gesundheitliche Problemlagen können miteinander besprochen und entschärft werden. Die Frauen sind besser über das Gesundheits- und Sozialsystem informiert - insbesondere Migrantinnen – und nehmen psychosoziale und medizinische Hilfsangebote gezielter und zudem rechtzeitig in Anspruch.

Die Erfolge der Arbeit des FGT zeigen sich in der Nutzungskontinuität und der intensiven Nachfrage aus dem Stadtteil. Unbürokratische Lösung von familiären Problemen (Versorgungsnotlagen, Schul- und Erziehungsfragen, Gewalt, Trennungen, Isolation, gesundheitliche Beschwerden, psychische Krisen) sind aufgrund des breiten Gesundheitsverständnisses und der seit dem Aufbau des Projektes geförderten guten Vernetzung möglich. Wie die Rückmeldungen der Nutzerinnen zeigen, trägt die Arbeit des FGT zu einem deutlich verbesserten körperlichen, psychischen und sozialen Befinden der Nutzerinnen, und damit auch von deren Familien, bei.


Kontakt

Frau Inge Koepsell
Koblenzer Str. 3A
28325 Bremen (Bremen)

Telefon: 0421.401728

E-Mail: FGT@gmx.net


Weitere Ansprechperson

Frau Jutta Flerlage
Koblenzer Str. 3A
28325 Bremen (Bremen)

Telefon: 0421 / 401728

E-Mail: FGT@gmx.net


Laufzeit des Angebotes

Beginn: 1989

Abschluss: kein Ende geplant


Welche Personengruppe(n) in schwieriger sozialer Lage wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?
  • Personen mit sehr niedrigem Einkommen (z.B. Personen im Niedriglohnsektor, Personen mit niedrigen Rentenbezügen)
  • Personen mit niedriger Schulbildung (z.B. Personen ohne qualifizierten Schulabschluss)
  • Personen mit niedrigem beruflichen Status (z.B. ungelernte Arbeiter/-innen)
  • Alleinerziehende in schwieriger sozialer Lage
  • Migrant/-innen in schwieriger sozialer Lage

Schwerpunkte des Angebotes
  • Kommunale Strategie / Netzwerkarbeit
  • Sonstiges: Förderung von Frauengesundheit

Qualitätsentwicklung
Wie dokumentieren Sie Ihre Arbeit? (z.B. Konzepte, Handreichung)

Quelle der Veröffentlichung/URL: "Frauen und Gesundheit in Bremen" (Broschüre), Erste Ergebnisse aus Gesprächen


Good Practice in
Partizipation

Partizipation der Nutzerinnen wird vom FGT als eine wesentliche Bedingung zur Entwicklung von Empowerment gesehen und genutzt. Die Erfahrung von Beteiligungsmöglichkeiten wird als eine wichtige Bedingung verstanden, um Fähigkeiten zu entwickeln, sich für eine gesundheitsfördernde Gestaltung der eigenen Lebensbedingungen einzusetzen. Im FGT bezieht sich die Beteiligung der Nutzerinnen grundsätzlich auf alle Ebenen: Programmentwicklung und -gestaltung, Selbstorganisation von Angeboten, Mitarbeit bei der Vereinsarbeit, konzeptionelle Weiterentwicklung und Qualitätsentwicklung des FGT. Angestrebt wird auch die Beteiligung an der Entwicklung des Stadtteils und an Frauengesundheitsthemen der Stadt Bremen.

Um die Beteiligung der Frauen bei der Programmgestaltung und bei der Entwicklung von Aktionen zu gewährleisten, nutzt der FGT verschiedene Instrumente. Seit seiner Anfangszeit ist eine leicht zugängliche Karteikartensammlung Grundlage für ein bedürfnisorientiertes Angebot. Die Frauen werden aktiv ermutigt, ihre Ideen und Wünsche zu Aktivitäten/Angeboten hier einzutragen. Die Karteikartensammlung wird in allen Kursangeboten vorgestellt. Die FGT-Mitarbeiterinnen gewinnen so Rückmeldungen über die Entwicklung der Angebote und die Bedürfnisse der Nutzerinnen. Im gemeinsamen Programmplenum wird über Art und Inhalt von Veranstaltungen entschieden. Durch dieses Vorgehen ist eine kontinuierliche Rückkopplung gewährleistet und die Ausrichtung auf die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzerinnen gegeben.

Diese aktive Einbindung der Nutzerinneninteressen gibt Anregungen für neue Angebote und für die Ansprache neuer Zielgruppen. Auf diese Weise ist auch das Konzept zur Erweiterung der Inhalte von Deutsch-Sprachkursen um Themen rund um Gesundheit entstanden (siehe unten „Empowerment“). Die Strukturen im Gesundheitswesen, Fragen der Prävention und Besuche in Einrichtungen der ambulanten und stationären Versorgung zählen seither zu den Kursinhalten. In einem weiteren Schritt wurden exklusiv für die Teilnehmerinnen Bewegungsangebote zeitnah zum Kurs durchgeführt. Exkursionen zu Krankenhäusern und anderen Einrichtungen der Versorgung wurden unternommen und Kontakt zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort hergestellt.

Ein weiteres Resultat dieses Dialogs ist der Frauenbadetag: In Kooperation mit dem Hallenbad wurden und werden Schwimmtage exklusiv für Frauen und ihre Kinder durchgeführt. Dieses Angebot berücksichtigt speziell die Bedürfnisse von muslimischen Frauen (siehe unten „Innovation und Nachhaltigkeit“).

Ein weiteres Projekt ist eine Stadtteilsuppenküche. Frauen aus dem Stadtteil sind aktiv an der Umsetzung beteiligt, nötige Arbeitsschritte werden von den Frauen verantwortlich übernommen, zum Teil engagieren sie sich ehrenamtlich, wenn möglich erhalten sie einen geringen Betrag als Aufwandsentschädigung.

Die eigenständige Organisation von Veranstaltungen durch die Nutzerinnen wird von den Projektmitarbeiterinnen durch eine beratende Unterstützung der Vorbereitungsgruppe gefördert. Im Jahr 2005 fanden an 32 Abenden selbst organisierte Kreativabende von Nutzerinnen des „Offenen Treffs“ statt. Die Frauen trafen sich zum geselligen Austausch, zum Singen, zum Abendbrot und zur Planung von gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Diese gemeinsamen Aktivitäten initiieren soziale Bündnisse, in denen gegenseitige Hilfe zur Selbsthilfe gewährt wird.

Partizipation ist für die Nutzerinnen des FGT auch auf der Ebene der Vereinsmitarbeit möglich. Frauen werden dazu ermuntert, in den Verein Frauen und Gesundheit e.V. einzutreten und sich aktiv an der Vereinsarbeit zu beteiligen. So können sie direkten Einfluss auf Konzept und Inhalte des Treffpunkts ausüben.

Die Qualitätssicherung der Einrichtung stützt sich wesentlich auf eine partizipative Evaluation. Die Nutzerinnen werden kontinuierlich in die Qualitäts- und Konzeptentwicklung einbezogen. Neben den oben genannten Instrumenten werden zum Beispiel Blitzumfragen zu Wünschen und Bedürfnissen durchgeführt, und die Nutzerinnen werden in allen Kursangeboten und anderen Veranstaltungen aktiv zu ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot befragt. Auf diesen Rückmeldungen basiert eine stetige Anpassung der Angebote des FGT an neue/andere Bedürfnisse der Nutzerinnen. Das FGT-Team trägt dafür Sorge, dass der Bereich Gesundheitsförderung dabei stets im Zentrum der Aktivitäten steht. Das sich dieses nutzerinnenzentrierte, diskursive Konzept bewährt, zeigt sich an der positiven Resonanz in der Bevölkerung auf die Angebote des FGT.

Empowerment

Für den FGT ist das Prinzip des Empowerment in der Gesundheitsförderung die zweite zentrale Arbeitsgrundlage. Sie ist mit der Möglichkeit zur Partizipation eng verzahnt. Während Partizipation eine wesentliche Grundlage ist, um gesundheitsfördernde Lebensbedingungen mitgestalten zu können, basiert Empowerment auf einem Prozess lebenslangen Lernens, dem ein ressourcenorientierter Ansatz zugrunde liegt. Dieser kann beinhalten, sich mit verändernden körperlichen und seelischen Fähigkeiten und Bedürfnissen sowie mit sich verändernden Lebensbedingungen (zum Beispiel sich in einem fremden Land zurechtfinden) auseinanderzusetzen, vor allem aber auch Ressourcen wahrzunehmen, zu aktivieren oder sich neue Fähigkeiten und Stärken anzueignen.

Der FGT berücksichtigt die jeweiligen Ressourcen der Nutzerinnen. Im Mittelpunkt stehen die Alltagsvorstellungen der Frauen von Gesundheit und von gesunden Lebensweisen und die Suche nach Möglichkeiten, Belastungen und Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Die Mitarbeiterinnen begegnen den Frauen mit großer Wertschätzung, Empathie, Offenheit und mit Lebensfreude.

Die Aktivitäten des FGT dienen der Wissensvermittlung, stärken aber auch die sozialen Fähigkeiten sowie die Selbstwahrnehmung der Frauen. Ihnen wird Unterstützung angeboten, sie werden ermutigt selbst aktiv zu werden, Verantwortung zu übernehmen und sich gegenseitig zu unterstützen. Das Gesundheitsverhalten, der Umgang mit dem eigenen Körper und die Wahrnehmung und Bewertung gesundheitlicher Beeinträchtigungen werden gezielt angesprochen. Es gelingt dadurch, Zusammenhänge zum Beispiel zwischen Körper und Seele, dem gesellschaftlichen Rollenverhalten und persönlichen Konflikten aufzuzeigen und neue Bewältigungsmöglichkeiten aufzubauen. Gemeinsame Aktivitäten helfen, die bestehende Isolation abzubauen; kursübergreifende Veranstaltungen (Tagesausflüge, Großveranstaltungen) fördern das interkulturelle Zusammensein.

Als ein exemplarisches Beispiel für das Vorgehen des FGT wird hier der Alphabetisierungskurs vorgestellt. Die Situation von Migrantinnen, vor allem von Müttern kinderreicher Familien, hat dazu geführt, für diese Zielgruppe besondere Kurse anzubieten. Diese Frauen, die die Verantwortung für Kinder und Haushalt tragen, leben oftmals isoliert in einer für sie fremden Kultur. Sie verfügen häufig nur über eine geringe oder gar keine Schulbildung, auch beherrschen sie die deutsche Sprache kaum.
Um die Kompetenzen dieser Frauen im Alltag zu fördern, wurden Alphabetisierungs- und Integrationskurse mit kostenloser Kinderbetreuung konzipiert, die das Thema Gesundheit besonders aufgreifen. Ziel der Alphabetisierungskurse ist es, Frauen verschiedener Nationalitäten sowohl das Erlernen der deutschen Schriftsprache zu ermöglichen als auch Alltagskompetenzen zu vermitteln, die ihnen den Zugang zur deutschen Gesellschaft und zur Arbeitswelt eröffnen. Dadurch werden die Frauen in ihren Fähigkeiten gestärkt und gleichzeitig zu einer individuellen Perspektiventwicklung ermutigt.

Die Unterrichtsinhalte werden im FGT-Kurs mit den Interessen der Frauen abgestimmt und am Lebensalltag der Frauen orientiert. Alltägliches wie die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder das „Einkaufengehen“ gehören hierzu. Viele gesundheitsbezogene Themen werden angesprochen. Zudem finden Rollenspiele statt, die zum Beispiel das Verhältnis zwischen Arzt/Ärztin und Patientinnen aufgreifen. Frauen werden ermutigt, ihre Bedürfnisse einzubringen, um dadurch ihr Handlungs- und Erfahrungsspektrum zu erweitern und ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Im Anschluss an den Alphabetisierungskurs findet ein Bewegungskurs statt. Die Frauen werden motiviert, an Tagesausflügen und Veranstaltungen des FGT teilzunehmen. 15 Frauen – Mütter von über 70 Kindern – beendeten erfolgreich den ersten Alphabetisierungskurs. Aufgrund der hohen Motivation der Teilnehmerinnen wurde ein Fortsetzungssprachkurs angeboten.

Ein besonderes Anliegen des FGT ist es, den Nutzerinnen verschiedene Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen aus den sozialen und politischen Bereichen des Stadtteils und der Stadt Bremen vorzustellen. Sie erhalten Aufklärung über ihre Rechte und besichtigen Institutionen im Stadtteil. So lernen sie Kontaktpersonen kennen und können Hemmschwellen abbauen. Dies erleichtert ihnen den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen.

Innovation und Nachhaltigkeit

Der FGT kann im Mai 2007 auf eine 18-jährige Praxiserfahrung in einem sozial benachteiligten Stadtteil zurückblicken. Die langjährige Existenz beruht neben der kontinuierlichen Basisförderung durch die Stadt Bremen vor allem auf einer engen Vernetzung auf Stadtteilebene, dem Transfer gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und der engen Ausrichtung auf die Nutzerinneninteressen.

Nachhaltigkeit über einen so langen Zeitraum benötigt ständige Innovation. Dazu gehört das aktive Wahrnehmen und Aufgreifen sich verändernder Bedarfe und Bedürfnisse der Nutzerinnen. Durch die Vernetzung des FGT mit anderen Anbietern im Stadtteil gelingt es, Ressourcen effektiver zu nutzen. Bedarfe und Lücken in der Versorgung werden gemeinsam erkundet und Angebote aufeinander abgestimmt. Zudem erweitert die kooperative Zusammenarbeit im Stadtteil die eigene Wahrnehmung der Versorgungssituation. Die Diskussionen und Rückmeldungen liefern wichtige Impulse für die Entwicklung und Anpassung von Angeboten an veränderte Voraussetzungen oder Bedarfe.

Neue gesundheitswissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen wirken ebenfalls auf die Planung ein. Es erfolgt ein Transfer dieses Wissens in die Konzeption weiterer Angebote für die Zielgruppe. Die stadtweite Vernetzung bietet gute Möglichkeiten, neue Erkenntnisse zum Beispiel in den Bereichen Überversorgung Hormon(ersatz-)therapie, Fehlnutzung Notfallambulanzen oder Einführung des Mammografie-Screenings frühzeitig aufzugreifen und in gemeinsamer Kooperation mit Institutionen (zum Beispiel Landesvereinigung für Gesundheit Bremen, Volkshochschule Bremen, Zentrale Gleichstellung für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Gesundheitsamt Bremen, Arbeit und Leben Bremen) die Vermittlung für die Zielgruppe zu gestalten (zum Beispiel Migrantinnenfahrradkurs).

Für die kreative Weiterentwicklung der Einrichtung ist Partizipation ein wichtiges Element. Die Mitteilung von Wünschen und Bedürfnissen durch die Nutzerinnen ist unabhängig von professionellen Zielsetzungen der Mitarbeiterinnen des FGT. Die offene Haltung gegenüber den Vorschlägen und Wünschen der Zielgruppe erfordert neben Kontinuität und Zuverlässigkeit eine hohe Flexibilität seitens der Mitarbeiterinnen. Erst diese ermöglicht einen Austausch, der zur Entwicklung neuer Angebote und zur Ansprache weiterer Zielgruppen führt. Heute zählen Frauen mit und ohne Kinder und Frauen jeder Nationalität und jeder Altersgruppe zu den Nutzerinnen des FGT.

Als Beispiele für Innovationen, zu denen auch die oben beschriebenen Integrations- und Alphabetisierungskurse zu rechnen sind, seien hier die Frauenbadetage/ Frauenschwimmnachmittage aufgeführt (siehe oben „Empowerment“), die 2002 in Bremen neu einführt wurden. Die Idee stammte von Migrantinnen, die berichteten, dass sie aufgrund kultureller Auflagen seit Jahren nicht mehr schwimmen gehen konnten. Der FGT reagierte auf diese Berichte, thematisierte dieses Problem in Gesprächen in der Stadtteilgruppe und mit den Betreibern des Hallenbades und führte in Kooperation mit den Bremer Bädern im Oktober 2002 den 1. Bremer Frauenbadetag durch, der ausschließlich für Frauen gedacht war. Die Konzeption dieses Badetages sensibilisierte alle beteiligten Akteurinnen und Akteure für kulturelle und frauenspezifische Bedürfnisse. Folgende Voraussetzungen waren zu bedenken:
- blickdichte Räume, die auch muslimischen Frauen das Baden ermöglichen,
- weibliches Aufsichtspersonal (Bademeisterin etc.),
- Migrantinnen als Vorbilder, die anderen Frauen Mut machen, an bisher ungewohnten Aktivitäten teilzunehmen,
- muttersprachliche Kursleiterinnen,
- Kinderprogramm und Kinderbetreuung.

Um Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen zu erreichen, wurde die Öffentlichkeitsarbeit mehrsprachig gestaltet. Den Frauen sollte zudem der Zugang zu weiterführenden gesundheitsfördernden Angeboten ermöglicht werden. So mussten
- Mitarbeiterinnen für Gespräche und Beratung zur Verfügung stehen,
- kostengünstige Veranstaltungen organisiert und
- Schnupperkurse zum Ausprobieren angeboten werden.

Zahlreiche gesundheitsfördernde Aktivitäten, u. a. Beckenbodengymnastik, Aqua-Power, Wassergymnastik und Schwimmkurse, wurden in den Frauenbadetag integriert.

Seit dem 1. Bremer Frauenbadetag finden einmal im Monat Frauenschwimmnachmittage statt. Im Jahr 2006 nahmen insgesamt 301 Frauen – davon 255 Migrantinnen – und 400 Kinder daran teil. Den Frauen eröffnen sich bislang verwehrte Bewegungsmöglichkeiten; viele von ihnen finden den Zugang zu weiteren gesundheitsfördernden Veranstaltungen des FGT.


Stand

05.02.2009

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Logo der Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Projektträger

Frauengesundheitstreff Tenever

Projektlaufzeit

Beginn: 1989

Abschluss: kein Ende geplant

Kontakt

Frau Inge Koepsell
Koblenzer Str. 3A
28325 Bremen (Bremen)

E-Mail

Fusszeile

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Der Kooperationsverbund wurde 2003 auf Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegründet
und wird maßgeblich durch die BZgA getragen. Ihm gehören aktuell 62 Partnerorganisationen an.
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