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Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen

Zeitungsrubrik "Stellenmarkt"

(Paul-Georg-Meister, www.pixelio.de)

Arbeitslosigkeit ist ein Gesundheitsrisiko, und gesundheitliche Einschränkungen erschweren die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Was kann im Alltag von arbeitslosen Menschen - in Qualifizierungsmaßnahmen, im Stadtteil - getan werden, um ihre Gesundheit zu fördern?

Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen ist eines der zentralen Themen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“. Mittlerweile haben sich für dieses Thema rund 160 Projekte in die Datenbank eingetragen.

Die Entwicklung und Umsetzung arbeitsmarktintegrativer Gesundheitsförderung steht noch am Anfang. Ähnlich sieht es bei Prävention und Gesundheitsförderung aus, die Arbeitslose und ihre Familien im Alltag erreicht. Die Partner im Kooperationsverbund diskutieren diese Erfahrungen und bündeln sie als Hilfestellungen für die Praxis. Wichtige Themen sind:

  • Welche Zielgruppen müssen erreicht werden?
  • Wie kommt gute Praxis in die breite Umsetzung?
  • Wer muss für die Umsetzung gewonnen werden?
  • Was sind erfolgreiche Konzepte und Formen der Zusammenarbeit?

Folgende Regionale Knoten arbeiten mit dem Schwerpunkt "Arbeitslosigkeit":
Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein






Auf den folgenden Seiten finden Sie:


Aktuelles:

Gewerkschaftsbund stellt fest: Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen noch unzureichend
Laut einer neuen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind Arbeitslose je nach Altersgruppe rund doppelt so häufig krank wie Erwerbstätige. Grundlage für die Berechnungen ist die Krankenstandsquote basierend auf dem Mikrozensus. Auffällig ist, dass die Differenz zwischen Arbeitssuchenden und Erwerbstätigen mit steigendem Alter größer wird: Bei den 15- bis 24-Jährigen liegt die Krankenstandsquote bei 3,0 Prozent, wohingegen die gleichaltrigen Arbeitsuchenden eine Krankenstandsquote von 4,4 Prozent aufweisen. Arbeitsuchende im Alter von 55 bis 59 Jahren sind mehr als doppelt so häufig krank wie gleichaltrige Erwerbstätige. Hier liegt die Quote für Erwerbstätige bei 6,9 Prozent und für Arbeitsuchende bei 15,2 Prozent.
Der DGB sieht die Krankenkassen in der Pflicht, diesen Missstand aufzuheben. „Noch immer ist in Deutschland die Gesundheitsförderung von Arbeitslosen insgesamt völlig unzureichend“, so der DGB. Die Studie verdeutlicht eine unterdurchschnittliche Nutzung von Primärpräventionsangeboten seitens der Arbeitsuchenden. Weiter sieht der DGB einen Wiedereinstieg in das Berufsleben durch einen schlechten Gesundheitszustand erschwert.
Ein kostenfreier Download sowie weitere Informationen zur Studie stehen online auf den Seiten des DGB zur Verfügung.

Arbeitslosigkeit und suizidale Gefährdung - Zusammenhänge und Schlussfolgerungen für Prävention und Intervention
Der Artikel „Arbeitslosigkeit und suizidale Gefährdung“, erschienen im aktuellen Schwerpunktheft Suizidprävention der „Prävention - Zeitschrift für Gesundheitsförderung“ (02/2010), beinhaltet neben dem aktuellen Forschungsstand - der Arbeitslosigkeit als Risikofaktor für Suizidgefährdung bestätigt - Erklärungen über den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Suizidalität. Arbeitslosigkeit kann die Entstehung von Suizidalität initiieren oder aber psychische Problematiken verstärken und beschleunigen. Zudem ziehen Suizidversuche häufig Arbeitslosigkeit nach sich.
Die Autoren Benedikt Rogge und Prof. Dr. Thomas Kieselbach von der Universität Bremen kommen zu folgenden Überlegungen: Neben der gesellschaftlichen Perspektive von Intervention und Prävention sollten Maßnahmen vor allem individuell zugeschnitten sein. Für eine erfolgreiche Reintegration ins Berufsleben müssen Maßnahmen im Sinne eines „sozialen Geleitschutzes“ geschaffen werden, sich am Einzelfall orientieren und zentral auf Empowerment-Prozesse abzielen. Hierfür gilt es insbesondere, die eigenen Sinneszuschreibungen der Betroffenen zu beachten.
Auch die gesellschaftliche Ablehnung und Stigmatisierung von Arbeitslosen hängt eng mit der psychischen Gesundheit und dem Suizidrisiko zusammen. Dies sollte als ein weiterer Ansatzpunkt bei der Maßnahmenplanung einbezogen werden.

Dokumentation der Fachtagung „Gesundheitsorientierung zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ der Bundesagentur für Arbeit
Im Rahmen ihrer Dachkampagne „Gesundheitsorientierung zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit“ lud die Bundesagentur für Arbeit (BA) zum bundesweiten Fachkongress nach Berlin ein. Am 28. Juni tauschten sich ca. 350 Teilnehmende aus ganz Deutschland darüber aus, wie die BA mit verschiedenen Partnern den gesundheitlichen Belastungen insbesondere bei Langzeitarbeitslosigkeit Rechnung tragen kann. Neben Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit, verdeutlichten auch die Staatssekretäre Gerd Hoofe vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Stefan Kapferer vom Bundesministerium für Gesundheit in ihren Vorträgen die Problematik und Zusammenhänge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Arbeitslosigkeit.
Die Dokumentation der Veranstaltung, die u.a. Präsentationen aus den fünf verschiedenen Foren sowie Beiträge von Frau Prof. Pott, Direktorin der BZgA und Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgruppe Public Health am Wissenschaftszentrum Berlin beinhaltet, steht nun unter www.fachkongress-sgb2.de/ zur Verfügung.

Potsdam: „Allianz für Menschen ohne Arbeit“
Die von Gesundheit Berlin-Brandenburg koordinierte Auftaktveranstaltung der „Allianz für Menschen ohne Arbeit“ fand am 27. April im Stadthaus in Potsdam statt. Eingeladen waren Akteure aus den Handlungsfeldern Wirtschaft, Gesundheitsförderung, Arbeitswelt, Arbeitsmarktintegration sowie Initiativen aus der Lebenswelt von Arbeitslosen. Bei der Veranstaltung wurde unter anderem diskutiert, wie künftig gesundheitsbezogene Maßnahmen in die Arbeitsförderung integriert werden können.
Die Dokumentation der Veranstaltung kann auf den Seiten von Gesundheit Berlin-Brandenburg kostenlos heruntergeladen werden. Ein kurzes Video zur Veranstaltung finden Sie hier, ein Artikel aus den Potsdamer Neuesten Nachrichten steht hier zur freien Verfügung.

TK-Gesundheitsreport 2010 - Gesundheitliche Veränderungen bei Berufstätigen und Arbeitslosen von 2000 bis 2009
Der "Gesundheitsreport 2010" der Techniker Krankenkasse befindet sich nun auf deren Seiten als kostenloser Download! Der Bericht ist ein weiterer Beleg für die steigenden psychischen Belastungen durch Angst vor Arbeitsplatzverlust.
Einen Artikel aus Spiegel-Online zum aktuellen Gesundheitsreport finden Sie hier: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697162,00.html

"Komm auf Tour" - Lebensplanung und Berufsorientierung in drei Bundesländern
Das bundesweite Berufsorientierungs- und Lebensplanungsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse wird in diesem Jahr in allen Berliner Bezirken stattfinden. „Dinge ausprobieren, Talente bei sich selber entdecken, Stärken finden, von denen man noch gar nichts weiß. Und diese Stärken dann Berufen zuzuordnen und die Jugendlichen so bei der Berufssuche zu unterstützen - das ist eine tolle Idee“, sagte die Berliner Arbeitssenatorin Carola Bluhm bei ihrem Besuch bei „Komm auf Tour“ in Charlottenburg am 21. Mai.
„Komm auf Tour“ ist in diesem Jahr auch in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen an vielen Orten unterwegs. Im Mittelpunkt der Erlebnisparcours, die von Berufsberater/innen der Agenturen für Arbeit begleitet werden, stehen die Auflösung von Perspektivlosigkeit durch die Stärkung von individuellen Potenzialen, das Kennenlernen der eigenen Stärken sowie Anregungen und Informationen über mögliche Berufsfelder. Mehr Informationen zu dem Projekt und die aktuellen Termine finden Sie unter www.komm-auf-tour.de.

SELBST. WERT. SEIN. Erwerbslosigkeit & Gesundheit

Cover Selbstwertsein

Unter unserer Materialienrubrik findet sich nun die Ausstellung "SELBST. WERT. SEIN. Erwerbslosigkeit & Gesundheit"  als Poster und Interviewtexte im Rahmen des Sächsischen Gesundheitszieles "Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen" als kostenloser Download!

Neues Finanzierungsmodell
Die Bundesagentur für Arbeit hat vor kurzem ermöglicht, Elemente der Gesundheitsorientierung in die Vermittlungsunterstützenden Leistungen "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" zu integrieren und damit über die aktive Arbeitsmarktpolitik zu finanzieren. Aktivitäten zur Stressbewältigung, Bewegung, Ernährung oder zum Umgang mit Suchtproblemen (Gefährdungspotenziale lösungsorientiert aufzeigen, Hinweis auf Netzwerkpartner) können nun bis zu 20 % der Dauer von Aktivierungsmaßnahmen (nach § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 46 SGB III) umfassen.
Den aktuellen und umfassenden Diskussionsstand in der Bundesagentur für Arbeit können Sie der Präsentation von Johannes Pfeiffer (BA) bei der Regionalkonferenz des Regionalen Knotens NRW vom 25. März 2010 entnehmen:
www.liga.nrw.de
Das Bundesministerium für Arbeit hat ebenfalls vor kurzem seine Sichtweise und aktuelle Entwicklungen in der Tagungsdokumentation (S. 28-53) unter
www.bagarbeit.de veröffentlicht.

Interview mit Prof. Dr. Richter
Eine gute Einführung in den Themenkomplex "Arbeitslosigkeit und Gesundheit" bietet ein Interview mit Prof. Dr. Peter Richter (PDF-Datei, 90 kB).